Carl Bruck

Carl Bruck (* 28. Februar 1879 in Glatz, Schlesien; † 12. Juni 1944 in Hamburg) war ein deutscher Arzt und Dermatologe.

Stolperstein für Carl Bruck in Hamburg-Othmarschen

Leben

Carl Bruck wuchs in Dresden auf und legte sein Abitur im Jahr 1897 am Gymnasium zum Heiligen Kreuz ab. Anschließend leistete er sechs Monate Grundwehrdienst und nahm auch in späteren Jahren mehrfach an Reserveübungen teil. Bis 1902 studierte Bruck Humanmedizin in Berlin und München.[1] Er promovierte 1902 in München und wurde dort im selben Jahr approbiert. Danach wechselte er an das Institut für Infektionskrankheiten nach Berlin, dessen Leiter Robert Koch war, wo er zur Syphilis forschte. Im Jahr 1906 wechselte Bruck an die Universität Breslau.

Im Dezember 1906 begleitete Bruck seinen Institutsleiter Albert Neisser und dessen Ehefrau auf eine Expeditions- und Forschungsreise nach Java, die aus Mitteln des Deutschen Reiches finanziert wurde. Neisser hatte bereits im Vorjahr eine Reise nach Java unternommen und dort an Menschen und Affen den Verlauf und die Behandlung der Syphilis erforscht. Die Forschungsgruppe blieb bis November 1907 vor Ort – in dieser Zeit wurde Neisser von der Universität Breslau zum Ordentlichen Professor ernannt.[2] 1909 habilitierte auch Bruck sich an der Universität Breslau, wurde 1911 zum Professor ernannt und wechselte 1914 an die Dermatologische Klinik des Krankenhauses Altona.

Carl Bruck erarbeitete zusammen mit August Wassermann und dem Institutsleiter und Entdecker des Gonorrhoe-Erregers, Albert Neisser einen 1906 eingeführten serologischen Test auf Syphiliserreger, die so genannte Wassermann-Reaktion. Zudem war er an der Erforschung der Tuberkulose beteiligt.

Als Folge der nationalsozialistischen Rassengesetze war er gezwungen, 1935 seine Stelle aufzugeben. Um der antisemitischen Verfolgung und der bevorstehenden Deportation durch die Nationalsozialisten ins Konzentrationslager zu entgehen, nahm er sich gemeinsam mit seiner Frau das Leben.

Veröffentlichungen

  • Ueber die Erfolge mit der einzeitig kombinierten Salvarsan-Sublimatbehandlung der Syphilis nach Linser. In: Münchner medizinische Wochenschrift. Band 67, 1920, S. 423–424.
  • Rezepttaschenbuch für Dermatologen, Springer Medizin Verlag, Berlin 1925

Literatur

  • Ludwik Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv. 1935. Mit einer Einleitung herausgegeben von Lothar Schäfer und Thomas Schnelle. 4. Auflage: Frankfurt am Main 1999.
  • Ilana Löwy: Testing for a sexually transmissible disease, 1907-1970: The history of the Wassermann reaction. In: Virginia Berridge, Philip Strong (Hrsg.): AIDS and contemporary history. University Press, Cambridge 1993, S. 74–92.
  • Lutz Sauerteig: Krankheit, Sexualität, Gesellschaft. Geschlechtskrankheiten und Gesundheitspolitik in Deutschland im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Stuttgart 1999.
  • August von Wassermann, Albert Neisser, Carl Bruck: Eine serodiagnostische Reaktion bei Syphilis. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift. 48, 1906, S. 745–746.
  • Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft – Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Erster Band, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, ISBN 3-598-30664-4

Einzelnachweise

  1. Erinnerungstafel am Carl Bruck-Hörsaal in der Asklepios Klinik Altona
  2. Christoph Bendick, Albrecht Scholz: "Albert Neissers Expeditionen nach Java 1905 und 1907", in Der Hautarzt, Jahrgang 56, Seite 116–123, Springer Medizin Verlag, Berlin 2005
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