Hakan Savaş Mican

Hakan Savaş Mican (* 1978 in West-Berlin) ist ein deutscher Filmemacher, Theaterautor und -Regisseur.

Leben

Als Sohn türkischer Einwanderer in Berlin geboren, wuchs Mican bei der Großmutter in der Türkei auf. Nachdem er 1995 in Ankara das türkische Abitur bestanden hatte, studierte er von 1997 bis 2004 Architektur in Berlin, danach Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Seit 2008 Arbeit für das Theater.

Werk

„Es ist alles echt, alles wahrhaftig, nah. Es fängt beim Schauspiel an und endet auch dort.[1]“

– Hakan Savaş Mican

Im Anschluss an das Regie-Studium drehte Mican mehrere Kurzspielfilme. Für das Theater inszeniert Hakan Savaş Mican seit 2008 eigene Stücke, Stückbearbeitungen und Romanadaptionen. Er arbeitete und arbeitet u. a. am Ballhaus Naunynstraße in Berlin, am Staatstheater Mainz, Volkstheater München, Thalia Theater Hamburg, Theater Oberhausen, Schauspiel Hannover, Schauspiel Essen. Seit 2013 ist er Hausregisseur am Maxim Gorki Theater Berlin unter der Intendanz von Shermin Langhoff.

Seine Ballhaus-Naunynstraße-Produktionen[2] Der Besuch/Ziyaret (2009) und Schnee (2010), frei nach Motiven des gleichnamigen Romans von Orhan Pamuk wurden beim deutsch-türkischen Theater- und Filmfestival Beyond Belonging – Almancı![3] in Istanbul[4] gezeigt. Zu Beginn der Intendanz von Shermin Langhoff und Jens Hillje inszenierte er am Maxim-Gorki-Theater[5] Schwimmen lernen – ein Lovesong von Sasha Marianna Salzmann. Mit dieser Aufführung wurde er 2014 zum Festival junger Regisseure Radikal jung ans Münchner Volkstheater und zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. In München inszenierte er im selben Jahr Kasimir und Karoline. Am Maxim Gorki Theater folgten diverse Inszenierungen eigener Texte u. a. Berlin-Oranienplatz, Berlin-Kleistpark, Alles wird schön sein und Aufführungen u. a. von Autoren wie Sasha Marianna Salzmann, Ödön von Horváth, Erich Maria Remarque, Hans Fallada.

Den Stil seiner Inszenierungen nennt Mican unspektakulär und bodenständig. Als Regisseur arbeite er nicht mit Schauspielern, sondern mit Menschen, deren Individualität er in die Theaterfiguren integriere.[6]

Filmografie (Auswahl)

  • Drei Annäherungen, Kurzspielfilm, 2005
  • Muttermal, Kurzspielfilm, 2006
  • Fremd.Yaban, Kurzspielfilm, 2007
  • Adems Sohn, Spielfilm, 2008[7]

Auszeichnungen

  • 2012: Monica-Bleibtreu-Preis in der Sparte „(Zeitgenössisches) Drama“ für sein Stück Pauschalreise – 1. Generation[8]
  • 2022: Deutscher Musical Theater Preis für „Berlin Karl-Marx-Platz“ (Neuköllner Oper Berlin, Text & Regie Hakan Savaş Mican) in der Kategorie „Bestes Buch“

Literatur

  • Christiane Lutz: Ringen um Empathie. Hakan Mican inszeniert Horváths "Kasimir und Karoline am Münchner Volkstheater. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 274, 28. November 2014, ISSN 0174-4917, Seite R22.

Einzelnachweise

  1. Christiane Lutz: Ringen um Empathie. Hakan Mican inszeniert Horváths Kasimir und Karoline am Münchner Volkstheater., in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 274, 28. November 2014, ISSN 0174-4917, Seite R22
  2. Schnee im Ballhaus Naunynstraße@1@2Vorlage:Toter Link/ballhausnaunynstrasse.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Der Besuch beim Theater- und Filmfestival in Istanbul.
  4. Rezension des Festivals mit Resonanz auf Der Besuch im Online-Kulturmagazin Perlentaucher.
  5. Mitteilung des Maxim-Gorki-Theaters zu Hakas Mican, abgerufen am 28. November 2014.
  6. Christiane Lutz: Ringen um Empathie. Hakan Mican inszeniert Horváths "Kasimir und Karoline am Münchner Volkstheater. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 274, 28. November 2014, ISSN 0174-4917, Seite R22.
  7. Besprechung von Adems Sohn@1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf rbb-online.de
  8. Monica-Bleibtreu-Preise beim 1. Privattheaterfestival in Hamburg vergeben, nachtkritik.de vom 11. Juni 2012, abgerufen am 19. Oktober 2022
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