Eberhoferkrimi
Die Eberhoferkrimis sind eine Filmreihe, basierend auf den gleichnamigen Romanen von Rita Falk. Sie stammen ursprünglich aus der TV-Reihe Heimatkrimi. Nach dem Erfolg des ersten „Eberhofer“-Fernsehfilms „Dampfnudelblues“ 2013 ging das Projekt in Serie. Seit 2014 läuft jede Episode zunächst als Kinofilm, ehe sie ca. ein Jahr später im Fernsehprogramm des Ersten gezeigt wird.[1]
Handlung



Die Handlung dreht sich um den ehemaligen Kripobeamten Franz Eberhofer, der als Polizeihauptmeister in die niederbayerische Provinz strafversetzt wurde. Er lebt zusammen mit seinem Vater, einem Rentner-Hippie, auf dem Hof seiner schlauen, scheinbar schwerhörigen Großmutter in der fiktiven Gemeinde Niederkaltenkirchen. Als Sitz der nächsthöheren Polizeidienststelle und somit realer Bezugspunkt wird Landshut angegeben. Franz führt eine langjährige, aber immer wieder von Schwierigkeiten geprägte Beziehung mit der Gemeindesekretärin Susi. Bei seinen Ermittlungen wird Franz von seinem engen Freund Rudi Birkenberger unterstützt, der als ehemaliger Polizeibeamter versucht, sich mit verschiedenen Jobs im Sicherheitsgewerbe über Wasser zu halten.
Der Niederbayrische Ort Frontenhausen dient als Filmkulisse.
Hauptfiguren
- Franz Eberhofer
- Ein aus der Landeshauptstadt München strafversetzter Polizeihauptmeister. Er wohnt mit seinem Hund Ludwig, einem Berger de Picardie, auf dem Hof seiner Oma im umgebauten ehemaligen Schweinestall. Ludwig stirbt in Teil 7. Eberhofer zeigt misanthropische Tendenzen und oft mangelnde Impulskontrolle. Das äußert sich dadurch, dass er öfter seine Dienstwaffe zieht, auch im privaten Bereich. Als ein Verkäufer im Baumarkt seine Oma schubst, schlägt ihn Franz zu Boden und bedroht ihn mit der Waffe. Auch den Plattenspieler seines Vaters zerschießt er, als dieser bis tief in die Nacht laute Musik hört. Trotz einiger solcher Defizite verfügt er über eine hervorragende Kombinationsgabe. Seine Ernährung besteht zu großen Teilen aus Leberkäse und Bier, deshalb sind sowohl sein Cholesterinwert als auch sein BMI zu hoch. Mit Autoritäten, vor allem wenn diese weiblich sind, hat er im Allgemeinen Probleme. Die einzige Autorität, die er bedingungslos akzeptiert, ist die seiner Oma. Liiert ist er mit der Gemeindesekretärin Susi, mit der er am Anfang der Reihe eine On-Off-Beziehung geführt hat.
- Rudi Birkenberger
- Ein Ex-Kollege von Franz, der aus dem Polizeidienst entfernt wurde, nachdem er einem überführten Kinderschänder in die Hoden geschossen hatte, damit dieser nach der Entlassung aus dem Gefängnis nicht weiter seinen Trieben nachgehen kann, so wie er es angekündigt hatte. Nach dem Polizeidienst schlägt er sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv durchs Leben. Rudi lässt auch keine Gelegenheit aus, sich bei Familie Eberhofer bzw. bei Oma Eberhofer selbst zum Essen einzuladen. Das ist einerseits auf seine Gefräßigkeit, anderseits auf seine permanente Geldknappheit zurückzuführen. Bei den Fällen wird er manchmal von Franz hinzugezogen, meistens jedoch drängt er seine Mitarbeit ungefragt auf. Trotzdem ist er ein wertvoller Co-Ermittler für Franz, der wichtige Rechercheergebnisse zu den jeweiligen Fällen beisteuert. Er gehört neben Ignaz Flötzinger und dem Metzger Simmerl zu den wichtigsten Freunden von Franz Eberhofer.
