Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung
MOTRA steht für „Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung“ und ist ein über das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesministerium des Innern und für Heimat geförderter Forschungsverbund im Kontext der zivilen Sicherheitsforschung.
Das Vorhaben entstand im Rahmen der Einrichtung eines Spitzenforschungsclusters zur Früherkennung, Prävention und Bekämpfung von islamistischem Extremismus und Terrorismus und widmet sich über eine Laufzeit von fünf Jahren (12/2019 – 11/2024) der phänomenübergreifenden Erforschung von Radikalisierung.[1]

MOTRA verfolgt zwei Zielstellungen: Zum einen den Aufbau eines Monitoringsystems, mittels dessen das Radikalisierungsgeschehen in Deutschland auf einer breiten Datenbasis fortlaufend beobachtet wird. Das Monitoring geschieht multi-methodal-längsschnittlich aus unterschiedlichen empirischen Perspektiven und ist phänomenübergreifend angelegt, indem das gesamte Spektrum eines sowohl ideologisch-weltanschaulich, als auch religiös begründeten Radikalisierungsgeschehens in den Blick genommen wird. MOTRA untersucht deshalb sowohl das islamistische als auch das rechte und linke Radikalisierungsspektrum. Mit diesem Ansatz sollen Entwicklungen, die auf eine Erhöhung oder Veränderung radikaler Aktivität online und offline hinweisen, früher und besser erkannt werden.
Zum anderen dient MOTRA als eine zentrale Transferplattform zur Gestaltung eines direkteren Wissenstransfers zwischen den Handlungsfeldern wissenschaftlicher Forschung, sozialer Praxis und Politikgestaltung.[2]
Das MOTRA-Radikalisierungsmonitoring
Der MOTRA-Verbund vereint sowohl wissenschaftliche als auch sicherbehördliche und gesellschaftliche Akteure und folgt damit dem Ansatz, Radikalisierung und Extremismus gesamtgesellschaftlich und ressortübergreifend zu begegnen.
Die in MOTRA eingebetteten Teilmodule bilden als Verbund ein ganzheitlich- und mehrdimensionales Bild des aktuellen gesellschaftlichen Radikalisierungsgeschehens ab. Um die Prozesshaftigkeit dieses Geschehens erfassen zu können, bedarf es der empirisch-analytischen Erfassung von Diskurs- über Einstellungs- bis hin zur Handlungsebene. Dabei bildet das Modell „Kontextstruktur Radikalisierung“ (KoRa) den theoretischen Bezugsrahmen von MOTRA. Im Forschungsverbund wurden unter Berücksichtigung der differenten disziplinären Perspektiven auf die Phänomene konkrete Ausgangsdefinitionen von Radikalisierung, Extremismus und Terrorismus festgelegt.[3]
Über das MOTRA-spezifische Monitoring gilt es, künftig ein besseres Verständnis der Übergabe- beziehungsweise Kipppunkte zwischen den drei Ebenen zu erschließen: Ab wann spiegeln sich radikalisierungsträchtige Diskurse in Einstellungen wider? Unter welchen Bedingungen führen Einstellungen zu radikalisierten Protesthandlungen, wobei hier insbesondere die Kipppunkte von legitimen hin zu illegitimen, insbesondere gewaltträchtigen Handlungen von Interesse sind.[4]
Diskursebene
Internetmonitoring Das Internet und digitale Umgebungen spielen eine zentrale Rolle in Radikalisierungsprozessen, indem sie als Plattformen für die Verbreitung und Beschleunigung radikalen und extremistischen Gedankenguts dienen können. Die einzigartige Effizienz des Internets, gekoppelt mit der Fähigkeit, rund um die Uhr und global zu kommunizieren – teilweise sogar anonym –, bietet radikalen und extremistischen Akteuren ideale Bedingungen, um ihre Botschaften zu verbreiten, sich selbst darzustellen und neue Mitglieder zu rekrutieren. Soziale Medien verstärken diese Dynamiken weiter, indem sie die Reichweite solcher Inhalte erheblich erleichtern und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine breite Nutzer*innenschaft mit extremistischen Botschaften in Kontakt kommt. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Teilprojekt Internetmonitoring der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) der Beobachtung und Analyse digitaler Räume, Interaktionen und Diskurse. Ziel ist es, Radikalisierungsprozesse und extremistisches Verhalten sowohl innerhalb digitaler Umgebungen zu monitoren als deren Wechselwirkung mit der realen Welt nachvollziehen zu können, um letztlich effektive Gegenstrategien entwickeln zu können.
