Harun al-Raschid und Zubaida im Bade
Harun al-Raschid und Zubaida im Bade ist eine Erzählung aus den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht.
In der Kurzgeschichte beobachtet der fünfte Abbasiden-Kalif Harun al-Raschid seine Gattin Zubaida bint Dschaʿfar beim Bad und dichtet zusammen mit dem Dichter Abu Nuwas über sie ein Gedicht.[1]
Handlung
Der Kalif Harun al-Raschid war seiner Gattin Zubaida in Liebe zugetan und errichtete ihr einen Lustgarten mit einem Teich, um den Bäume gepflanzt wurden, die so eng standen und deren Blätter so dicht waren, dass man ungesehen dort baden konnte. Genau das tat Zubaida an einem Tag, ging zum Teich und legte ihre Kleider ab, wobei das Wasser so flach war, sie aufrecht stehen konnte. Zubaida schöpfte sich Wasser mit einer silbernen Kanne auf den Leib. Doch Harun al-Raschid hörte davon und ging aus seinem Schloss hinunter zum Lustgarten und beobachtete durch die Blätter seine nackte, badende Gattin. Als Zubaida ihn entdeckte, bedeckte sie schamvoll ihren Schoß, doch gelang es ihr nicht ganz, da er groß und rund war.
Da begann Harun al-Raschid über seine Gattin Verse zu erdichten, doch es fiel ihm nur wenig ein und so bat er den Dichter Abu Nuwas ihm zu helfen. Dieser half ihm und beendete zur Zufriedenheit des Kalifen das Gedicht über dessen Gattin.
Einzelnachweise
- Enno Littmann: Die Erzählungen aus den tausendundein Nächten, Karl Insel Verlag, Frankfurt 1968, Band 3, S. 440–442.