- Ignaz Flötzinger
- Mit der Engländerin Mary verheiratet, mit der er drei Kinder hat, Ignatz-Fynn, Clara-Jane und Amy-Gertrud (ab Grießnockerlaffäre). In Teil 7 trennt sie sich von ihm und zieht mit den Kindern in ihre alte Heimat zurück. Seine Markenzeichen sind übergroße Brillen und eine Elvis-Tolle. Er betreibt einen kleinen Sanitärhandwerksbetrieb und wird von seinen Freunden meist als Heizungspfuscher bezeichnet. Seine Firma ist Trikotsponsor der Fußball-Kreisligamannschaft Rot-Weiß Niederkaltenkirchen. In den Filmen neigt er gerne zu Tagträumen, oftmals erotischer Natur. Auch mit den Gesetzen nimmt er es nicht so genau und tendiert manchmal zum Größenwahn. Er selbst nimmt sich als unwiderstehlichen Frauenhelden wahr, tatsächlich kann er das eine oder andere Mal einen Erfolg bei der Damenwelt verbuchen. Meist sind diese Damen eher schrulliger Natur und bringen ihn immer wieder in skurrile Situationen. Mit seinem getunten Mofa mit einer Höchstgeschwindigkeit von 127 km/h ist er unfreiwillig Mitglied bei den Dorfrockern Born Rebles (ihre Defizite in der Orthographie ergaben diese Schreibweise[2]). Als Beischl, der Präsident der Born Rebles, im Gefängnis sitzt, beginnt Ignaz ein Verhältnis mit dessen Frau, die er im Swingerclub kennenlernt, und kann sich nach Beischls vorzeitiger Entlassung nur wegen dessen Begriffstutzigkeit aus der pikanten Situation retten.
- Simmerl
- Betreibt eine Metzgerei in Niederkaltenkirchen und ist Franz’ unersetzlicher Lieferant für Leberkässemmeln. Seine Frau Gisela wirft ihn kurzzeitig aus dem Haus, als sie von seiner Affäre mit der Untermieterin erfährt, einem erotisch molligen Webcam-Model.[3] Simmerls Sohn Max, Stereotyp eines jugendlichen Draufgängers, beginnt in Teil 7 eine Polizeiausbildung bei Franz Eberhofer, stellt sich dabei jedoch immer wieder äußerst ungeschickt an.
- Oma Eberhofer
- Die eigentliche Chefin im Hause Eberhofer, die Franz und seinem Vater zeigt, wo es langgeht. Ihr Wort ist Gesetz im Haus. Sie stellt sich meist schwerhörig, hört aber erstaunlich vieles, das nicht für ihre Ohren bestimmt ist, und durchschaut jedes Spielchen ihrer männlichen Mitbewohner sofort. In Teil 7 lässt sie auf dem Grundstück ein Doppelhaus für die Familien von Franz und Leopold bauen, um klare Verhältnisse zu schaffen, was die Konflikte insbesondere zwischen Franz und Susi aber eher verschärft. Darüber hinaus hat die begabte Köchin eine sehr soziale Ader und nimmt jeden auf, der in irgendeiner Form Hilfe benötigt, Mensch oder Tier.
- Papa Eberhofer
- Ein Althippie und Spät-68er. Eigentlich baut er sein Cannabis nur für den Eigenbedarf an, verdient sich aber mit gelegentlichem Verkauf auch gerne ein paar Euro dazu. Mit Moratschek, dem Dienststellenleiter von Franz, pflegt er eine eigenartige Freundschaft, seit dieser sich eine Zeitlang im Hause Eberhofer verstecken musste. Als Persiflage eines 68ers stellt er sich aus Prinzip gegen jegliche wirtschaftliche Weiterentwicklung, unabhängig von Vernunftgründen – so verurteilt er beispielsweise auch das Doppelhausprojekt seiner Mutter als „Gentrifizierung“ und bringt die Bauarbeiten durch Hausbesetzung zum Erliegen.
- Susi Gmeinwieser
- Die Gemeindesekretärin führt mit Franz am Anfang der Filmreihe eine On-Off-Beziehung. Sie ist sehr bestimmend, stößt aber bei Franz immer wieder an ihre Grenzen und erliegt seinem rustikalen Charme. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Paul zieht sie für einige Zeit zu Franz auf den Hof, doch eine stabile Beziehung zwischen den beiden scheint nicht möglich. Sie geraten immer wieder aneinander, da Susi die Geborgenheit einer Familie sucht, während Franz sie zwar liebt, aber seine Unabhängigkeit nicht aufgeben will.
Nebenfiguren
- Leopold Eberhofer
- Bruder und genaues Gegenteil von Franz: Leopold ist spießig, rechthaberisch und im Allgemeinen sehr unbeliebt. Er ist mit der Thailänderin Panida verheiratet. Sie haben eine Tochter Uschi vulgo Sushi und einen Sohn.