Wesentlich dabei ist auch die Herstellung eines Bezugs zu realweltlichen Ereignissen. Dazu werden im Zusammenspiel mit den anderen empirischen Langzeitstudien der MOTRA-Verbundpartner durch das Internetmonitoring ergänzende Informationen bereitgestellt und mit diesen Datenquellen verknüpft.
Einstellungsebene
Einstellungsbefragungen
Begriffe wie Extremismus, Radikalisierung, Hass, Intoleranz und politische Gewalt sind aktuell in aller Munde. Medienberichte über Anschläge auf Personen und Einrichtungen oder über Ausschreitungen im Rahmen von Demonstrationen und Protesten häufen sich. Sie können den Eindruck erwecken, dass solche Formen der politischen Radikalisierung und Intoleranz in der Bevölkerung zunehmen. Viele Menschen betrachten dies mit Sorge und erleben diese Entwicklungen als wachsende Bedrohung des sozialen Zusammenhalts unserer Gesellschaft. Das MOTRA-Team der Universität Hamburg (UHH) befasst sich mit den Fragen nach der Verbreitung entsprechender politischer Einstellungen in der Gesellschaft und den Wahrnehmungen und Bewertungen dieser aktuellen Entwicklungen durch die Menschen in Deutschland. Die Untersuchungen der UHH verfolgen in diesem Sinne das Ziel, ideologie- und phänomenübergreifend Erkenntnisse zur Verbreitung politisch extremistischer Einstellungen in Deutschland zu gewinnen und deren Veränderungen über die Zeit zu dokumentieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Rechtsextremismus und Islamismus und damit auf Haltungen, die demokratische Grundprinzipien und Freiheitsrechte ablehnen.[5]
Um entsprechende Potentiale und Entwicklungen genauer analysieren, deren Umfang und Hintergründe einschätzen zu können, wird im Rahmen dieses Teilprojektes eine Dauerbeobachtung in Form jährlich wiederholter, repräsentativer Umfragen der erwachsenen Wohnbevölkerung eingerichtet. Diese Befragungen finden unter dem Titel „Menschen in Deutschland“ (MiD) seit 2021 statt. 2023 wurde außerdem die Studie „Menschen in Deutschland: International“ (MiDInt) gestartet. Mit diesem neuen Monitoringinstrument wird eine zweifache Zielsetzung verfolgt: Zum einen sollen damit Einflüsse von Ereignissen, Entscheidungen und Krisen, die außerhalb Deutschlands stattfinden, in ihren Auswirkungen auf individuelle Einstellungen gezielt und zeitnah erfasst werden. Zum zweiten sollen, in Ergänzung zu den alljährlich durchgeführten Einstellungsbefragungen von „Menschen in Deutschland“ (MiD), kurzfristiger getaktete Analysen über die Zeit in den Blick genommen werden. Dazu gehört auch die Option, kurzfristig zu aktuellen Ereignissen Umfrageexperimente gestalten und so deren kausalen Einfluss identifizieren zu können.[6]
Verhaltensebene
ProtestMonitoring
Das WZB-ProtestMonitoring untersucht Radikalisierungs- und Protestdynamiken aus verschiedenen Perspektiven, mit besonderem Fokus auf den politischen und diskursiven Kontext und Wechselwirkungen zwischen islamistischer, rechts- und linksradikaler Mobilisierung. Über klassische Protestereignisdatenbanken hinausgehend verbindet es dabei systematisch drei Analyseebenen miteinander: Ereignisse, Diskurse und Akteure.[7] Wann, wo, von wem und um welche Themen herum findet Protest statt? Welche Themenfelder und Deutungsmuster werden im Zusammenhang mit Radikalisierung in der deutschen Öffentlichkeit diskutiert? Welche Konflikte und Eskalationsdynamiken prägen die Debatten? Mit welchen soziostrukturellen Merkmalen, Lebensläufen, Gruppenzugehörigkeiten und Mobilisierungsstrukturen sind individuelle Radikalisierungsprozesse verbunden?[8]
Kriminal-/ Wirtschafts-/ Sozialstatistiken
