Pfarrkirche Thaya
Die römisch-katholische Pfarrkirche Thaya steht im Osten des Straßenplatzes auf einer Geländestufe in der Ortschaft der Marktgemeinde Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich. Die dem Patrozinium der Heiligen Peter und Paul unterstellte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Waidhofen an der Thaya in der Diözese St. Pölten. Die Kirche steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).



Geschichte
Die im Kern romanische Chorturmkirche mit einem massiven wehrhaften Turm entstand im 12. Jahrhundert und wurde in weiterer Folge gotisch verändert. Erneuerungen erfolgten nach Zerstörungen im 15. Jahrhundert und nach 1619. Nach einem Brand 1718 erfolgte eine Wiederherstellung durch den Maurermeister Matthias Fölser. 1749/1750 erfolgten weitere Bauarbeiten. 1851 und 1892 bis 1897 waren Renovierungen. Restaurierungen erfolgten 1956/1961 und 1973/1974.
Die Pfarre wurde im 12. Jahrhundert gegründet und urkundlich 1283 genannt.
Architektur
Das Kirchenäußere zeigt eine schmucklose, barock veränderte Westfront mit Giebelvolutenanläufen und eine erneuerte Vorhalle. Am schlichten, im Kern romanischen Langhaus zeigen sich Rundbogenfenster und zwei gotische Kreisfenster und frühbarocke Halbkreisfenster in der Höhe des gotischen Gewölbes, nordseitig zeigt das Langhaus das Gewände eines gotischen Spitzbogenportals und ein freigelegtes hochgelegenes romanisches Rundbogenfenster. Im Süden steht ein kleiner Anbau einer Ölbergkapelle um 1900. Der gotische Rechteckchor mit barocken Rundbogenfenstern ist durch ein barockes Abschlussgesims mit dem Langhaus verbunden, seitlich wurden 1750 barocke Mauerverstärkungen wegen des Turmes vorgelegt. Über dem östlichen Chorjoch steht der 1718 erneuerte und erhöhte Turm mit rundbogigen Schallfenstern und einem erneuerten Zwiebelhelm aus 1961. Am westlichen Chorjoch steht südlich die Johannes-Nepomuk-Kapelle aus 1749/1750 mit einer Apsisausbuchtung und Rundbogenfenstern. Der nördliche Sakristeianbau entstand 1959.
Das Kircheninnere zeigt ein im Kern romanisches Langhaus, ursprünglich unter einer Flachdecke, über dem Gewölbe romanisch erhalten, die Rundbogenfenster zeigen eine gemalte gotische Rankeneinfassung aus der Zeit um 1400, das Langhaus ist mittlerweile eine zweischiffige fünfjochige spätgotische Hallenkirche mit einem Kreuzrippengewölbe auf Achtseitpfeilern und polygonalen Wandvorlagen, es gibt Schlusssteine in den Mitteljochen, vor dem spitzbogigen abgefasten Triumphbogen gabelt sich die Scheidrippe auf, und die Diagonalrippen sind im Joch vor dem Triumphbogen unvollständig. Die Orgelempore um 1500 ist kreuzrippenunterwölbt, das Gewölbe ruht auf einem tordierten Säulenstumpf, zum Langhaus gibt es gedrückte und gekehlte Arkaden mit kielbogenartigen Einsprüngen, südlich befinden sich Doppelwappenschilde.
Der Rechteckchor aus dem frühen 14. Jahrhundert hat ein Kreuzrippengewölbe und eine Gurtrippe auf nahtlos in teils gebündelten Diensten und skulpturierte Schlusssteine. Es gibt eine spitzbogige Sakramentsnische und eine eisenbeschlagene Sakristeitür. Die barocke Kommunionbank mit Balustern aus Granit entstand im 18. Jahrhundert. Im ersten Chorjoch befindet sich südseitig eine hohe Rundbogenöffnung zur Johannes-Nepomuk-Kapelle um 1750, die Kapelle ist durch eine vorschwingende Empore zweigeteilt und dem ovalen Kapellenraum angepasst, die Kapelle hat ein Platzlgewölbe auf schrägen Eckstützen mit Rundbogennischen mit kleinen Scheintreppen von ursprünglichen Figurenszenen.
Die Glasmalereien aus 1896 im Langhaus und in der Sakristei zeigen Mariä Vermählung, Krönung von Karl dem Großen, Opferung Isaaks, Kreuzannagelung und den hl. Leopold.
Einrichtung
Der Hochaltar aus marmoriertem Holz mit einem Hauptgeschoß mit Doppelsäulen entstand um 1765/1770 und war bis 1965 freistehend, er zeigt das Altarblatt Abschied der Heiligen Peter und Paul gemalt von Johann Höfel 1831 und trägt die Seitenfiguren der Heiligen Joachim und Anna um 1770 vom ehemaligen Auszug, der neue Aufsatz ist aus 1893. Ein neobarockes Schnitzantependium aus 1965 befindet sich an der Stelle der ehemaligen Mensa. Die Figuren der Heiligen Peter und Paul befanden sich ehemals auf Opfergangsportalen.
Die Kreuzwegbilder aus 1889 wurden aus der Pfarrkirche Unken in Salzburg hierher übertragen.
Die Orgel baute Orgelbau Krenn 1975. Eine Glocke nennt Johann Baptist Dival 1722. Eine Glocke nennt Ferdinand Vötterlechner 1746.
Grabdenkmäler
Außen
- Gotische Grabplatte zu Weichard von Weißenbach um 1350.
Innen
- Priestergrabsteine aus dem 18. Jahrhundert.
Literatur
- Thaya, Pfarrkirche Hll. Petrus und Paulus, Ehemaliger Karner. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. S. 1166–1667.