- Dienststellenleiter Moratschek
- Der unmittelbare Vorgesetzte und Dienststellenleiter von Franz und in den ersten zwei Folgen im Rang eines Polizeihauptkommissars. Ab der vierten Folge trägt er die Schulterklappen eines Polizeioberkommissars. Franz macht ihm das Leben durch seine eigenwilligen Aktionen und übermäßigen Alkoholgenuss oft sehr schwer. Trotzdem steht er, soweit er kann, in den meisten Fällen hinter Franz. Als er in der Folge Schweinskopf al dente von einem Psychopathen bedroht wird, taucht er bei Franz unter. Dort verbrüdert er sich, zum Entsetzen von Franz, mit dessen Hippie-Vater. Die beiden konsumieren fast dauernd Cannabis und Rotwein und hören dazu bis tief in die Nacht psychedelische Musik.
- Bürgermeister
Sein Vorname Bernd wird im 5. Teil Sauerkrautkoma genannt. Sein Nachname ist Gassner und steht in Sauerkrautkoma auf einem großen Wahlplakat am Baugerüst der Kirche, in der Susi und Franz heiraten sollen. Wie bei Moratschek, eckt Franz regelmäßig auch beim Bürgermeister an. Da Franz aber alle ihm übertragenen Fälle löst, drückt er immer wieder ein Auge zu bzw. sieht wissentlich weg. Zum Erreichen seiner Ziele agiert er teilweise im juristischen Grenzbereich. Seine Zimmernummer im Rathaus ist A10.
- Max Simmerl
- Der Sohn des Metzgers Simmerl. Max betätigt sich bei der Sicherheitswacht, die an die Polizeidienststelle Niederkaltenkirchen angegliedert ist. Somit ist er direkt Franz unterstellt. Trotz seiner Uniform wird er von den meisten Einwohnern nicht ernst genommen.
- Kneipenwirt Wolfinger (Wolfi)
- Im Wirtshaus Wolfinger treffen sich Franz, Simmerl und Flötzinger regelmäßig. In der Regel enden diese Besuche im Vollrausch aller Beteiligten. Auch mit der Sperrstunde nimmt es Wolfi nicht so genau. Wolfinger gehört zum erweiterten Freundeskreis von Franz.
- Gerichtsmediziner Günter
- Der Pathologe hat eine spezielle Art und empfindet besonders für Rudi eine Art Hassliebe: Obwohl er diesen zeitweise herablassend behandelt, bewundert er ihn insgeheim für die Aktion mit dem Kinderschänder, die Rudi den Beamtenstatus gekostet hat. In seiner Abwesenheit wird er von Rudi Leichenfledderer genannt.
- Dr. Brunnermeier
- Der Landarzt wird von Stefan Betz gespielt, der mitunter auch für die Drehbücher der Eberhoferkrimis verantwortlich ist. Er trägt meist eine grüne Barbour-Jacke und wird immer zur Erstbegutachtung einer Leiche dazugerufen. Als Franz einen Kollaps erleidet, untersucht er ihn und bescheinigt Franz die Fitnessparameter eines 70-Jährigen. Er setzt Franz gegen dessen Willen auf Diät. Nebenbei betätigt er sich noch mit mäßigem Erfolg als Paartherapeut. Die Paartherapeutenausbildung absolvierte er durch eine Online-Fortbildung. Da er diese erst letztes Jahr absolvierte, ist er, laut eigener Aussage, auf dem neusten Stand der Paartherapie.
- Die Fußballer Kurt und Buengo
- Kurt (Frederic Linkemann) ist der Torwart und Buengo (Castro Dokyi Affum) der Starstürmer der Kreisligamannschaft Rot-Weiß Niederkaltenkirchen. Die beiden treiben außerhalb des Fußballplatzes – meist im betrunkenen oder bekifften Zustand – allerlei Unsinn. Buengo ist aufgrund seiner fußballerischen Leistung in der Dorfgemeinschaft sehr beliebt, außer bei seinen direkten Nachbarn. Diese gehören tendenziell zum Subproletariat mit niedrigem Bildungsniveau. Von diesen wird er herablassend als Neger bezeichnet. Im neunten Teil, Rehragout-Rendezvous, arbeitet Buengo als Fahrlehrer.
- Kommissarin Elisabeth Mayerhofer
- Eine Kommissarin, die eine Dienststelle in München leitet. Von Franz und seinen Freunden wird sie in Anspielung auf die gleichnamige Band „Thin Lizzy“ genannt; ihren tatsächlichen Nachnamen kann (oder will) sich Eberhofer nicht merken und spricht sie regelmäßig mit „Frau Dings“ an. Sie ist Feministin und reagiert entsprechend empfindlich auf Eberhofers von ihr als toxisch empfundene Männlichkeit. Gespielt wird sie von Nora Waldstätten.
Filmübersicht
| Nr. | Erstveröffentlichung | Film | Regie | Drehbuch | |
|---|---|---|---|---|---|
| Kino | TV | ||||
| 1 | 1. Aug. 2013 | 5. Dez. 2013 | Dampfnudelblues | Ed Herzog | Christian Zübert |
| 2 | 16. Okt. 2014 | 25. Juli 2016 | Winterkartoffelknödel | Ed Herzog | Sascha Bigler, Ed Herzog, Kerstin Schmidbauer |
| 3 | 11. Aug. 2016 | 26. Juli 2017 | Schweinskopf al dente | Ed Herzog | Stefan Betz |
| 4 | 3. Aug. 2017 | 6. Aug. 2018 | Grießnockerlaffäre | Ed Herzog | Stefan Betz |
| 5 | 9. Aug. 2018 | 19. Aug. 2019 | Sauerkrautkoma | Ed Herzog | Stefan Betz |
| 6 | 1. Aug. 2019 | 3. Aug. 2020 | Leberkäsjunkie | Ed Herzog | Stefan Betz, Ed Herzog |
| 7 | 5. Aug. 2021[4] | 8. Aug. 2022[5] | Kaiserschmarrndrama | Ed Herzog | Stefan Betz, Ed Herzog |
| 8 | 4. Aug. 2022[6] | 7. Aug. 2023[7] | Guglhupfgeschwader | Ed Herzog | Stefan Betz, Ed Herzog |
| 9 | 10. Aug. 2023[8] | – | Rehragout-Rendezvous | Ed Herzog | Stefan Betz, Ed Herzog |
Trivia
- Eberhofers Dienstwagen ist ein Audi 80 B2. Aufgrund seines Alters wird der Wagen vom Dienststellenleiter Moratschek als „Polizeiinspektion-1-Gedächtniskarren“ verspottet.
- Franz Eberhofer raucht selbstgedrehte Zigaretten der fiktiven Marke „Delilah“. Vom Design eine Anspielung auf den tatsächlich existierenden Drehtabak Samson; in der biblischen Erzählung des Helden Samson ist Delila dessen Frau.
- In jeder Folge wird das Durchfahren eines Kreisverkehrs nördlich von Frontenhausen gezeigt, oft geschehen dort auch handlungstragende Ereignisse. Der Kreisel trägt mittlerweile real den Namen Franz-Eberhofer-Kreisel.
- Ein Wildschweineber des Wildparks Waldhaus Mehlmeisel wurde nach einer Zuschauerumfrage in Eberhofer umbenannt. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sollte der vorherige Name Putin geändert werden.[9]
- Im Büro von Franz Eberhofer ist immer wieder ein Poster der deutschen Hardrock-Band Rev(O)lver aus Franken zu sehen.
Weblinks
- Eberhoferkrimi bei Fernsehserien.de
- Heimatkrimis beim Bayerischen Rundfunk (Memento vom 2. März 2015 im Internet Archive)
- Filmkulisse „Niederkaltenkirchen“ (PDF)
Einzelnachweise
- Zehn Jahre Eberhofer: Sebastian Bezzel und Simon Schwarz ziehen Bilanz. In: WEB.DE. 9. August 2023, abgerufen am 12. August 2023.
- Constantin Film: KAISERSCHMARRNDRAMA - offizieller Trailer auf YouTube, 8. Oktober 2020, abgerufen am 25. Februar 2024 (Laufzeit: 2:37 min).
- DrWoodyHanf: Eberhofer - Gisela auf YouTube, 15. Januar 2022, abgerufen am 25. Februar 2024 (Laufzeit: 0:39 min).
- Südwest Presse Online-Dienste GmbH: Kaiserschmarrndrama: Kinostart, Trailer, Handlung – Der nächste Eberhofer-Krimi kommt. 29. Oktober 2020, abgerufen am 20. Januar 2021.
- DasErste.de: Kaiserschmarrndrama - Sommerkino im Ersten. Abgerufen am 8. August 2022.
- Nachricht aus dem All: Der FFF fördert 36 neue Projekte für das Kino mit 6,3 Mio. Euro | filmportal.de. Abgerufen am 1. Mai 2022.
- DasErste.de: Guglhupfgeschwader - Sommerkino im Ersten. Abgerufen am 11. Juli 2023.
- Maike Karr: "Rehragout Rendezvous": Eberhofers nächster Streich! film.at, 16. November 2022
- Süddeutsche Zeitung: Wildpark Waldhaus Mehlmeisel: Aus „Putin“ wird „Eberhofer“. 12. April 2022, abgerufen am 21. Juli 2023.