Elisabeth Müller (NS-Opfer)

Elisabeth Müller (* 15. März 1875 in Winningen; † 25. März 1945 in Auschwitz) war eine deutsche, im Nationalsozialismus verfolgte Lehrerin.

Stolperstein

Leben

Elisabeth Müller wurde 1875 als ältestes der sieben Kinder von Adolph und Caroline Müller geboren. Adolph Müller war von 1873 bis 1912 Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde in Winningen. Elisabeth Müller besuchte zunächst die Evangelische Höhere Mädchenschule in Koblenz, bestand 1893 das Lehrerinnenexamen an der Lehrerinnenbildungsanstalt in Koblenz und war danach Volksschullehrerin in Winningen. Später zog sie zu ihrer Patentante nach Köln und begann nach deren Tod 1909 eine Weltreise. Anfang der 30er Jahre wohnte sie wieder in Winningen und engagierte sie sich dort im evangelischen Frauen- und Jungfrauenverein.

Verfolgung

Nach eigener Aussage entwickelte Elisabeth Müller sich aufgrund der gegen die christlichen Kirchen gerichteten Politik der NSDAP zu einer Gegnerin des Nationalsozialismus. Bei der Reichstagswahl 1938 stimmte sie gegen die nationalsozialistische Einheitsliste und gegen die Wiedervereinigung mit Österreich. Infolgedessen wurde sie beschimpft, überwacht und in der Berufsausübung eingeschränkt. Nachdem sie im Juli 1941 in einem Brief „In Köln waren ja Hungerrevolten. Es gab Erschießungen und Verhaftungen.“ schrieb, wurde sie im Oktober von der Gestapo in Schutzhaft genommen. Im Mai 1942 wurde sie von einem Sondergericht in Koblenz zu acht Monaten Haft wegen Verstoßes gegen das Heimtückegesetz verurteilt. Nach Verbüßen der Haftstrafe wurde sie wieder an die Gestapo überstellt und im September ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. Zum 1. Mai 1943 hängte man am Maibaum in Winningen eine Strohpupe, die Elisabeth Müller darstellten sollte, auf und verbrannte diese. 1944 wurde sie zunächst nach Lublin und später nach Auschwitz verlegt. Zwei Monate nach der Befreiung des Lagers starb sie an den Folgen der Haft.

Ehrungen

Im Oktober 2020 wurde ihr ein Stolperstein vor dem evangelischen Pfarrhaus in Winningen gewidmet.

Belege

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