Das durch das BKA betreute Modul „Kriminal-, Wirtschafts- und Sozialstatistiken“ dient der Analyse verschiedener prozessproduzierter Daten. So soll das Phänomen Radikalisierung aus unterschiedlichen datenbegründeten Perspektiven analytisch betrachtet werden. Zu den unterschiedlichen betrachteten Datenbeständen gehören unter anderem soziostrukturelle/soziodemographische Daten, Statistiken zur sog. Allgemeinkriminalität, Statistiken zur sog. politisch motivierten Kriminalität und Statistiken zu Dunkelfeldbefragungen. Diese Datenbestände werden darüber hinaus mit denjenigen Daten in Beziehung gesetzt, die durch das MOTRA-Konsortium selbst erhoben werden. So kann beispielweise aus der analytischen Zusammenschau ersichtlich werden, ob sich Beobachtungen aus dem Internet- oder Protestmonitoring auch im realweltlichen Aufkommen von Kriminalität niederschlagen.[9]
Querschnittsmodule
Expert*innenenpanels
Die Berghof Foundation bringt das Feld der Friedens- und Konfliktforschung in das interdisziplinär aufgestellte Konsortium ein und bereichert es, indem sie iterativ und jährlich Expertenpanels auf nationaler und regionaler Ebene zusammenbringt. In den Panels wirken feldkundige Akteure aus Wissenschaft, Sicherheit und Präventionspraxis mit, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Expert*innen der (sozial-)pädagogischen Präventionsarbeit liegt. Durch die Einbeziehung insbesondere von Praxisperspektiven können neue und noch „verdeckte“ Thementrends und Konflikte aufgezeigt und in den Analyseprozess von MOTRA eingebracht werden.[10]
Fall-/Strafaktenanalyse
Das Teilvorhaben der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ) befasst sich mit der Analyse von Akten aus Strafverfahren gegen extremistische Straftäter*innen und Personen, die entsprechender Straftaten verdächtigt wurden. Dabei geht es zum einen um Strafverfahren, die zu Verurteilungen wegen Taten nach dem Terrorismusstrafrecht geführt haben – gleichgültig, ob diese Taten einen rechtsextremen, linksextremen oder einen „islamistischem“ Hintergrund aufweisen. Betrachtet werden zum anderen strafrechtliche Ermittlungsverfahren aufgrund des Verdachts einer Straftat mit „islamistischem“ Hintergrund, und zwar unabhängig davon, ob es zu einer Verurteilung kam. Schließlich werden für ausgewählte Fälle biografische Fallanalysen durchgeführt.[11]
Damit werden nicht in erster Linie solche Fälle betrachtet, die zu terroristischen Anschlägen gegen Menschen oder andere Ziele geführt haben. Für solche Ausführungstaten gelten im Strafrecht zahlreiche Tatbestände wie etwa die der Tötungsdelikte. Das Sonderstrafrecht des Terrorismus (§§ 89a–89c, § 91, §§ 129a–129b StGB) ist vielmehr darauf angelegt, schwere Straftaten möglichst früh zu verhindern. Dabei geht es z.B. um Aktivitäten terroristischer Vereinigungen in Deutschland oder irgendeinem anderen Land. Zunehmende Bedeutung haben in den letzten Jahren solche Tatbestände, die Handlungen einzelner Personen betreffen. Hier geht es z.B. um die Ausreise aus Deutschland mit dem Ziel, in einem anderen Land die Errichtung eines „islamischen Staates“ zu unterstützen.
Technologiemonitoring
Das Teilprojekt Technologiemonitoring untersucht den Zusammenhang zwischen technologischen Innovationen und der Entwicklung von Radikalisierung und Extremismus sowie deren Bekämpfung.[12] Durch das Technologiemonitoring sollen neue Technologien identifiziert und eingeordnet werden, die eine Radikalisierung erleichtern oder eindämmen können.[13] Gleichzeitig betrifft die Nutzung solcher Technologien nicht nur die potenziellen Extremist*innen, sondern auch die Sicherheitsbehörden, die häufig auf Sicherheits- oder Überwachungstechnologien zurückgreifen. Da Radikalisierung nicht automatisch in Extremismus und Gewaltbereitschaft mündet, wirft die Verwendung solcher Technologien durch Sicherheitsbehörden immer wieder rechtliche und ethische Fragen auf.
