Heinz Schwarzbach
Heinz W. Schwarzbach (* 15. August 1936 in Stuttgart) ist ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Hochschullehrer.

Leben
Schwarzbach wurde 1936 in Stuttgart geboren, wuchs in Görlitz auf, erlernte den Tischlerberuf, legte das Abitur ab und studierte Architektur an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar (HAB). Zunächst wissenschaftlicher Assistent am Städtebauinstitut der HAB Weimar, wurde er bald Leiter der Stadtplanungsgruppe Erfurt und 1965 Chefarchitekt des Büros für Städtebau Weimar.
1966/1967 arbeitete er an der ČVUT Prag an seiner Dissertation und wurde 1968 zum Thema Entwicklung und Perspektiven der kleinen Städte promoviert. 1969 wurde er stellvertretender Direktor und 1971 Dozent für Generalbebauungsplanung des neu gegründeten Weiterbildungsinstituts für Städtebau und Architektur der HAB Weimar. 1977 habilitierte er sich zum Thema Planspielsimulation in der Generalbebauungsplanung. 1978 berief ihn der UNO-Generalsekretär in das Habitat-Komitee. 1978/1979 beauftragte ihn die nigerianische Regierung als Direktor für Planung und Architektur mit der Planung für die neue Bundeshauptstadt Abuja.
Nach Abschluss der Masterplanung und Rückkehr wurde er auf den Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen an die Technische Universität Dresden berufen. Hier arbeitete er mit seinen Mitarbeitern und Studenten mit Stadtsanierungsplanungen an der Rettung historischer Altstädte, vor allem in Sachsen und Süd-Brandenburg. Hervorzuheben sind die Beiträge für den Wiederaufbau des Dresdener Neumarkts in den 1980er und 1990er Jahren. Erste Preise in Architekturwettbewerben und dem Internationalen Entwurfsseminar 1981, Vorprojekte, der West-Östliche Workshop 1990 zum Gesamtkunstwerk Dresden und vor allem die 1994–1995 gemeinsam mit acht Dresdner Architekten erarbeitete Gestaltungssatzung Neumarkt sind wichtige Beiträge seines Lehrstuhls. Gastprofessuren führten ihn nach Syrien, Äthiopien, Finnland, Dänemark und Italien.[1] Seine Liste wissenschaftlicher Beiträge zum Städtebau ist umfangreich.
Seit 1984 nahm er an der ständigen Konferenz der Städtebauprofessoren im deutschsprachigen Raum teil und moderierte hier mit Friedrich Spengelin (Technische Universität Hannover) 1989/1990 die Ausarbeitung von Empfehlungen zur Gesundung ostdeutscher Städte für die Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer. Von 1990 bis 2001 betrieb Schwarzbach mit Barbara Braun und Michael Barth ein Architektur- und Stadtplanungsbüro in Dresden.[2] Dabei lagen seine Arbeitsschwerpunkte in der Rehabilitation von historischen Altstädten (Mühlberg/Elbe, Wittichenau u. v. a.) und Großwohnsiedlungen, der Bebauungs- und Sanierungsplanung, der Erholungs- und Dorfplanung sowie Regionalplanungen (u. a. Entwicklungskonzeption Nationalpark Sächsische Schweiz). Mit seinen internationalen Erfahrungen und Kooperationen versuchte Schwarzbach auf vielfache Weise, den Anschluss der Studenten und Mitarbeiter an internationale Entwicklungen auf dem Gebiet des Städtebaus, der Stadtsoziologie und der Architektur zu sichern. Seine besonderen Verdienste liegen in der gemeinsamen Ausbildung von Architekten und Landschaftsarchitekten auf dem Gebiet des Städtebaus. Für seine Leistungen erhielt er 1974 die Karl-Friedrich-Schinkel-Medaille des BdA der DDR.
Heute ist er ehrenamtlicher Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Weimar.[3]
Werkmonografie
- Ideen & Projekte. Selbstverlag, o. O., o. J. (auch online zugänglich)[4]
Projekte (Auswahl)
- 1965/70 Erfurt: Städtebaulicher Entwurf Wohnkomplex Johannesplatz, mit W. Nitsch, E. Henn
- 1969/74 Eisenach: Städtebaulicher Entwurf Wohnkomplex Stedtfelder Straße mit W. Hüter
- 1972/74 Apolda: Städtebaulicher Entwurf Wohngebiet Buttstädter Straße, mit R. Götze, K. Sieber
- 1978/79 Abuja, Nigeria: Masterplan, Zentrums- und Wohngebietsplanung
- 1981 Meißen: Wettbewerb Görnsche Gasse, mit Lehrstuhlkollektiv TU Dresden
- 1983 Dresden: Wettbewerb Neumarkt, 1. Preis, mit Lehrstuhlkollektiv TU Dresden H. Burggraf, Dietrich-Koch
- 1989 Dresden: Wettbewerb Neumarkt, 1. Preis, mit Lehrstuhlkollektiv TU Dresden H. Burggraf, H. Behnisch, R. Burggraf, R. Müßig
- 1991 Chemnitz: Städtebaulicher Ideenwettbewerb Innenstadt, 3. Preis, mit H. Burggraf, M. Barth u. a.
- 1994/95 Dresden: Gestaltungssatzung Neumarkt, Mitarbeit in der Planungsgruppe der Architektenkammer Sachsen
Literatur
- Architektenkammer Sachsen (Hrsg.): Architekt, Stadtplaner, Hochschullehrer, Prof. Dr.-Ing. habil. Heinz Schwarzbach wird 65. In: Deutsches Architektenblatt, Jahrgang 2001, Heft 8, S. OST 31.
- Holger Barth: Heinz Schwarzbach. In: Holger Barth, Thomas Topfstedt u. a. (Hrsg.): Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Dokumentation eines IRS-Sammlungsbestandes biografischer Daten. (= Dokumentenreihe des IRS, Nr. 3.) Erkner 2000, ISBN 3-934669-00-X, S. 206.
- Karl-Heinz Hüter, Schulrabe, Dallmann, Zießler: Architekturführer der DDR, Bezirk Erfurt. Berlin 1979, S. 44, S. 73, S. 123.
- Verlag für Prominenten-Enzyklopädie (Hrsg.): Who's who in der Bundesrepublik Deutschland. 3. Ausgabe, Zug, 1994, S. 2151.
- Architektur der DDR, Jahrgang 1985, Heft 12.
Weblinks
Einzelnachweise
- http://www.tectum.de/de/index.php?option=com_content&task=view&id=67&Itemid=36
- Architekturbüro. In: braun-barth. Abgerufen am 3. Februar 2024.
- Neuer Ortskurator. In: architekten-thüringen. Abgerufen am 31. Januar 2024.
- Ideen und Projekte. In: Heinz Schwarzbach. Abgerufen am 4. Februar 2024.