Geschichte von Rheinbach
Die Geschichte von Rheinbach reicht in die römische Zeit bis etwa 55 v. Chr. zurück. Die erste urkundliche Erwähnung von Rheinbach erfolgte am 13. August 762.
Ortsname
Wahrscheinlich ist der Ortsname Rheinbach aus „Reginbach“ entstanden. Wobei der erste Teil des Namens sich vermutlich von dem althochdeutschen Wort „regan“ = Regen ableiten könnte, so dass mit dem späteren Ortsnamen wohl zunächst ein Bach bezeichnet wurde, der nur bei Regen ausreichend Wasser führte.
Römische Zeit (55 v. Chr. – 5./6. Jh. n. Chr.)
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Die Gegend um Rheinbach diente im Hinterland des Bonner Legionslagers, der Versorgung stationärer Truppen. Im heutigen Stadtgebiet sind viele römische Gutshöfe, sogenannte villae rusticae, nachgewiesen. Kleine Abzweigungen der römischen Fernstraßen Trier-Köln durchquerten das Siedlungsgebiet in Richtung Bonn. Eine Verbindung verlief von Bonn über Flerzheim durch den heutigen Rheinbacher Stadtwald in Höhe der im 17. Jahrhundert errichteten Waldkapelle Rheinbach.
Eine Trinkwasserleitung aus der Eifel bis nach Köln, bekannt als Römerkanal, durchquerte mit der Aquäduktbrücke über die Swist die Gemarkung Rheinbachs. Einige geborgene Teilstücke sind heute als Kulturdenkmale in der Stadt aufgestellt, so z. B. an der Pützstraße ein Teilstück, das aus Mechernich-Breitenbenden stammt, und am Kreisel Aachener Straße ein Teilstück, das in Rheinbach geborgen wurde und dessen Sohle und Wangen aus römischem Stampfbeton besteht. Die Wasserleitung verlief in Rheinbach unter der heutigen Münstereifeler Straße und der Bahnhofstraße.
Auf dem Tomberg und dem Speckelberg standen wahrscheinlich militärische Aussichtsposten.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 55 v. Chr. | Römer erscheinen 55 v. Chr. am Rhein; Landstrich um Rheinbach liegt in der Provinz germania inferior. |
| um 275 | Vernichtende Germaneneinfälle. Zerstörung der meisten Siedlungen; das rechtsrheinische Gebiet ist für Rom verloren. |
| 455 | Fränkische Besetzung von Köln. Ende der Römerherrschaft in Rheinbach. |
Vorstädtische Zeit / Prümer Zeit (762–1178)
In Karolingischer Zeit war die Abtei Prüm alleiniger Grundherr in Rheinbach. Die erste Erwähnung der Ansiedlung als Reginbach erfolgte am 13. August 762[1], als der fränkische König Pippin und seine Frau Bertrada der Abtei Prüm Ländereien im Umfeld der heutigen Stadt Rheinbach schenkten.[2] Als die Abtei Prüm 892 von marodierenden Wikingern überfallen, ausgeraubt und alle Unterlagen angezündet wurden, ließ der Abt im Folgejahr ein Verzeichnis der Güter der Abtei erstellen. Dieses Prümer Urbar führt für Rheinbach (dort Rembahc genannt) fast 50 Bauernstellen im Besitz der Abtei auf und weist sie damit als größten Grundherrn der Region aus.[3]
Der Siedlungsraum Rheinbach entstand während des frühfränkischen Siedlungsausbaus im 7. Jahrhundert und war zu dieser Zeit ist im Besitz des fränkischen Hochadels (Hugobert-Irmina-Sippe). Ein fränkisches Königsgut ist in Flamersheim nachgewiesen.
