Dominic Grün

Dominic Grün (* 1977 in Bergisch Gladbach/NRW) ist ein deutscher theoretischer Physiker, Biologe und Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken

Dominic Grün studierte von 1998 bis 2006 theoretische Physik und Bioinformatik an der Universität Köln und der University of New York. Nach der Promotion in beiden Fächern und einigen Jahren in der freien Wirtschaft arbeitete er von 2010 bis 2012 als Postdoc am Max-Delbrück-Zentrum für Molekularbiologie in Berlin. Anschließend war er bis 2015 am Forschungszentrum des Hubrecht-Instituts in Utrecht/Niederlande tätig, das für seine Forschung in der Entwicklungs- und Stammzellbiologie bekannt ist. Ab 2015 leitete er die Arbeitsgruppe „Quantitative Single Cell Biology“ am Max-Planck-Institut für Immunologie und Epigenetik in Freiburg/Breisgau. 2021 erhielt Grün einen Ruf auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Computational Biology of Spatial Biomedical Systems am Institut für Systemimmunologie der Universität Würzburg. Sein wissenschaftliches Interesse gilt insbesondere der Blutbildung und Immunologie sowie der Erforschung der funktionellen Mikroarchitektur von Gewebenischen im gesunden wie im kranken Gewebe. Dabei zum Einsatz kommende, von ihm entwickelte Verfahren der Künstlichen Intelligenz, dienen der Grundlagenforschung in der Systembiologie ebenso wie der personalisierten Diagnose und Therapie von Krankheiten wie zum Beispiel Leukämie oder auch Fettleber, Leberzirrhose und Leberkrebs.

Wissenschaftlicher Werdegang

  • 2004–2006 Studium der Theoretischen Physik und Bioinformatik an der Universität Köln und der New York University, New York, USA, Abschluss: Promotion
  • 2007–2010 Tätigkeit in der freien Wirtschaft (Risiko Management Consulting)
  • 2010–2012 Postdoc am Max-Delbrück-Zentrum für Molekularbiologie, Berlin
  • 2012–2015 Postdoc am Hubrecht Institute, Utrecht, Niederlande[1]
  • 2015–2021 Leiter der Arbeitsgruppe „Quantitative Single Cell Biology“ am Max-Planck-Institut für Immunologie und Epigenetik in Freiburg/Breisgau[2]
  • Seit 2021 Inhaber des Lehrstuhls für Computational Biology of Spatial Biomedical Systems und Leiter des Instituts für Systemimmunologie der Universität Würzburg.[3]

Engagement in der Forschung

  • 2017–2022 Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg MeInBio[4]
  • seit 2017 Mitglied bei Single Cell Omics Germany
  • 2018–2022 DFG Förderung „Entschlüsselung der Differenzierungstrajektorien von T Zellen mit Einzelzellauflösung“[5]
  • seit 2018 Mitglied Cell Reports Editorial – Board
  • seit 2018 Mitglied Executive Committee CZI funded Human Cell Atlas Seed Network „A reference cell atlas of human liver diversity over a lifespan“
  • 2019–2022 CIBSS Associated Investigator „Revealing cellular crosstalk in the liver at single-cell resolution“[6]
  • seit 2019 ERC Consolidator Grant „ImmuNiche - Identifying spatial determinants of immune cell fate commitment“
  • seit 2019 wissenschaftlicher Beirat Gordian Biotechnology[7]
  • 2020–2023 Chan Zuckerberg Initiative funded Seed Network for the Human Cell Atlas „A reference cell atlas of human liver diversity over a lifespan“[8]
  • seit 2020 DFG CRC 1425 ScarCare „Bestimmung der räumlich-zeitlichen Dynamik der Läsionsbildung auf Einzelzell-Ebene.“[9]
  • seit 2021 DFG Förderung „Gewebe-Nischen und zelluläre Interaktionen von ILCs in Mensch und Maus – eine Analyse in Einzelzell-Auflösung“ im Schwerpunktprogramm „Innate Lymphoid Cells“ (SPP 1937)[10]
  • seit 2022 BMBF Konsortium CureFib „Kartierung der Leberfibrose mit Einzelzellauflösung in Raum und Zeit - DLR Gesundheitsforschung“[11]
  • seit 2023 DFG CRC 1583 DECIDE „Decisions in Infectious Diseases“[12]
  • seit 2023 Koordinator BMBF Konsortium TissueNet „Deep learning of intra- and intercellular network dynamics during CAR-T cell therapy“[13]

Förderungen

  • 2004–2005 DAAD-Stipendium
  • 2016–2019 Forschungsstipendium der Behrens-Weise-Stiftung
  • 2018 ERC-Consolidator Grant[14]

Ehrungen und Auszeichnungen

  • 2020 GlaxoSmithKline Prize „Medizinische Grundlagenforschung“[15]
  • 2022 Clarivate Highly Cited Researcher[16]

Einzelnachweise

  1. van Oudenaarden Group. Hubrecht Institute, abgerufen am 1. Februar 2024 (amerikanisches Englisch).
  2. Labor Dominic Grün - Team. Max-Planck-Institut, abgerufen am 1. Februar 2024 (englisch).
  3. Struktur - Systemimmunologie Würzburg. Universität Würzburg, abgerufen am 12. Februar 2024.
  4. MeInBio members — Research Training Group „MeInBio“. Universität Freiburg, abgerufen am 12. Februar 2024 (englisch).
  5. Entschlüsselung der Differenzierungstrajektorien von T Zellen mit Einzelzellauflösung. In: DFG - GEPRIS. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 12. Februar 2024.
  6. Personen. In: CIBSS. Universität Freiburg, abgerufen am 12. Februar 2024.
  7. Company. „Advisory Council“. In: gordian.bio. Gordian Biotechnology, abgerufen am 15. Februar 2024 (englisch).
  8. A Reference Cell Atlas of Human Liver Diversity Over a Lifespan. In: Chan Zuckerberg Initiative. Abgerufen am 12. Februar 2024 (amerikanisches Englisch).
  9. Bestimmung der räumlich-zeitlichen Dynamik der Läsionsbildung auf Einzelzell-Ebene. In: DFG - GEPRIS. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 12. Februar 2024.
  10. Gewebe-Nischen und zelluläre Interaktionen von ILCs in Mensch und Maus - eine Analyse in Einzelzell-Auflösung. In: DFG - GEPRIS. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 12. Februar 2024.
  11. Kartierung der Leberfibrose mit Einzelzellauflösung in Raum und Zeit - DLR Gesundheitsforschung. Bundesministerium für Bildung und Forschung, abgerufen am 12. Februar 2024.
  12. Projektleiter in alphabetischer Reihenfolge. In: crc-decide.de. Abgerufen am 15. Februar 2024.
  13. TissueNet - Deep learning von intra- und interzellulärer Netzwerk Dynamik in der CAR-T Zelltherapie. Fördermaßnahme. Bundesministerium für Bildung und Forschung, abgerufen am 12. Februar 2024.
  14. List of Principal Investigators. In: ERC Consolidator Grants 2018. European Research council, 29. November 2018, abgerufen am 12. Februar 2024 (englisch).
  15. Wissenschaftspreise 2020. GSK Stiftung, abgerufen am 1. Februar 2024.
  16. Highly Cited Researchers 2023. In: Clarivate. Abgerufen am 12. Februar 2024 (englisch).
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