Emil Schumacher (Heimatforscher)
Emil Schumacher (* 1940 in Heidelberg; † 15. April 2022) war ein deutscher Heimatforscher.
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Werdegang
Schumacher wuchs im Sinsheimer Ortsteil Rohrbach auf und befasste sich zeitlebens mit Orts- und Familiengeschichte. Er war von 1991 bis 2013 Vorsitzender des Arbeitskreises Genealogie im Heimatverein Kraichgau und transkribierte mit Helfern aus der Bürgerschaft die Kirchenbücher aus insgesamt 14 Orten aus Sinsheim und Umgebung, um sie für die Forschung verfügbar zu machen. Unter anderem erschloss er die Kirchenbücher der zeitweilig zum Fürstentum Leiningen zählenden Orte des alten Landkreises Sinsheim im Archiv in Amorbach.
Außerdem leitete er von 1994 bis 1996 die vom Heimatverein Kraichgau durchgeführte Erforschung der Geschichte des Adelsgeschlechts derer von Venningen, die in der Veröffentlichung zweier voluminöser Bände mündete. Darüber hinaus war Schumacher Verfasser zahlreicher Beiträge für das Jahrbuch Kraichgau,[1] die von der Rhein-Neckar-Zeitung herausgegebene Zeitschrift Unser Land sowie die Sinsheimer Hefte. Weitere Schriften veröffentlichte er im Selbstverlag.
Schließlich arbeitete Schumacher bei einer Reihe von Transkriptionsprojekten mit. Dazu gehören entsprechende Arbeiten zur Geschichte der Juden im Kraichgau,[2] zum Einwohner- und Besitzverzeichnis der Orte des Ritterkantons Kraichgau von 1687 sowie an der für 2018 als Buch geplanten Veröffentlichung einer Liste der Kraichgauer Teilnehmer an den napoleonischen Kriegen. 2015 veröffentlichte er eine Broschüre über die Auswirkungen des Ausbruchs des indonesischen Vulkans Tambora auf den Kraichgau. 2020 schließlich publizierte er in Kraichgau[3] einen Beitrag über einen Rohrbacher Auswanderer namens Benjamin Eby († 1853). Der Urenkel eines aus der Schweiz eingewanderten Mennoniten war 1807 von Pennsylvania, wohin er ausgewandert war, nach Oberkanada gegangen. Dort gründete er als Bischof die Stadt Kitchener in Ontario.[4]
Schumacher wurde mit der Verdienstmedaille der Stadt Sinsheim, 2005 mit der Karl-Wilhelmi-Ehrenmünze der Stadt Sinsheim, mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege des Regierungsbezirks Karlsruhe und schließlich 2021 mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet, die die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer überreichte.[5]
Literatur
- Bernd Röcker: Emil Schumacher zum 80. Geburtstag, in: Kraichgau 25, 2018, S. 288–289. (online, PDF)
- Emil Schumacher für langjähriges Engagement ausgezeichnet, in: Kompass des Kraichgaus 4/2021, Titelseite u. S. 4.
Weblinks
- Verdiente Bürgerinnen und Bürger mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet bei rp.baden-wuerttemberg.de (Pressemitteilung, 13.09.2021)
- Emil Schumacher bei leo-bw.de
Anmerkungen
- Heimatverein Kraichgau 1972–2022: Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung (Inhaltsverzeichnis, passim).
- Monika Preuß: Geschichte der Juden im Kraichgau, Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland.
- Emil Schumacher: Ein Rohrbacher Auswanderer nach Pennsylvania und sein Urenkel Benjamin Eby, ein Pionier in Kanada, in: Kraichgau, Jahrgang 26, 2020, S. 327–334.
- W. V. (Ben) Uttley: A History of Kitchener, Ontario, Wilfrid Laurier University Press, Waterloo 1975, S. 21 f.
- Emil Schumacher für langjähriges Engagement ausgezeichnet. Heimatmedaille Baden-Württemberg, in: Kompaß des Kraichgaus, 4, 2021.