ČSD-Baureihe EM 488.0

Die Baureihe EM 488.0 (heute Baureihe 460) ist ein elektrischer Triebzug für den Regionalverkehr der einstigen Tschechoslowakischen Staatsbahn (ČSD).

ČSD-Baureihe EM 488.0
ČD / ŽSR Baureihe 460
ČSD-Baureihe EM 488.0
Anzahl43
NummerierungEM 488.0001–0086 ČSD
460 001–086 ČD / ŽSR
HerstellerVagonka Tatra Studénka
MEZ Vsetín
Indienststellung1971 Prototyp
1975–1978 Serienfahrzeuge
Ausmusterung
AchsformelBo'Bo'+2'2'+2'2'+2'2'+Bo'Bo'
Leergewicht64 t Triebwagen
37 t Mittelwagen
Achslast16 t Triebwagen
9,2 t Mittelwagen
Gesamtlänge86.000 mm (fünfteilig)
Sitzplatzanzahl276 (fünfteilig)
Höchstgeschwindigkeit110 km/h
Stromsystem3000 V Gleichstrom
Anzahl der Motoren4+4
AntriebTatzlager
Stundenleistung2 × 1000 kW
Leistungskennziffer
Dauerleistung
Anfahrzugkraft58,9 kN
ZugsicherungSifa
BremsbauartDAKO
elektrische Widerstandsbremse

Geschichte

Die Baureihe EM 488.0 war Nachfolger der ČSD-Baureihe EM 475.1. Der Auftrag zur Entwicklung wurde vom Staatsministerium bereits 1962 gegeben. Die neue Baureihe entstand aber unter erschwerten Bedingungen in einem Zeitraum von über zehn Jahren. Vorgabe war eine konservative Lösung im Vergleich zur Baureihe EM 475.1: Diese Baureihe war zwar durch ihre Niederflurbauweise für ihre Zeit sehr innovativ, aber von Anfang an mit baustatischen Problem der Wagenkästen geprägt. Der Nachfolger sollte daher einen erhöhten Boden haben.

Die Auslastung der tschechoslowakischen Bahnindustrie war geprägt von vollen Auftragsbüchern. Die Industrie hatte kein Interesse in die Entwicklung zeitgemäßer Technologien zu investieren. Ursprüngliche Absicht war die Entwicklung von dreiteiligen Einheiten mit einem Triebwagen (entsprechend SM 488.0), Mittelwagen und Steuerwagen als Gleichrichterwagen. Der Triebwagen sollte Stromabnehmer für das Wechselstromnetz haben und der Steuerwagen entsprechende Stromabnehmer für das Gleichstromnetz. Hierbei entstanden teilweise Prototypen, die Entwicklung wurde 1970 aber gestoppt.

Zwischenzeitlich wurde auch der Import aus dem Ausland oder Lizenzbau überlegt (PKP-Baureihe EN57). Auch wurde bei Škoda angefragt, ob der Bau einer Lokomotive mit nur einem Führerstand möglich wäre. Dies wurde von Škoda abgelehnt, da man dort bereits im Verzug mit der Entwicklung der neuen Lokomotivgeneration war und auch keine Kapazitäten in der Produktion hatte. Mit diesem Konzept würde man ans andere Ende des Triebzugs einen Steuerwagen setzen.

Am Ende entstand 1966 ein Wechselstromprototyp der Baureihe SM 488.0, ein Prototyp der als mechanische Grundlage für die Baureihe EM 488.0 diente. In diese mechanische Grundlage wurden elektronische Komponenten für Gleichstromantrieb eingesetzt. Im Jahre 1971 wurde von Vagonka Studénka der erste Prototyp der Reihe vorgestellt. Der Einsatz von nur einem Triebwagen bewährte sich nicht, die Leistung war zu schwach. Weshalb jeweils an beiden Enden Triebwagen zum Einsatz kamen. Trotzdem galt der gesamte Zug als leistungsschwach, was zu Problemen im Fahrplan führte und meistens nur zwei statt drei Mittelwagen eingesetzt wurden. Die Serienfertigung verspätete sich aufgrund eines Brands beim Hersteller im Jahr 1969. Bei diesem Brand wurde die Entwicklungsabteilung, Montagehallen und Lackiererei zerstört. Die Schäden waren erst 1973 vollständig behoben. Ab 1975 entstanden dann 43 fünfteilige Triebzüge für die ČSD.

Als Nachfolger wurde die ČSD-Baureihe 470 entwickelt.

Einsatz

Die Triebzüge sind bei den ČD und ŽSR noch im Einsatz. Verwendet werden die Fahrzeuge im S-Bahn-ähnlichen Verkehr in den Ballungsräumen rund um Ostrava und Košice. Die in Ústí nad Labem beheimateten Züge wurden zu vierteiligen Einheiten gekürzt, wurden jedoch dort inzwischen von anderen Baureihen verdrängt.

Siehe auch

Commons: ČSD-Baureihe EM 488.0 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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