Die Ortsbezeichnung „Rheinbach“ meinte noch keine geschlossene Siedlung, sondern einen Landstrich mit lockeren Ansammlungen von Höfen. Durch die Aachen-Frankfurter Heerstraße ergabt sich ein Kreuzungspunkt mit Abzweig der Römerstraße Trier–Köln nach Bonn.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 13. August 762 | Erste urkundliche Erwähnung Rheinbachs als villa reginbach im Ripuariergau. König Pippin schenkt dem Kloster Prüm Güter in Rheinbach. In der Folgezeit erscheinen die Ortsnamen Flerzheim (804), Wormersdorf (832), Oberdrees und Sürst (856), Niederdrees (1260), Todenfeld (893), Ramershoven (1095), Neukirchen (1174) sowie Hilberath (1274). |
| 893 | Im Einkünfteverzeichnis des Klosters Prüm (Prümer Urbar) wird Rheinbach als Rembahc genannt. |
| 943 | Ersterwähnung der Pfarrkirche St. Martin. Rheinbach liegt im Bonngau. |
Ritter von Rheinbach (1178–1345)
Bis 1289 vereinten die Rheinbacher Ritter alle Rechtsansprüche auf sich. Wobei selbige früh als „Prümer Lehensherren“ in Erscheinung traten. So wurde beispielsweise im 12. Jahrhundert ein Edelmann namens „Emelricus“ als Herr von Rheinbach genannt. Das Geschlecht der Ritter von Rheinbach, die zunächst „Angestellte“ Prüms waren, lebte auf der Rheinbacher Burg und wurde in der Folgezeit immer mächtiger. Im Jahre 1246 übertrug Graf Friedrich von Hochstaden, der damals Prümer Vogt u. a. in Rheinbach war, die Vogteirechte an seinen Bruder Konrad, Erzbischof von Köln. Nach der Bestätigung durch den Prümer Abt war nun der Kölner Erzbischof Landesherr in Rheinbach. Als aber das Erzstift 1288 unter Siegfried von Westerburg (nunmehr Erzbischof v. Köln) in der Schlacht von Worringen eine schwere Niederlage erlitt und dadurch stark geschwächt wurde, nahmen die Herren von Rheinbach das Heft in die Hand. Sie befestigten den Ort mit Mauern, Türmen und Halbtürmen. Widerrechtlich ohne Genehmigung des Landesherrn erbauten die Ritter von Rheinbach eine Stadt. 1298 wird der Ort erstmals als „oppidum“ bezeichnet.
Damit begann Ende des 13. – Anfang des 14. Jahrhunderts in dem Siedlungsgebiet des Großweilers Rheinbach eine Konzentration der bis dato verstreut liegenden Einzelhöfe innerhalb des Mauerrings. So entstand die befestigte Stadt Rheinbach und blieb für ca. weitere 500 Jahre in etwa dieser Größe bestehen.
1343, als ein Aussterben des Geschlechts von Rheinbach abzusehen war, erwarb der Kölner Bischof alle Rechte an Burg und Stadt Rheinbach zurück und die Stadt blieb bis zum Jahr 1789 Teil des Erzstifts Köln und so unter Kurkölner Kontrolle.
Erst nach dem Rückbau der Stadtmauer ab 1820 wuchs die Stadt über die alte Stadtbefestigung hinaus.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 1178 | Die Ritter von Rheinbach werden aktenkundig; den Anfang macht Emericus de Reinbag. Rund 170 Jahre prägen sie maßgeblich die Geschicke der Stadt. 14 männliche Angehörige sind in über 100 Urkunden erwähnt. |
| um 1185 | Errichtung des Bergfrieds als ältester Teil der Rheinbacher Burt durch Emerlich I. |
| 1265 | Der Kölner Erzbischof belehnt die Ritter von Rheinbach mit Herrschaftsrechten. |
| 1288 | Schlacht von Worringen. |
| 1289 | Theoderich I erringt alle Rechtsansprüche über Rheinbach. |
| 1298 | Aus villa Reymbach wird oppidium Reybag; Rheinbach wird erstmalig als befestigte Stadt erwähnt. Der Ring der Stadtmauer legt sich über die Aachen-Frankfurter-Heerstraße als wichtige Krönungs-, Heer-, und Pilgerstraße (heute: Hauptstraße, Querung Zentrum Kernstadt O-W-Richtung). Die Pfarrkirche wird außen vorgelassen. Die Mauer bietet Schutz und ermöglicht wirtschaftliche Einnahmen. |
| um 1317 | Aus dem Umland siedeln Hofstellen um und suchen Schutz hinter der Stadtmauer. Die Siedlungsplätze beginnen sich innerhalb Rheinbachs zu konzentrieren. Das Kloster Himmerod verlegt den Himmeroder Hof (heute Museum und Stadtarchiv); die Hofstelle in Rheinbachweiler fällt wüst und wird verlassen. |
| um 1320 | Innerhalb der Stadt entsteht die Kapelle Beate Mariae Virginis, der heiligen Jungfrau Maria. |
| 1323 | Stadtwerdung vollendet; Abschluss des Mauerbaus. An Mönche und Bewohner des Himmeroder Klosterhofes werden Bürgerrechte verliehen. |
| 1333–1336 | Etwa um diese Zeit stirbt Theoderich / Tilmann II, der letzte Herr von Rheinbach. |
| 1342/1343 | Alle Rechte an Burg, Stadt und Amt Rheinbach fallen an den Erzbischof von Köln. |
Kölner Erzbischöfe und Kurfürsten (1345–1794)
In dieser Zeit entstanden erste Territorialstaaten und Rheinbach entwickelte sich zum Verwaltungsmittelpunkt für die kurkölnischen Einnahmen aus der Grafschaft Neuenahr. Nach dem Verlust Neuenahrs an Jülich verlor Rheinbach an Bedeutung und wurde oftmals und anhaltend Pfand landesherrlicher Finanzpolitik. Dies wirkte sich hemmend auf die weitere Entwicklung aus. Das zunächst blühende Tuchhandwerk und Gerbereiwesen verloren an Bedeutung.