Das Technologiemonitoring analysiert, wie sich aus dem Gegeneinander von extremistischen Akteuren und Sicherheitsbehörden für jede Seite Probleme ergeben, auf die neue Technologien ihnen vielleicht Antwort bieten. Die Analyse berücksichtigt, dass Technologien neben ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch fast immer auch für andere Zwecke missbraucht werden können.
Internationale Entwicklungen
Das Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA) beschäftigt sich mit den internationalen Einflüssen des Radikalisierungsgeschehens und Extremismus-Potentials in Deutschland. Dazu verfolgt das GIGA die aktuellen Entwicklungen in der Region des Nahen und Mittleren Ostens mit einem primären Fokus auf arabisch-, englisch- und deutschsprachige Diskurse und Medienberichte. Dabei werden sich neuformierende und bisher vernachlässigte Tendenzen islamistischer Radikalisierung identifiziert und Konsequenzen internationaler Entwicklungen für das Radikalisierungsgeschehen in Deutschland können so besser und vertiefter betrachtet werden.[14]
Kommunales Monitoring (KoMo)
Wenn sich ein radikales Aufbegehren gegen politische Entscheidungen nicht nur in legitimen, strafrechtskonformen Protest äußert, sondern in Hass, Hetze und Gewalt umschlägt, ist ein Kipppunkt erreicht. Diesen Kipppunkt frühzeitig zu erkennen und zu verstehen, ist die Voraussetzung für ein vorausschauend-präventives Agieren. In dieser Intention ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag[15], dem Deutschen Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund[16] durch die Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus des Bundeskriminalamtes innerhalb von MOTRA ein „Kommunales Monitoring zu Hass, Hetze und Gewalt gegenüber Amtsträgerinnen und Amtsträgern“ gestartet worden. Durch längsschnittlich angelegte bundesweite Online-Befragungen im Rahmen einer Frühjahrs- und Herbstbefragung (halbjährlicher Befragungsturnus) von ehren- und hauptamtlich tätigen (Ober-) Bürgermeistern und (Ober-) Bürgermeisterinnen sowie Landräten und Landrätinnen werden im analogen und/oder digitalen Raum gemachten Erfahrungen zu Hass, Hetze und Übergriffen im Alltag der Amtsausübung in den letzten sechs Monaten erfasst. Das ermöglicht es, längerfristige Entwicklungstrends abzubilden und so im Laufe der Zeit ein näheres Verständnis der Hass und Hetze zu Grunde liegenden Ursachen und Prozesse zu erlangen. Darauf aufbauend wird es so mittelfristig möglich, evidenzbasierte und praxisnahe präventiv ausgerichtete Handlungsstrategien und konkrete Konzepte zu entwickeln.[17]
Transferplattform
MOTRA verbindet als innovative Transferplattform über verschiedene Formate Wissenschaft mit Praxis und Politik. Im Bereich des direkten Wissenstransfers werden - gemeinsam mit der Hochschule Fresenius als Partner im Bereich anwendungsorientierter Wissenschaft mit besonderer Nähe zur Praxis - über Workshops und Konferenzen die Ergebnisse der Verbundforschung zusammengetragen, vermittelt und evaluiert. Bei den jährlich stattfindenden Konferenzen („MOTRA-K“) in Wiesbaden präsentiert der Forschungsverbund aktuelle Zwischenergebnisse und bietet Akteuren aus Wissenschaft und Praxis sowie Multiplikatoren die Möglichkeit, eigene Forschung und Praxiserfahrungen in den Dialog einzubringen. Die jeweiligen Themenschwerpunkte der Konferenzen greifen dabei aktuelle (inter-)nationale gesellschaftliche Entwicklungen auf, die im Trialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik diskutiert und auf etwaige Handlungsimplikationen in den jeweiligen Arbeitsfeldern abgeklopft werden.
Ein weiteres zentrales Transferformat von MOTRA ist der jährlich im Herbst erscheinende und für alle Interessierten frei zugängliche Jahresbericht – der MOTRA-Monitor. Neben der Publikation der Befunde aus dem laufenden MOTRA-Radikalisierungsmonitoring werden darin auch aktuelle Projekte der Radikalisierungsforschung (Forschungsmonitoring) sowie Berichte aus dem Praxisfeld der Extremismusprävention und einer phänomen- und arbeitsfeldübergreifenden Sichtung der Präventionslandschaft in Deutschland (Praxismonitoring) präsentiert. In den MOTRA-Spotlights werden außerdem regelmäßig Einblicke in aktuelle Zwischenergebnisse der Teilprojekte gegeben.
