Foinaven
Der Foinaven (Schottisch-gälisch Foinne Bheinn und auch Ganu Mòr [] und []) ist ein 911 Meter hoher Berg in Sutherland in der Nordwestecke Schottlands. Er bildet Teil der Highlands und wird zum Massiv des Ben Klibreck gerechnet.
| Foinaven
Foinne Bheinn | ||
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Blick vom Arkle nach Norden zum Foinaven, dem höchsten Berg am Ostrand des Rhiconich-Terrans, und zu den Hügeln am Cape Wrath | ||
| Höhe | 911 m ASL | |
| Lage | Highlands, Schottland | |
| Gebirge | Northwest Highlands, Massiv des Ben Klibreck | |
| Dominanz | 16 km → Ben Hope | |
| Schartenhöhe | 911 m | |
| Koordinaten | 58° 24′ 44″ N, 4° 53′ 10″ W | |
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| Gestein | Quarzit, Gneis | |
| Alter des Gesteins | Kambrium und Präkambrium | |
Etymologie
Das Schottisch-Gälische Foinne Bheinn kann mit Warzenberg wiedergegeben werden. Das Substantiv bheinn, bzw. beinn, oft auch nur ben, bedeutet Berg. Foinne, abgeleitet vom Altirischen faithne, ist eine Warze oder Tumor. Ganu Mòr als Bezeichnung des Hauptgipfels lässt sich als großer Keil übersetzen (mit mòr=groß, altirisch mór, und ganu=Keil).
Geographie
Der höchste Punkt des Berges trägt den Namen Ganu Mòr. Auf ihm befinden sich zwei Cairns. Über einen geschwungenen Nordgrat geht es hinüber zum Nordgipfel Ceann Garbh (902 Meter). Vom Hauptgipfel zieht der Südostgrat dann zum Mittelgipfel A’ Cheir Gorm (869 Meter), zur Felsnadel Lord Reay's Seat (816 Meter) und weiter zum Südgipfel An T-Sail Mhor bzw. Creag Dionard (778 Meter). Weiter gen Südosten folgt dann der Creagan Meall Horn (731 Meter), der aber bereits als eigenständiger Gipfel anzusehehen ist.
Der nächste, etwas niedrigere Nachbar des Foinavens ist der 4,8 Kilometer weiter südwärts gelegene Arkle (787 Meter). Etwas höher als der Arkle ist der im Nordwesten liegende Cranstackie (801 Meter).
Ursprünglich wurde der Foinaven als Munro eingestuft, eine genaue Messung im Jahr 2007 ergab jedoch, dass der Berg die geforderten 914,4 Meter (3000 Fuß) um 3,7 Meter verfehlt.[1] Der Foinaven wird aber als Marilyn und als Corbett eingestuft.
Die nächstgelegene Ortschaft ist Rhiconich 6 Kilometer im Westnordwesten. Zum etwas näher gelegenen Gualin House an der A 838 im Nordnordwesten sind es 5,8 Kilometer. Polla im Nordosten liegt 8,3 Kilometer entfernt (Angaben in Luftlinie).
Der Foinaven sticht ins Auge durch seine keilförmige, nach Nordwest-Südost ausgelängte Gestalt, die einen wunderschönen langen, relativ schmalen Grat aus Quarzit aufweist und dessen Flanken von Schuttreißen aus ebenfalls Quarzit überdeckt sind. Auf seiner Ostseite besitzt der Berg recht große Corries.
Das Foinaven-Massiv misst in seiner Längserstreckung in Nordnordwest-Südsüdost-Richtung von der Nordspitze am Ceann Garbh bis Bealach Horn 6 Kilometer. Seine Breite beträgt etwas über 3 Kilometer. Das Massiv ist asymmetrisch aufgebaut, da der Gipfelgrat entlang seiner Westseite verläuft und hier relativ steil nach Westen abbricht. Die flacher abfallende Ostseite ist ganz anders organisiert – so ziehen vom Gipfelgrat aus 4 Gratsysteme nach Ostnordosten, dazwischen liegen drei Corries – mit Allt Coire Duail im Norden, Allt a’ Mhadaidh in der Mitte und Allt Coire na Lurgainn im Süden. Insbesondere der vom Mittelgipfel A’ Cheir Gorm herabziehende Grat ist sehr scharf und markant und wird beiderseits von glazialen Karen begleitet. Die Corries entwässern alle in Richtung Srath Dionard. Das abschließende südliche Gratsystem leitet hinüber zum Creag Urbhard, der steil über dem Loch Dionard aufragt und in seiner Nordostflanke hervorragende Duplexaufschlüsse vorzuweisen hat.