In Rheinbach entpuppten sich die Hexenverfolgungen als mörderischer Machtkampf innerhalb der städtischen Führungsschicht. Fünf der sieben Schöffen mussten fliehen oder wurden ermordet. Hermann Löher, ehemaliger Bürgermeister, rettete sich nach Amsterdam und veröffentlichte dort später eine detaillierte Chronik dieser Ereignisse unter dem Titel Hochnötige Unterthanige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen. Den Vogt Schwegeler verbrannten die Hexenrichter vor den Stadttoren. Am 11. Juni 2012 distanzierte sich der Rat der Stadt Rheinbach einstimmig von den im 16. und 17. Jahrhundert auf Rheinbacher Stadtgebiet geschehenen Gräueltaten und bedauerte, dass unschuldige Frauen und Männer als Hexen und Zauberer denunziert, gefoltert, durch die Folter getötet oder schließlich hingerichtet worden seien; Folter und Todesstrafe seien früher wie heute Unrecht.[4]
Mehrere Kriege mit wirtschaftlich–humanistischen Folgen und kulturellen Verlusten sowie mehrere Brände erschütterten die Stadt. Bescheidener Wohlstand entstand im 16./17. Jahrhundert mit Tuchhandel und Wollweberei und im 18. Jahrhundert mit Lederhandel und Gerberei.
1371 erhielt Rheinbach vom Erzherzog den nahegelegenen Stadtwald gegen Zahlung einer Gebühr. Im Gegensatz zum landesherrlichen Kottenforst war Rheinbach fortan Besitzer des Waldes und konnte ihn eigenverantwortlich bewirtschaften. Bis heute ist der Wald durch seine Holzertrag ein Wirtschaftsfaktor geblieben und dient der Naherholung.
Im Jahre 1673 stand der Prinz von Oranien mit vier Regimentern vor der Stadt. Nachdem sich Bürgermeister Averdunck geweigert hatte, Rheinbach freiwillig zu übergeben, plünderten die Truppen des Prinzen die Stadt und steckten sie in Brand. Nur 20 der ca. 150 Häuser blieben vom Feuer verschont. 25 Rheinbacher Bürger und 23 Bauern aus den umliegenden Ortschaften kamen um.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 1345 | Die Rheinbacher Burg wird ausgebaut; Johannes von Virneburg als erster Amtmann von Erzbischof Walram eingestellt. Erste Erwähnung einer jüdischen Familie. |
| 1349 | Der letzte Ritter von Rheinbach stirbt kinderlos; die Familie erlischt. |
| 1371 | Erzbischof Friedrich von Saarwerden trennt Belange von Stadt und Amt Rheinbach in einem Weistum; Anfänge der städtischen Selbstverwaltung. |
| 1440 | Die Rheinbacher Burg hat eine ständige Besatzung von 12 Personen; je einen Turmknecht, Pförtner, Zöllner, Zollschreiber, Koch, Schäfer, sowie vier Knechte und zwei Mägde. |
| 1444 | Erstmals ist ein Lehrer in der Stadt belegt. |
| 1446–1741 | Stadt Rheinbach, bis auf die Jahre 1627–1649, an wechselnde Herren verpfändet. |
| 1546 | Rheinbach verliert Amts- und Verwaltungssitz. |
| 1581 | 135 Bürger leben in Rheinbach. |
| 1583–1588 | Während des Truchsessischen Krieges, bei dem es um den Versuch ging, das Erzbistum Köln in ein erbliches protestantisches Herzogtum umzuwandeln, kommt es in Rheinbach und Umgebung zu Plünderungen und Terrorakten. |
| 1599–1669 | Die Pest überzieht die Region: 10 Opfer werden 1599 in Neukirchen beklagt; genaue Zahlen für Folgejahre sind nicht bekannt. |
| 1618–1648 | Dreißigjähriger Krieg: 1631 kaiserliche –, 1634 schwedische Truppen in Rheinbach und Umgebung. |
| 1631–1638 | Die Hexenverfolgung fordert ca. 130 Opfer in Rheinbach, Flerzheim und Meckenheim. |
| 1644 | Weimarer und Hessische Truppen brennen die Stadt nahezu vollständig nieder und plündern das Umfeld. |
| 1659 | Erste Stadtansicht: Panorama in Kartusche. |
| 1664 | 442 Steuerpflichtige leben in 167 Familien in der Stadt, davon betreiben 48 ausschließlich Landwirtschaft. |
| 1672–1697 | Holländischer Krieg: 1673 stürmen niederländische Regimenter die Stadt, brandschatzen und plündern im Umland. Bis auf 20 Häuser ist Rheinbach total zerstört; Überlebende flüchten in die Wälder. |
| 1680 | Großer Stadtbrand. |
| 1681 | Auf der Spaltfläche einer im Stadtwald gefällten Bucht erscheint das Christusmonogramm IHS; an der Stelle wird eine Kapelle gebaut und entwickelt sich zu einem Wallfahrtsort. 1686 stiftet der Kölner Erzbischof dort ein Kloster. |
| 30. April 1686 | Ein verheerender Brand vernichtet 70 % der Stadthäuser. Das Stadtarchiv wird vollständig zerstört. |
