Der Dummkopf (1920)
Der Dummkopf ist ein US-amerikanisches Filmdrama mit Komödienelementen aus dem Jahr 1920, in der Buster Keaton seinen ersten Auftritt in einem abendfüllenden Spielfilm absolvierte. Der Film wurde von der Metro Pictures Corporation, dem Vorläufer von Metro-Goldwyn-Mayer, produziert und basiert auf den Bühnenstücken The Henrietta von Bronson Howard und The New Henrietta von Victor Mapes und Winchell Smith.
Handlung
Bertie Van Alstyne ist der Sohn des Millionärs Nicholas Van Alstyne. Bertie hat sich in seine Adoptivschwester Agnes Gates verliebt, doch sein Vater besteht darauf, dass sein verwöhnter Sohn Arbeit sucht und etwas leistet, bevor er heiratet. Berties Schwester Rose ist mit Mark Turner verheiratet, einem betrügerischen Börsenspekulanten, der für Nicholas arbeitet. Niemand weiß, dass Mark eine jahrelange Affäre mit Henrietta Reynolds pflegt, aus der eine Tochter hervorgegangen ist. Als Henrietta erkrankt, fragt sie per Brief Mark um Hilfe, der das Schreiben jedoch ignoriert.
Mit dem Geld seines Vaters kauft Nick sich an der Börse einen Platz und macht Agnes einen Antrag. Die Hochzeit findet auf dem Anwesen der Van Alstynes statt. Die Zeremonie wird von einer jungen Frau unterbrochen, die sich als Henriettas Tochter ausgibt und Rose die Liebesbriefe ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter an Mark zeigt. Mark leugnet jede Beziehung mit Henrietta und ihrer Tochter und schafft es, dass Bertie als der Schuldige angesehen wird.
Nicholas unternimmt eine Kreuzfahrt und überträgt Mark die Geschäftsführung. Mark ahnt, dass die Wahrheit bald ans Licht kommen wird und veranlasst, dass alle Anteile von Nicholas an der "Henrietta-Mine" billig auf dem Aktienmarkt angeboten werden. Mark will die Anteile aufkaufen und somit Nicholas Unternehmen unter seine Kontrolle bringen. Auf dem Kreuzfahrtschiff liest Nicholas eine Schlagzeile über das Aktienangebot. Er kann das Schiff verlassen und nach New York zurückkehren. Er findet heraus, dass Mark alle Rücklagen veräußert hat und er somit seine Anteile nicht zurückkaufen kann.
Bertie bemerkt, dass auf dem Aktienmarkt von den Maklern ständig "Henrietta" gerufen wird. Ein Angestellter von Nicholas erklärt ihm, dass er verhindern kann, dass der Name gerufen wird, indem er zu dem Händler geht und sagt: "Ich kaufe". Ohne es zu wissen, rettet Bertie so das Unternehmen seines Vaters. Als Mark erkennt, dass sein Plan fehlschlägt, erleidet er eine tödliche Herzattacke. Nicholas vergibt Bertie und erlaubt die Hochzeit mit Agnes. Ein Jahr später werden die beiden Eltern von Zwillingen.
Hintergrund
1915 erschien die Komödie Das Lamm mit Douglas Fairbanks sr. in seinem Leinwanddebüt, die ebenfalls auf Bronsons Bühnenstück The Henrietta basierte. Nachdem Buster Keaton einen Vertrag mit Joe Schenck geschlossen hatte, der ihm seine eigene Reihe von Kurzfilm-Komödien ermöglichte, verschaffte Schenck ihm die Rolle des Bertie in seinem ersten Langfilm. Fairbanks selber schlug Keaton für die Rolle vor, da er anderweitig verpflichtet war.[1]
Veröffentlichung
Die Premiere des Films fand am 20. September 1920 statt. Im Deutschen Reich kam er noch im gleichen Jahr in die Kinos. Er wurde u. a. auch unter dem Titel Buster Keaton auf der Börse gezeigt.
Kritiken
Der Filmkritiken-Aggregator Rotten Tomatoes hat in einer Auswertung von sieben Kritiken eine Zustimmungsrate von 57 Prozent errechnet. Das Publikumsergebnis hat sich bei 48 Prozent positiver Bewertungen eingependelt.[2]
Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Trotz Mitwirkung des später berühmten Komikers nur gelegentlich auf der Höhe von dessen Eigenproduktionen.“[3]
Nora Sayre von der The New York Times schrieb nach einer Wiederaufführung des Films nach über 50 Jahren, der Film sei ein ziemlich geradliniges, gelegentlich etwas schleppendes Melodram, mit einigen auserlesenen Momenten mit Buster Keaton.[4]
Sarah Morgan freute sich im On Magazine über die Rückkehr des alten Steingesichts. Keaton sei beeindruckend wie immer, auch wenn der Film nicht zu seinen bewährtesten zähle.[5]
Der Kritiker des TV Guide sah eine atypische aber amüsante Geschichte. Der Film an sich sei nicht besonders gut, sondern langsam, melodramatisch, theatralisch und gekünstelt. Faszinierend und interessant sei er vom historischen Gesichtspunkt her als Beispiel für Keatons frühe Leinwandpersönlichkeit.[1]
Die zeitgenössische Kritik war gemischt. So schrieb Ruth Boyle in der New York Daily News, Buster Keaton mache aus dem Film eine angenehme Ablenkung.[6]
Harriette Underhill hingegen notierte in der New York Tribune, der Titel sei zu mild als Beiname. Doch Crane und Keaton werden in der Lage sein, dies vergessen zu machen.[7]
Weblinks
- Der Dummkopf bei IMDb
- Der Dummkopf in der Online-Filmdatenbank
- Der Dummkopf auf AllMovie (englisch)
Einzelnachweise
- Reviews. In: TV Guide. Abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch).
- Kritiksammlung. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch).
- Der Dummkopf. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 21. Februar 2024.
- Kritik von Nora Sayre. In: New York Times. 28. August 1974, abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch).
- Kritik von Sarah Morgan. In: On Magazine. Abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch).
- Kritik von Ruth Boyle. In: New York Daily News. 14. Februar 1921, abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch).
- Kritik von Harriette Underhill. In: New York Tribune. 14. Februar 1921, abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch).