Eduard Horak

Eduard Horak (* 22. April 1838 in Holitz, Königgrätzer Kreis, Königreich Böhmen; † 16. Dezember 1892[1] in Riva del Garda) war ein böhmisch-österreichischer Klavierpädagoge und Begründer einer privaten Musikschule in Wien.

Leben

Eduard Horak war katholisch. Seine Eltern waren der Hauptschullehrer Josef Horak und Magdalena Vojteck. 1868 heiratete er in Wien Marie Clotilde Majer (* 5. Februar 1840 in Galizien, Kreis Neu Sandec).[2] Sein Bruder Adolf (* 15. Februar 1850 in Jankowitz, Mähren) war ebenfalls Pianist und Klavierpädagoge. Eduard besuchte eine Realschule in Prag und studierte Musik in Königsgrätz und Wien. Er starb 1892 (nach anderen Angaben 1983) in seinem Haus am Gardasee an chronischer Encephalitis.

Werk

Horak gründete ab 1867 in Wien mit seinem Bruder Adolf die „Eduard Horak’schen Clavier-, Orgel- und Gesangsschulen“:

  • 1867: Wieden, Margarethenstraße 24, ab 1870 Heumühlgasse 4, ab 1875 Pressgasse 19, ab 1889 Margarethenstraße 19
  • 1872: Mariahilf, Mariahilferstraße 97, ab 1881 Zollergasse 6
  • 1873: Leopoldstadt, Asperngasse 1
  • 1880: Innere Stadt, Tiefer Graben 3

Weiterhin begründete er auch Zweiginstitute in Baden und Bad Vöslau. 1940 wurden die Horak’schen Schulen in Wien in den Rang von Konservatorien erhoben und 1979 in Franz Schubert Konservatorium umbenannt.

Sein Unterrichtskonzept wurde durch die Werke von Pestalozzi und Diesterweg geprägt. Er vertrat die Sicht, dass Instrumentalunterricht nicht „Dressur“ sein solle, sondern ein gemeinschaftliches Projekt zur „Menschbildung“, bei dem dieser lerne, „nicht nur sich selbst, sondern anderen zuzuhören“[3] Zahlreiche später bekannte Musiker begannen in seinen Schulen ihre Ausbildung.

Horak verfasste mehrere Schriften über Klavierpädagogik und komponierte Werke für Klavier:

Schriften (Auswahl)

  • Heilmittel gegen die Clavierepidemie, Wien 1885
  • Musikalische Regeln für Eltern und Erzieher, Wien 1889
  • Drill oder Erziehung, Wien 1890

Kompositionen

  • Capriccio, Op. 8, E-Dur, ohne Angaben
  • Octaven-Etüde für Pianoforte, Es-Dur, ohne Angaben
  • Der Übermuth - ein Characterstück für Pianoforte, Op.10, G-Dur, Verlag Gutmann, Wien 1875
  • Rondo brillant, F-Dur, Verlag Gutmann, Wien 1875

Unterrichtswerke für Klavier

  • Klavierschule vom ersten Anfang bis zur Mittelstufe, Bd. 1 und 2, Verlag Tonger, Köln 1876
  • Kinderclavierschule, Verlag Breitkopf und Härtel, Leipzig 1881
  • Introduction zur Kunst des Clavierspiels, eingerichtet von Eduard Horak. 50 Vortragsstudien, Verlag Krämer, Wien, ohne Jahresangabe

Literatur

Einzelnachweise

  1. Datum laut Sterberegister der Comune di Riva del Garda, Band IX, S. 173, sowie Nachruf in Neues Wiener Tagblatt vom 8. Dezember 1892. In der Sekundärliteratur wird jedoch meist das Datum 16. Dezember 1893 genannt.
  2. Trauungsbuch der Stadt Wien, St. Augustin, 1865–1874
  3. in: Franz Brixel, Festschrift zum Jubiläum des zwanzigjährigen Bestandes der Horak’schen Clavierschule 1886–87, S. 4
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. Additional terms may apply for the media files.