| 1691 | Katastrophaler Stadtbrand. In Rheinbach stehen nur noch 70 bewohnbare Häuser; langsamer Wiederaufbau. |
| 1698 | Eine Zählung zu Gewerbe und Handwerk verzeichnet 10 Krämer, 20 Bäcker, je 7 Brandweinbrenner und Bierbrauer, 1 Weinzapfer, 12 Gerber und 9 Wollweber. |
| 1701–1714 | Während des Spanischen Erbfolgekrieges ist die englische Armee des Herzogs von Marlborough 1703 für ein Jahr in Rheinbach einquartiert. |
| 1727 | Kurfürst Clemens August erteilt der Stadt Rheinbach das Recht, am 19. März und 24. August einen Jahrmarkt abzuhalten. |
| 23. Jan. 1741 | Befreiung von der letzten Pfandschaft. |
| 1743 | Rheinbach zählt etwa 900 Einwohner. |
| 1780 | Der Magistrat der Stadt beantragt beim Kurfürsten eine Beschränkung der Anzahl jüdischer Familien auf 3–4; zu diesem Zeitpunkt leben 9 Familien in Rheinbach. |
| 1789 | Die außerhalb des Mauerrings stehende Pfarrkirche wird am 16. Februar durch Blitzschlag endgültig zerstört. Der Verkauf der Abbruchmaterialien finanziert die Einrichtung einer Mädchenschule. Statt eines Wiederaufbaues wird die bisherige Filialkirche Beatae Mariae Virginis in der Stadt zur Pfarrkirche erhoben. |
Französische Herrschaft (1794–1815)
Nach dem Einmarsch französischer Truppen 1794 ins Rheinland wurde Rheinbach Teil eines neugebildeten Département de Rhin-et-Moselle. Ab 1802, als die deutschen Gebiete westlich des Rheins in den französischen Staat integriert wurden, waren auch die Rheinbacher französische Staatsbürger. Durch diese Eingliederung in den französischen Staat blieb die zuvor erfolgte Ausrufung der Republik „Freies Land Rheinbach“ durch den Publizisten Johann Baptist Geich nur eine Fußnote der Geschichte. Geich und seine Mitstreiter hatten beabsichtigt, eine eigenständige Rheinische Republik nach französischem Vorbild zu errichten. In dieser Zeit wurden auch die noch heute zu Rheinbach gehörenden Ortschaften verwaltungsmäßig mit der Kernstadt verbunden.
Durch die Franzosen veränderte sich das öffentliche Leben im historisch kurzen Zeitraum von nur 20 Jahren. Eine liberale Rechtsordnung und eine effektive politische Verwaltung begünstigten während der Franzosenzeit die Wirtschaft. Das Gerichtswesen und seine Rechtsprechung wurde in fünf Gesetzbüchern zusammengefasst und vereinfacht. Die von den Franzosen verordnete Säkularisierung führte zum Verkauf der Rheinbacher Burg samt den zugehörigen Ländereien, einschließlich der „Walskapelle“ und des „Himmeroder Hofs“. Erstmals wurden die heute zu Rheinbach gehörenden Ortschaften mit der Kernstadt in einer Bürgermeisterei zusammengefasst. Die heutigen Gemeinden Rheinbach, Flerzheim, Hilberath, Neukirchen, Niederdrees, Oberdrees, Queckenberg, Ramershoven, Todenfeld und Wormersdorf bildeten eine Mairie. Der „Kanton Rheinbach“ bestand zudem aus den „Mairien“ Adendorf, Ollheim, Kuchenheim und Münstereifel.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 1794 | Französische Revelutionstruppen besetzen die Rheinlande: Rheinbach wird Teil des Departements de Rhin-et-Moselle |
| 1797 | Ein historisches Intermezzo: der Publizist Johann Baptist Geich ruft das Freie Land Rheinbach aus, setzt mit rheinbacher Bürgern einen Freiheitsbaum in Rheinbach und folgt dem Ideal einer rheinischen Republik nach französischem Vorbild. |
| 1797–1806 | Bürgermeister Peter Nachtsheim. |
| 1798 | Rheinbach wird mit seinen 1.119 Einwohnern Hauptort des Kantons. Die Mairie Rheinbach umfasst erstmals die Ortschaften, die seit 1969 bis heute die Stadt Rheinbach bilden. |
| 1802 | Rheinbach wird Teil des französischen Staates. |
| 1806–1815 | Napoleonische Kriege. |
| 1806–1814 | Bürgermeister Leopold Sarkander Wolff. |
| 1814 | Russische Truppen vertreiben französische Truppen aus besetzem Rheinbach. |
| 1814–1847 | Bürgermeister Wilhelm Heinrich Ridde. |
Preußische Zeit (1816–1871)
Nach den napoleonischen Kriegen wurde aus dem „Kanton Rheinbach“ ein Landkreis der „preußischen Rheinprovinz“ im Königreich Preußen. In der Potsdamer Konferenz wurde diese in einen französischen und in einen britischen Sektor geteilt. Rheinbach lag direkt an der Sektorengrenze, jedoch noch im britischen Bereich. Die damalige Sektorengrenze ist identisch mit der Grenze zum Landkreis Ahrweiler, der im Land Rheinland-Pfalz liegt, und ist damit zugleich Landesgrenze.
