Georg Friedrich Harms

Georg Friedrich Harms (* 2. November 1811 in Lübeck; † 4. Mai 1892 ebenda) war Senator der Hansestadt Lübeck.

Senator Georg Friedrich Harms
Wappenscheibe Georg Friedrich Harms im Heiligen-Geist-Hospital (Lübeck)

Leben

Georg Friedrich Harms war ein Sohn des Küfer-Baas und Weinhändlers Lorenz Harms (1780–1850) und dessen Frau Maria Catharina Henriette, geb. Heyke, einer Tochter des Weinhändlers Heinrich Heyke. Heyke betrieb seit 1774 eine Weinhandlung, in die Lorenz Harms 1809 als Teilhaber eintrat. Zusammen mit seinem Schwager Daniel Heinrich Heyke betrieb er den Weinhandel unter der Firma Heyke & Harms. Zum 1. Januar 1835 nahm sein Vater Georg Friedrich Harms zusammen mit seinem Bruder Heinrich als Teilhaber der Weinhandlung auf. Das sein Hauptabsatzgebiet in den skandinavischen Ländern habende Unternehmen firmierte nun als Lorenz Harms & Söhne. Im gleichen Jahr trat Harms den Schonenfahrerkollegium bei.

Mit der Berufung in die Handelskammer wurde seine Leistung, Georg Friedrich Harms führte die Weinhandlung zur Blüte, zollte man ihm, der bereits früher dem Finanzdepartement angehört hatte, 1857 Anerkennung. Bis zu seiner Wahl in Lübecker Bürgerschaft vertrat Harms in Lübeck als Konsul die Interessen des Königreichs Württemberg und wurde umgehend in den Bürgerausschuss gewählt. Alle solche Stellungen legte er nieder, als er am 24. April 1865 als Nachfolger Ludwig Müllers in den Senat berufen wurde. Von 1866 bis 1892 gehörte er der Militärkommission der Stadt an, seit 1873 als deren Präses. Weiter war Harms in der Rechnungsrevisionsdeputation (1866–1889) und in der Senatskommission für kirchliche Angelegenheit (1868–1889) tätig. Von 1878 bis 1892 war er Vorsteher des Heiligengeisthospitals. in seinem Todesjahr 1892 war er nach dem Bürgermeister Heinrich Theodor Behn (Senator seit 1858) der dienstälteste Senator.

Er war seit Mai 1850 verheiratet mit der 20 Jahre jüngeren Emma Wilhelmine, geb. Buck. Das Paar hatte sieben Kinder, drei Söhne und vier Töchter. Die Familie bewohnte das Haus Fleischhauerstraße 18[1] (heute 20) an der Ecke zur Königstraße, das „fast ein Menschenalter hindurch der Mittelpunkt froher und anregender Geselligkeit“ war.[2] 1908 wurde es durch ein Verwaltungsgebäude des Finanzamts ersetzt.

Nachdem Harms noch am vorhergehenden Samstag an einer Senatssitzung teilnahm, verstarb der 82-Jährige nach kurzer Krankheit und wurde im noch heute erhaltenem Familiengrab auf dem Friedhof im städtischen St. Lorenz beigesetzt.

Literatur

Trivia

Nach dem Tod von Senator Mann am 13. Oktober 1891 wurden Konsul Fehling und der Weinhändler Krafft Tesdorpf zu Vormündern seiner fünf hinterlassenen Kinder bestellt.

Thomas Mann war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. In seinem Roman Die Buddenbrooks (1901), wofür er später den Nobelpreis erhielt, begegnen wir Georg Friedrich (Fritz) Harms als Senator James Möllendorpf.[3]

Einzelnachweise

  1. Adressbuch 1892
  2. Emil Ferdinand Fehling: Zur Lübeckischen Ratslinie 1814–1914, Max Schmidt, Lübeck 1915. Commons Digitalisat, S. 41
  3. Buddenbrooks - Klarnamenverzeichnis
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