Al-Hakim und der reiche Kaufmann

Al-Hakim und der reiche Kaufmann ist ein orientalisches Märchen aus den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht; es zählt nicht zu den in der ursprünglichen Galland-Handschrift erwähnten Märchen, sondern wurde unabhängig von dieser von Antoine Galland in sein 1704 erschienenes erweitertes Werk eingefügt.

Al-Hakim trifft auf den Kaufmann.

Es ist eine Kurzgeschichte, als deren Hauptperson der fatimidische sechste Kalif al-Hakim (996–1021) auftritt.[1]

Handlung

Es wird erzählt, dass einst der Kalif al-Hakim mit großen Gefolge ausritt. Dabei bat er einen reichen, von vielen Dienern und Sklaven umgebenen Mann, ihm etwas zu trinken zu geben. Dieser bat den Kalifen stattdessen in seinem Garten einzukehren, woraufhin dieser jeweils einhundert Matten, Schüsseln mit Früchten und Süßspeisen herbeibringt. Al-Hakim fragte überrascht, ob er denn gewusst habe, dass er als Kalif ihn besuchen werde oder wie er sonst so schnell so viele Güter habe herbeiholen können, woraufhin der Kaufmann erklärte, dass er einhundert Sklavinnen besitzt, und sie von ihrer Speise etwas abgaben. Al-Hakim freute sich, dass seine Untertanen solchen Wohlstand besitzen und ließ aus seiner Schatzkammer alle in diesem Jahr geschlagenen Drachmen – insgesamt 3,7 Millionen – holen und schenkte sie dem Kaufmann. Dann ritt er mit seinem Gefolge wieder davon.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gustav Weil: Tausend und eine Nacht - Arabische Erzählungen, Karl Müller Verlag, Erlangen 1984 (dt. Erstausgabe 1839), Band 4, S. 68f.
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