Der von den Rheinbacher Rittern erbauter Stadt-Mauerring erwies als hinderlich und wurde ab 1820 abgerissen und zu Baumaterial umgewidmet. Danach wuchs die Stadt schnell über die bisher gesetzten Grenzen hinaus und erlebte eine allgemeine Blütezeit. Mit den zuziehenden Beamten kam es zum Strukturwandel bis hin zu besseren Lebensbedingungen in vielen Bereichen. Mit dem Verwaltungsaufbau entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts erste repräsentative Gebäude, die noch heute das Stadtbild prägen.
Anfang der 1850er Jahre begann in Rheinbach die Förderung und Verhüttung von Eisenerz. Aber schon nach wenigen Jahren wurde dieser Bergbau eingestellt.[5] Der seit Jahrhunderten in den rheinbacher Höhenorten betriebene Kupfer- und Bleierzbergbau – zuletzt auf der Grube Hedwigsglück – endete mit dem Ersten Weltkrieg.[6]
1866 wurde in Rheinbach eine Filiale der Armen Dienstmägde Jesu Christi eröffnet. Die Schwestern widmeten sich der Krankenpflege und richteten eine Kinderbewahrstelle und eine Handarbeitsschule für Mädchen ein. Ab 1869 entwickelte sich daraus das Rheinbacher Krankenhaus, welches 2006 jedoch seine Tore schloss und nun zu einer Pflegestation mit dem angrenzenden Seniorenheim Marienheim umgebaut wurde.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 1816 | Der Kanton Rheinbach wird zu einem Landkreis. |
| 1820 | Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer beginnt. Bis in die 1920er Jahre werden die Mauergräben aus hygienischen Gründen zugeschüttet; der Verlauf des Mauerrings bleibt im Wegenetz erhalten. |
| 1828 | Rheinbach wird Standort einer Postexpedition. |
| 1829 | Bau einer neuen Volksschule an der Straße „Am Voigtstor“. |
| 1842 | Ein weiterer Stadtbrand zerstört 13 Wohnhäuser sowie 74 Scheunen und Ställe komplett. Einige Gebäude werden nicht wieder aufgebaut. Dadurch entsteht Freiraum für „Schweigelstraße“ und „Lindenplatz“. |
| 1843 | Die Stadt zählt 1.657 Einwohner. |
| 1847–1848 | Bürgermeister Gottfried Joseph Wolff. |
| 1848–1850 | Kommissarischer Bürgermeister Hermann Joseph Krahe. |
| 1850–1856 | Bürgermeister Hermann Joseph Krahe. |
| 1852 | Eröffnung einer höheren städtischen Lehranstalt. |
| 1856–1884 | Bürgermeister Ignaz Joseph Neß. |
| 1857 | Gründung der „Spar- und Darlehenskasse Rheinbach“, heute: Kreissparkasse. Im Stadtwald Rheinbach wird Eisenerz gefördert; Eröffnung der Rheinbacher Eisenhütte. Im Grubenfeld „Emma Carolina“ in der „Sürst“ werden Kupfer und Blei abgebaut. |
| 1860 | Betriebseröffnung der ersten Tonwarenfabrik. |
| 1862 | Rheinbach erhält Stadtrecht zurück und verlässt damit den Bürgermeistereiverband mit den heutigen Ortschaften. |
| 1866 | Deutscher Krieg zwischen Preußen und dem Deutschen Bund (Österreich). Schwestern der „Armen Dienstmägde Jesus Christus“ errichten in Rheinbach eine Filiale. Aus der Krankenpflege, einer Kleinkinderbewahrstation und einer Handarbeitsschule für Mädchen entwickelt sich 1869 das Krankenhaus, heute: "Malteser Gesundheitszentrum". |
| 1868 | Rheinbach nimmt die Schenkung der Tomburg an; Stifter ist die Familie „von Bemberg“. |
| 1870–1871 | Deutsch-Französischer Krieg. |
Deutsches Reich – Kaiserzeit (1871–1914)