Zwei Ergänzungs-Module erweitern die von MOTRA verfolgte zweite Zielstellung ‚Wissenstransfer` empirisch: Das Forschungsmonitoring (FoMo) erfasst fortlaufend jüngst abgeschlossene und neu aufgenommene Forschungsprojekte zum nationalen Radikalisierungsgeschehen.[18] Das zweite Ergänzungsmodul, der Extremismuspräventionsatlas (EPA), erfasst georeferenziert die Praxislandschaft der Extremismusprävention und verfolgt dabei zwei Ziele: Zum einen wird Beratungssuchenden über eine Online-Datenbank Orientierung zu aktuellen Präventionsangeboten geboten, zum anderen wird über einen regionalräumlichen empirisch-analytischen Abgleich von Angebotsstrukturen mit Indikatoren zum Radikalisierungsgeschehen (wesentlich: Aufkommen politisch/religiös motivierter Kriminalität) ein makro-evaluativer Ansatz verfolgt, indem etwaige Auswirkungen präventiver Angebote auf die Erscheinungsformen des Radikalisierungsgeschehens im Allgemeinen sowie der politisch motivierten Kriminalität im Besonderen untersucht werden.[19]
Transferpartner
Die Transferpartner sind assoziierte Institutionen des MOTRA-Verbunds. Sie unterstützen insbesondere bei der Umsetzung des von MOTRA verfolgten Wissenstransfers zwischen den Arbeitsfeldern Forschung, Praxis und Politik.
· BAG RelEx – Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus e.V.
· BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
· BfV – Bundesamt für Verfassungsschutz
· BMB – Bundesverband Mobile Beratung
· BMFSFJ – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
· BMI – Bundesministerium des Inneren und für Heimat
· BPB – Bundeszentrale für politische Bildung
· DFK – Deutsches Forum für Kriminalprävention
· DLT – Deutscher Landkreistag
· DPT – Deutscher Präventionstag
· DStGB – Deutscher Städte- und Gemeindeverbund
· GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
· HKE – Hessische Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus
Literatur (Auswahl)
- Hunger, S., Hutter, S., & Kanol, E. (2023). The mobilization potential of anti-containment protests in Germany. West European Politics, 46(4), 812-840.
- Völker, T. (2023). How terrorist attacks distort public debates: a comparative study of right-wing and Islamist extremism. Journal of European Public Policy, 1-28. DOI:10.1080/13501763.2023.2269194
- Kemmesies, Uwe; Wetzels, Peter; Austin, Beatrix; Büscher, Christian; Dessecker, Axel; Hutter, Swen; Rieger, Diana (Hrsg.) (2023): MOTRA-Monitor 2022. Wiesbaden: MOTRA. https://www.motra.info/motra-monitor-2022/
- Kemmesies, Uwe; Holz, Isabelle: Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung (MOTRA). In: forum kriminalprävention Heft 3/23. https://www.forum-kriminalpraevention.de/files/1Forum-kriminalpraevention-webseite/pdf/2023-01/MOTRA.pdf
- Schulze, H., Hohner, J., Greipl, S., Girgnhuber, M., Desta, I., & Rieger, D. (2022). Far-right conspiracy groups on fringe platforms: a longitudinal analysis of radicalization dynamics on Telegram. Convergence: The International Journal of Research into New Media Technologies, 28(4), 1103-1126. https://doi.org/10.1177/13548565221104977
- Rothut, S., Schulze, H., Hohner, J., Greipel, S., Rieger, D., & Döring, M. (2022). Radikalisierung im Internet: Ein systematischer Überblick über Forschungsstand, Wirkungsebenen sowie Implikationen für Wissenschaft und Praxis. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-88147-1
- Kemmesies, Uwe; Wetzels, Peter; Austin, Beatrix; Büscher, Christian; Dessecker, Axel; Grande, Edgar; Rieger, Diana (Hrsg.) (2022): MOTRA-Monitor 2021. Wiesbaden: MOTRA. https://www.motra.info/motra-monitor-2022/
- Kemmesies, Uwe; Wetzels, Peter; Austin, Beatrix; Dessecker, Axel; Grande, Edgar; Kusche, Isabel; Rieger, Diana (Hrsg.) (2021): MOTRA-Monitor 2020. Wiesbaden: MOTRA. https://www.motra.info/motra-monitor-2020/
Weblinks
- 26.01.2024. BMI: Start der Ansprechstelle zum Schutz kommunaler Amts- und Mandatsträger - Allianz übergibt sechs Vorschläge für mehr Respekt an Bundesinnenministerin Faeser
- 09.01.2024, Tagesschau: Zwischen Zukunftsangst und Instrumentalisierung https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bauernproteste-interview-gonzatti-100.html
- 28.12.2023, N-TV: Braucht es ein Klima-Fukushima?