Geologie
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Wie viele der monolithischen Berge in der näheren Umgebung liegt auch der Foinaven innerhalb des Überschiebungsgürtels der Moine Thrust. Er baut sich aus ineinander verschuppten Lagen aus kambrischem Quarzit auf, welche das Grundgebirge aus Gneisen des Lewisians diskordant überlagern. Die Gneise sind wesentlich älter und gehen möglicherweise bis ins Neoarchaikum zurück. Die den Berg bedeckenden, sehr resistenten Quarzite bewahrten den Berg vor vollkommener Abtragung.
Die Moine Thrust hebt unmittelbar vor dem Südpipfel ansteigend gegen Nordwest aus. Deswegen ist auch der Creagan Meall Horn bereits aus Gesteinen der Moine Supergroup aufgebaut. Am Südgipfel steht die An-t-Sròn-Formation der Ardvreck Group an. Darunter folgt das bis zu 500 Meter mächtige Pipe Rock Member der Eriboll-Formation, das durch engständige Duplexbildung stark in seiner Mächtigkeit erhöht ist. Die Duplexe innerhalb des Pipe Rock Members sind alle nach Nordwesten geneigt und gehen von einer Basisüberschiebungsfläche (Englisch sole thrust) aus, welche ebenfalls gegen Nordwest ansteigt. Darunter liegt das Basal Quartzite Member der Eriboll-Formation über Gneisen des Lewisians.[2]
Die unterhalb der Moine Thrust verlaufende Basisüberschiebung setzt am A’ Cheir Gorm ein und folgt dann immer etwas oberhalb der Diskordanz gelegen derselben weiter in Richtung Südsüdost. Der Nordgipfel Ceann Garbh besteht jedoch im Unterschied zu den anderen Gipfeln des Grats bereits aus Gneisen des Lewisians, die hier im Srath-Dionard-Antiklinorium bereits in recht großer Höhe kulminieren.
R. W. H. Butler (2004) hat das Foinaven-Massiv neu bearbeitet und kommt zu wesentlich komplexeren Ergebnissen. Erstens sind die individuellen Duplexe nicht auf das Pipe-Rock-Member beschränkt, sondern erfassen sehr wohl auch das Basal Quartzite Member. Sodann ist ihre Anzahl wesentlich höher als von Elliott und Johnson (1980) dargestellt (so können allein am Profil durch den Creag Urbhard 15 hintereinanderliegende Duplexe auskartiert werden). Auch ihr Einfallswinkel ist variabel und zeigt Versteilung, vor allen Dingen im rückwärtigen Bereich.[3]
Eingemessene Strecklineare im Lewisian und in der Moine Supergroup fallen zum überwiegenden Teil leicht nach Ostsüdost (N 110) ein und verweisen somit als Richtung des Deckentransports unter geringer Heraushebung auf Westnordwest (N 290). Es besteht aber auch eine leichte Torsion des Deckentransports bis in Richtung Nordnordwest (N 340). Die Decke wurde daher gleichzeitig in ihrem westlichen Vorstoß seitlich etwas verdreht.
Zugang

Der Zugang zum Foinaven erfolgt gewöhnlich vom Gualin House an der A 838 im Nordnordwesten. Die Route folgt anfangs dem Tal des Srath Dionard nach Südosten. Nach 6,5 Kilometer geht es weglos nach rechts hoch am Tal Allt Coire Duail entlang, links unterhalb des Cnoc A’Mhadaidh (594 Meter) vorbei und schließlich über Bealach nan Càrn hinauf zum Ceann Garbh. Vom Gipfel des Ceann Garbhs kann dann über einen geschwungenen Grat der Hauptgipfel Ganu Mòr erreicht werden. Der Rückweg erfolgt entweder über dieselbe Route oder über einen weglosen Abstieg entlang der Nordwestseite des Ceann Garbhs und weglos zurück zur A 838. Alternativ kann auch eine Überschreitung des gesamten Südostgrats ins Auge gefasst werden. Vom Südende des Südostgrats erfolgt der Abstieg dann entweder nach Osten zum Oberlauf des Srath Dionards oder nach Südwesten zum Loch Stack. Die jeweiligen Abstiege können natürlich auch als Aufstiegsrouten gewählt werden.
Siehe auch

- Ardvreck Group
- Cranstackie
- Durness Group
- Arkle
- Lewisian
- Moine Thrust
- Rhiconich-Terran
Weblinks
Einzelnachweise
- BBC News: "Hill does not measure up to Munro". 2007.
- D. Elliott und M. R. W. Johnson: Structural evolution in the northern part of the Moine thrust Zone, NW Scotland. In: Transactions of the Royal Society, Edinburgh. Band 71, 1980, S. 69–96.
- R. W. H. Butler: The nature of ‘roof thrusts’ in the Moine Thrust Belt, NW Scotland: implications for the structural evolution of thrust belts. In: Journal of the Geological Society, London. Vol. 161, 2004, S. 1–11.
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