Das neu entstandene Bürgertum stellte höhere Ansprüche an die Bildung und den städtischen Charakter. Das kam auch durch den Bau weiterer stadtbildprägender Gebäude zum Ausdruck. Die neu entstandenen Schulbauten legten schon damals den Grundstein für den späteren Schwerpunkt Rheinbachs als Schulstadt. Der im Jahre 1880 von der „Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft“ fertiggestellte Bahnhof Rheinbach förderten das weitere Wachstum der Stadt. In diesem Zusammenhang entstanden vermehrt Häuser an Krieger- und Bahnhofsstraße für das aufstrebende Bürgertum. Der allgemeine Aufschwung ging einher mit der Entwicklung von Freizeit und Tourismus. Erste Sommerfrischler kommen in die Stadt. Der Rheinbacher Stadtpart, mit eigens errichteter Tennisanlage, nahm Gestalt an. Wasserleitung und Elektrizität vervollständigen die Infrastruktur der Stadt Rheinbach. Ein ausgeprägtes Vereinsleben entstand. Beispielhaft sind hier der Kriegerverein 1871, der Eifelverein 1889, die Karnevalvereine „Gro-Rhei-Ka Narrenzunft Prinzengarte 1895“(1) und „Stadtsoldatencorps 1905“(2) sowie der Turnverein Rheinbach 1905 zu nennen. Ähnliche Entwicklungen trafen gleichermaßen für die im Einflussbereich der Stadt liegender Ortschaften zu. Zusammen mit der Voreifelbahn wurde der Bahnhof(3) im Jahr 1880 von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| um 1872 | Erweiterung der Synagoge in der Schweigelstraße. |
| 1874 | Erweiterung der höheren städtischen Lehranstalt zu einem Progymnasium. |
| 1876 | Eröffnung einer elektrischen Telegraphenstation. |
| 1878 | Bachsteinbau am „Kallenturm“; Nutzung als "Kantonalgefängnis". |
| 1880 | Eröffnung der Voreifelbahn von Bonn nach Euskirchen mit Bahnhof Rheinbach. Infolge der besseren Erreichbarkeit erste Kurzurlauber. Idee eines Luftkurorts Rheinbach. |
| 1881 | Gründung des Verschönerungsvereins. |
| 1882 | Einrichtung eines privaten Jugend-Internats. Ab 1890 entsteht daraus ein erzbischöfliches Konvikt. |
| 1884–1897 | Bürgermeister Emil Joseph Neß. |
| 1889 | Gründung der „Rheinbacher Darlehenskasse“, heute: "Raiffeisenbank Voreifel e.G.". |
| 1890 | Das „Waldhotel“ wird eröffnet. |
| 1890er J. | Anlage des „Stadtparks“. |
| 1892 | Bau des Landratsamtes in der „Schweigelstraße“ im Stile des Neorenaissance, heute: Rathaus Altbau. |
| 1895 | Rheinbach zählt 2.189 Einwohner. |
| 1897 | Die Stadt betreibt ein Wasser- und Elektrizitätswerk im Stadtpark. Gründung der Molkerei am Bahnübergang. Krankenhaus-Neubau „Kloster Maria Hilf“. |
| 1897–1926 | Bürgermeister Karl Commeßmann. |
| 1902 | Eröffnung des neuen Amtsgerichts in der Schweigelstraße; Abriss des Bürgerhauses. |
| 1904 | Erweiterung der „Kirche St. Martin“. |
| 1911 | Baubeginn der höheren Mädchenschule mit Pensionat, heute: „St. Joseph Gymnasium“. |
| 1913 | Erweiterung des Landratsamtes. |
Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg (1914–1945)
1914 wurde in Rheinbach die Strafanstalt als Zuchthaus eingerichtet, heute ist es die Justizvollzugsanstalt Rheinbach. Über mehrere Jahrzehnte lang befand sich dort eine Abteilung für Langzeitgefangene, die der Haftanstalt aufgrund einiger spektakulärer Ausbrüche, aber auch aufgrund prominenter Insassen wie dem „Kanzlerspion“ Günter Guillaume zu einer überregionalen Bekanntheit verhalf.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Rheinbach zunächst von Engländern –, dann von Franzosen besetzt. Die Zwischenkriegszeit war von hoher Arbeitslosigkeit – und Inflation geprägt. Die in Rheinbach beheimatete Keramikindustrie war in dieser Zeit bedeutendster Arbeitgeber. In den vier ortsansässigen Fabriken arbeiteten im Jahre 1930 insgesamt 350 Beschäftigte. Um 1960 fand diei Keramikindustrie ihren künstlerischen Höhepunkt. Mit dem Niedergang der letzten beiden Betriebe wurden die Gebäude abgerissen. Heute entsteht dort das Wohngebiet „Keramikerstrasse“.