https://www.n-tv.de/panorama/Braucht-es-ein-Klima-Fukushima-article24615767.html
- 19.12.2023, forumZFD: Stadtgesellschaft zwischen Pluralismus und Polarisierung. Die Kommunale Konfliktberatung im MOTRA-Monitor 2022
https://www.forumzfd.de/de/stadtgesellschaft-zwischen-pluralismus-und-polarisierung
- 19.08.203, Tagesschau: Was "Fridays for Future" erreicht hat https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/fridays-for-future-244.html
- 28.06.2023, Zeit: Schadet die Letzte Generation wirklich dem Klimaschutz? https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-06/klimaaktivismus-klimaschutz-schaden-letzte-generation
- 21.04.2023, Zeit: „Sie werden auf unsere Gräber pissen“
https://www.zeit.de/green/2023-04/letzte-generation-meinungen-protest-berlin
- 28.02.2023, BR: Radikalisierungstrend trotz Krisen gestoppt
- 27.02.2023, n-tv: Entgegen der Erwartungen: "Heißer Herbst" von Protesten bleibt aus
- 27.02.2023, Tagesschau: Studie: heißer Herbst ist ausgefallen
- 27.02.2023, SZ: Studie: „Heißer Herbst“ hat nicht stattgefunden
- 27.02.2023: MOTRA-Forschungsverbund hält seine Jahreskonferenz ab
- 02.01.2023, NY Times: Climate Activists Find a Way to Get Germany’s Attention: Stop Traffic https://www.nytimes.com/2023/01/02/world/europe/climate-activists-germany-stop-traffic.html
- 17.11.2022: „Wir sind mit veränderten, oft hochprofessionell und digitalisiert agierenden Täterstrukturen konfrontiert“
https://www.bka.de/DE/Presse/Interviews/2022/221117_InterviewMuenchHerbsttagung.html
- 01.09.2022, Spiegel: Corona-Demonstranten sind überwiegend rechts
- 01.09.2022: Deutscher Städtetag: Bürgermeister und Landräte werden oft angefeindet
https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-09/buergermeister-anfeindungen-umfrage-deutscher-staedtetag
- 01.09.2022: Ausmaß der Übergriffe weiter beunruhigend
- 10.07.2020: Handbuch Extremismusprävention
- 20.01.2020: BKA intensiviert die Extremismusforschung und -prävention
https://www.bka.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Presse_2020/pm200120_MOTRA.html
Einzelnachweise
- MOTRA im Profil. In: MOTRA. Abgerufen am 4. März 2024 (deutsch).
- Kemmesies, Uwe; Wetzels, Peter; Austin, Beatrix; Büscher, Christian; Dessecker, Axel; Hutter, Swen; Rieger, Diana: MOTRA-Monitor 2022. Hrsg.: Kemmesies et al. MOTRA, Wiesbaden 2023 (motra.info [PDF]).
- Kemmesies, Uwe: : Perspektiven auf Radikalisierung – Das Verbundprojekt MOTRA im Profil. In: MOTRA (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2020. MOTRA, Wiesbaden (motra.info).
- Kemmesies, Uwe; Wetzels, Peter; Austin, Beatrix; Büscher, Christian; Dessecker, Axel; Hutter, Swen; Rieger, Diana: MOTRA-Monitor 2022. Hrsg.: Kemmesies et al. MOTRA, Wiesbaden 2023 (motra.info [PDF]).