1927 wurde im Stadtpark von Rheinbach das „Waldschwimmbad“ erbaut. 1934 verkaufte die Stadt ihr Stromnetz und finanzierte aus dem Erlös eine Abwasserkanalisation für die Kernstadt. 1941 wurden im Rheinbacher Steinbruch Wehrmachts-Deserteure standrechtlich erschossen. Die hiesige „NS-Führung“ verfügte kurz vor Ende des Krieges die Hinrichtung von drei jungen ukrainischen Zwangsarbeitern, wegen geringfügigem Diebstahl, durch Erhängen. Durch militärische Einrichtungen in der Rheinbacher Gemarkung, wie den Feldflughafen im heutigen Hochschulvierte oder die Bereitstellung von Truppen und Material für die Ardennenoffensive, geriet Rheinbach in den Fokus militärischer Kampfhandlungen der Alliierten. Dabei verloren insgesamt rund 550 Rheinbacher im Zweiten Weltkrieg ihr Leben, darunter befanden sich 180 Zivilisten. Allein beim schwersten Bombenangriff auf Rheinbach am 29. Januar 1945, dem sogenannten „Schwarzen Tag von Rheinbach“, starben mehr als 100 Menschen. Letztlich wurden von 575 Häusern 83 vollständig –, 209 schwer – und 103 leicht zerstört. Von den Zerstörungen war die gesamte Kernstadt betroffen.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 1914–1918 | Erster Weltkrieg. |
| 1914 | Eröffnung der Strafanstalt für rund 500 Insassen. |
| 1920 | Verfüllung der letzten Stadtgräben. |
| 1926–1933 | Bürgermeister Dr. Hans Reichard. |
| 1927 | Eröffnung des „Waldschwimmbades“; Bau des Finanzamtes, bis 2016: „Albert-Schweizer-Schule“. |
| 1932 | In Folge der Weltwirtschaftskrise wird der „Kreis Rheinbach“ aufgelöst. Das heutige Swisttal, Rheinbach und Meckenheim fallen an den „Kreis Bonn“. |
| 1933 | Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. |
| 1933–1945 | Joseph Wiertz wird von der NSDAP als Bürgermeister eingesetzt. |
| 1935 | Pallottiner übernehmen das erzbischöfliche Konvikt. |
| 1938 | In der Reichspogromnacht wird in der Synagoge Feuer gelegt; später wird sie abgerissen. |
| 1939–1945 | Zweiter Weltkrieg |
| 1939 | Die Stadt Rheinbach zählt 4.081 Einwohner. |
| 1942 | Die letzten 36 Rheinbacher jüdischen Glaubens werden in Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. |
| 1945 | 29. Januar 1945: „Schwarzen Tag von Rheinbach“, schwerer alliierter Bombenangriff auf Rheinbach, mehr als 100 Menschen sterben. |
Stadt des Glases in der Bonner Republik (1945–1990)
Aus dem Sudetenland vertriebene Glasveredler siedelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Rheinbach an. Bis September 1947 hatten sich acht Glasfachbetriebe aus Böhmen in der Stadt niedergelassen, die den Ruf Rheinbachs als „Glasstadt“ begründeten. Bereits 1948 wurde eine Staatliche Glasfachschule in Rheinbach eröffnet, die heute unter dem Namen „Staatliches Berufskolleg Glas, Keramik, Gestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen“ firmiert und internationale Anerkennung gefunden hat. 1968 eröffnete der Förderverein „Freunde des edlen Glases“ das Glasmuseum Rheinbach mit dem Ausstellungsschwerpunkt „Böhmisches Hohlglas“, das seit 1989 im Himmeroder Hof etabliert ist.
Nach Kriegsende gehörte Rheinbach zur britischen Besatzungszone. Ein Verband der Belgischen Gaststreitkräfte wurde ab 1945 in der heutigen Tomburg-Kaserne disloziert. Nach Rückverlegung in die Heimat zogen Verbände der Bundeswehr dort ein und Rheinbach wurde Bundeswehrstandort. Das Gebäude in der Schweigelstraße, das bis 1932 das Landratsamt beherbergte, wurde ab 1947 als Rathaus genutzt. Mit dem Zuzug von Glasveredlern aus dem Sudetenland entstanden bis 1947 acht Glasraffinerien. Die schon 1948 eröffnete Glasfachschule stützt den neuen Branchenschwerpunkt Glas. Auch die Keramikindustrie boomte noch einmal. Bonn wurde Regierungssitz. Erste neue Baugebiete entstanden westlich und südöstlich der Stadt. Unter dem Leitbild „Bildung und Erziehung“ entwickelte sich Rheinbach zum beliebten Wohnort für Beschäftigte in der Bundeshauptstadt Bonn. Die Zahl der Evangelischen Christen stieg stetig. 1949 bekamen sie erstmals ein eigenes Gotteshaus; ab 1952 bildeten die Rheinbacher Protestanden eine eigenständige Gemeinde.