- Fischer, J.M.K., Endtricht, R. & Farren, D.: Die Bedeutung kollektiver Marginalisierung und negativer sozialer Emotionen für die Erklärung extremismusaffiner politischer Einstellungen: Eine empirische Untersuchung auf Basis der General Strain Theory. In: Rechtspsychologie. Band 8, Nr. 2, 2022, S. 173–195, doi:10.5771/2365-1083-2022-2-173.
- Kleinschnittger, Janosch; Richter, Thomas, Brettfeld, Katrin; Wetzels, Peter: Menschen in Deutschland: International (MiDInt). Ein neues Monitoringinstrument der MOTRA-Familie. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2022. MOTRA, Wiesbaden.
- Grande, E.; Hutter, S.; Koopmans, R.; Hunger, S.; Kanol, E.; Saldivia Gonzatti, D.; & Völker, T: Politischer Protest und Radikalisierung. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2020. MOTRA, Wiesbaden 2021, S. 130–147.
- Kanol, E.: Contexts of Radicalization of Jihadi Foreign Fighters from Europe. In: Perspectives on Terrorism. Band 16, Nr. 3, 2022, S. 45–62.
- Bretschi, David; Michaelis, Sandra; Bitschnau, Sarah & Kemmesies, Uwe: Kriminologische Sozialraumanalysen – Regionalräumliche Wechselwirkungen und Einflüsse sozialer Desorganisation auf politisch (rechts-)motivierte Kriminalität. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2022. MOTRA, Wiesbaden (motra.info [PDF]).
- Glaser, Michaela: "Weil das jetzt wirklich in den Mainstream reingeht“. Aktuelle Radikalisierungsdynamiken aus Sicht der Praxis Ergebnisse der regionalen Expert*innenbefragung 2022/2023. (berghof-foundation.org).
- Fecher, Lena; Hirth, Maria-Anna & Dessecker, Axel: Eine Einzelfallanalyse zu den Motiven jihadistischer Tathandlungen. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2022. MOTRA, Wiesbaden 2023 (motra.info [PDF]).
- Madeira, O.; Plattner, G.; Gazos, A.; Röller, T.; Büscher, C. Technologiemonitoring: Das Potenzial von Metaverse und KI für extremistische Verwendungszwecke. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2022. MOTRA, Wiesbaden (motra.info [PDF]).
- Madeira, O.; Plattner, G.; Gazos, A.; Röller, T.; Büscher, C.: Aktuelle Befunde aus dem Technologiemonitoring – Extremismus und Radikalisierung im Metaverse. In: MOTRA-Spotlight 08/23. MOTRA, Wiesbaden (motra.info [PDF]).
- Richter, Thomas; Brettfeld, Katrin; Greipl, Simon; Hohner, Julian; Hunger, Sophia; Kanol, Eylem; El Masri, Mirna; Wetzels, Peter: Auswirkungen des Gaza-Krieges 2021 auf Deutschland: eine mehrdimensionale Analyse des Radikalisierungsgeschehens. Hrsg.: Kemmesies et al. MOTRA, Wiesbaden (motra.info [PDF]).
- Ausmaß der Übergriffe weiter beunruhigend: Monitoring Gewalt gegen kommunale Amtsträger: Ausmaß der Übergriffe weiter beunruhigend. Abgerufen am 4. März 2024 (deutsch).
- Kommunales Monitoring zu Hass, Hetze und Gewalt gegenüber Amts- und Mandatsträger*innen (KoMo) – Bitte um Mitwirkung! Abgerufen am 4. März 2024.
- Kirsten Eberspach, Sarah Bitschnau, Uwe Kemmesies: Beobachtungen aus dem Kommunalen Monitoring Befunde zur Herbstbefragung ´22. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2022. MOTRA, Wiesbaden.
- Kemmesies, Uwe; Heimerl, Benjamin: MOTRA-Forschungsmonitoring: Radikalisierungsforschung 2018–2022 in Deutschland. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2022. MOTRA, Wiesbaden.
- King, Sonja; Michaelis, Sandra; Kemmesies, Uwe: Monitoring der Extremismus- Präventionslandschaft: Wirken unsere Anstrengungen? – Erste Hinweise aus einem explorativ makro-evaluativen Zugang. In: Kemmesies et al. (Hrsg.): MOTRA-Monitor 2022. MOTRA, Wiesbaden.