| Jahreszahl | Daten in chronologischer Reihenfolge |
|---|---|
| 1945–1946 | Bürgermeister Dr. Hubert Schwarz. |
| 1946–1948 | Bürgermeister Johann Schäfer. |
| 1947 | Vertriebene Sudetendeutsche und ihr Gewebe der Glasveredlung finden eine neue Heimat in Rheinbach. Die Stadt zählt 9.268 Einwohner, davon leben 3.679 in den Ortschaften. |
| 1946–1948 | Bürgermeister Dr. med. Hans Hirschmann. |
| 1950 | 110 Beschäftigte arbeiten in 13 Glasveredlungsbetrieben. |
| 1957 | Mit dem Abzug der Belgischen Gaststreitkräfte wird Rheinbach Standort der Bundeswehr, heute: Tomburg-Kaserne. |
| 1961 | Die Stadt Rheinbach zählt 7.670 Einwohner; in den Ortschaften der Landbürgermeisterei leben 6.282 Menschen. |
| 1963–1969 | Bürgermeister Hubert Mahlberg. |
Hochschulstandort im wiedervereinten Deutschland (seit 1990)
Die Wiedervereinigung Deutschlands und das Bonn-Berlin-Gesetz führten zu Ausgleichsmaßnahmen der Bundesrepublik. So wurde Rheinbach ab 1995 Standort einer Abteilung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Im Norden der Stadt entstand das Hochschulviertel. Damit erweiterte sich das Bildungsangebot in Rheinbach bis zum Master-Abschluss in den Wissenschaftszweigen Angewandte Naturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft. Die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WEFG) mit Technologiezentrum begleitet diesen Prozess seit 1996. Rheinbach wächst in südlicher Richtung. Im Wohngebiet Weilerfeld entstehen rund 2000 Wohneinheiten.
Rheinbach als Bundeswehrstandort
Ab dem Jahr 1935 und dann während des gesamten Krieges waren in Rheinbach Personal des Reichsarbeitsdienstes und später in Einrichtungen der Wehrmacht auch Soldaten stationiert. Im Jahr 1951 begann die Geschichte Rheinbachs als Garnisonsstadt mit der Errichtung eines Lagers für die Stationierung alliierter Truppen. Diese Stationierungsentscheidung war bei den Rheinbachern sehr umstritten. 1952 bezog das belgische 31. Flugabwehr-Bataillon das gerade fertiggestellte Barackenlager in Rheinbach. Vier Jahre später zoge n die belgischen Truppen wieder aus Rheinbach ab, sodass 1957, mit der Aufstellung des Wachbataillon BMVg, Rheinbach zum Bundeswehrstandort wurde.
Noch in diesem Jahr wurde im Bundeswehrlager an der Münstereifeler Straße eine Führungsfernmeldekompanie untergebracht, die schnell zum Bataillon und zum Fernmelderegiment oberste Bundeswehrführung und letztlich zur Führungsunterstützungsbrigade 900 aufwuchs. Der Fernmeldeverband wurde nach dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin verkleinert, mehrfach restrukturiert und verlegt.
Rheinbach war aber auch Stationierungsort für das Fernmeldekommando 900, das am Stadtpark 16 (⊙), heute Albert-Schweitzer Schule, stationiert war. Es war der Vorläuferverband des Kommandos Strategische Aufklärung, das am 17. Januar 2002 in der Tomburg-Kaserne in Dienst gestellt wurde. Das Kommando verlegte 2007/2008 die Hauptkräfte nach Grafschaft-Gelsdorf.
Im Mai 1968 wurde die Namenstafel Tomburg-Kaserne (⊙), benannt nach der beim Ortsteil Wormersdorf gelegenen Tomburg, enthüllt.
Heute sind in der Tomburg-Kaserne beherbergt:
- Kommando Informationstechnik-Services der Bundeswehr (KdoIT-SBw)
- Zentrum Cyber-Operationen (ZCO) sowie
- Teile ZCSBw, KdoITBw, EMilPfa, BwDLZ und
- BWI GmbH
Literatur
- Chronik und Geschichte der Stadt Rheinbach, Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach e.V.
Einzelnachweise
- Regesta Imperii RI I n. 95 vom 13. August 762 regesta-imperii.de (online); abgerufen am 30. Juli 2017.
- Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 20.
- Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 189.
- Stadt Rheinbach distanziert sich von Hexenverfolgung. In: General-Anzeiger Bonn vom 13. Juni 2012.
- Mario Quadt: Goldgräberstimmung in der Glasstadt. In: General-Anzeiger (Bonn). 11. April 2016, abgerufen am 13. April 2016.
- Stadtgeschichte: Kupfer- und Bleierzförderung