Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft

Die Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft (PHG) wurde 1996 als gemeinnütziger Verein in Hamburg gegründet und hat heute ca. 300 Mitglieder. Gründungsmitglieder waren u.a. die Literaturübersetzerin Maralde Meyer-Minnemann und der Autor Peter Koj. Die Gesellschaft möchte durch ihren Namen an die seit Jahrhunderten bestehenden Beziehungen zwischen der Hansestadt Hamburg und Portugal anknüpfen. Die Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft besteht als gemeinnütziger Verein seit seiner Gründung mit einer konstanten Mitgliedschaft von 300 Mitgliedern. Der Verein trägt mit internationalem kulturellem Austausch und der Herausgabe von Publikationen zur Völkerverständigung bei. Laut Satzung ist der Zweck des Vereins "...die Förderung von Kunst und Kultur sowie Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens. Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Vermittlung und Verbreitung von Kenntnissen über das Land Portugal und seine Sprache und Kultur, die Durchführung portugiesischer oder deutsch-portugiesischer kultureller Veranstaltungen, die Unterstützung sozialer Einrichtungen, die Pflege persönlicher Kontakte mit Portugiesen und Jugendaustausch".

Wappen des Vereins

Aktivitäten

Die Gesellschaft veranstaltet regelmäßig Lesungen portugiesisch-sprachiger Literatur und deren Übersetzungen, Fado-Konzerte, Ausstellungen sowie kulinarische Veranstaltungen (Weinproben, „Ronda dos Restaurantes“, „Sardinhadas“/trad. Sardinen-Grillen). Der Verein unterstützt Veranstaltungen, die menschliche, wissenschaftliche und kulturelle Verbindungen zwischen Hamburg und Portugal fördern auch im Sinne der europäischen Integration.[1] Dies geschieht hauptsächlich während der vom Hamburger Senat organisierten Europawochen, die jährlich im Mai stattfinden.[2] Die Gesellschaft unterstützt darüber hinaus Austauschprojekte, Ausstellungen und Kolloquien und fördert finanziell verschiedene soziale Projekte in Portugal und dem lusofonen Raum.[3] Weiterhin gibt es enge Verbindungen zu Partner-Organisationen in Deutschland und Portugal.[4]

Am 5.Mai 2021 veranstaltete die PHG im Rahmen des „European Year of Rail 2021“ ein Webinar zum Thema „Im Zug durch Europa?- Perspektiven des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs“ (Schwerpunkt Atlantikachse)[5] mit denTeilnehmern

  • Dirk Buhl, Nomad Tech
  • Sophie Buyse, DB Fernverkehr AG
  • Lena Donat, Germanwatch
  • Michael Donth, Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur des Deutschen Bundestages
  • Kathrin Obst, Europäische Kommission: Generaldirektion Mobilität und Verkehr
  • Andreas Schröder, Europäischer Fahrgastverband EPF/ PRO BAHN

Auf Initiative der PHG wurde in Hamburg-Bahrenfeld eine Straße nach der bekanntesten portugiesischen Fado-Sängerin Amália Rodrigues benannt (Amália-Rodrigues-Weg, Einweihung 28. August 2010)[6][7] Von Mitgliedern der PHG wurde dort eine Gedenktafel angebracht, vor der alljährlich von portugiesischen Mitbürgern Blumen zum Geburtstag der Sängerin niedergelegt werden.

Als zentrale Publikation wird von der PHG eine Zeitschrift, die Portugal-Post halbjährlich herausgebracht (nicht zu verwechseln mit der Zeitung Portugal Post). Ein großer Teil der Artikel erscheint zweisprachig. Man befasst sich hauptsächlich mit kulturellen Themen, die aber nicht nur Portugal betreffen, sondern den gesamten portugiesischsprachigen Sprachraum. In einem umfassenden Online-Archiv[8] werden die Artikel gesammelt und stehen zur Auswertung bereit. Neue portugiesische Literatur wird monatlich vorgestellt.[9]

Andere Aktivitäten des Vereins konzentrieren sich auf die Organisation von lusophonen Musik- und Kulturveranstaltungen im Hamburger Raum[10]. So wurde im Jahr 2010 der 90. Geburtstag der bekannten portugiesischen Fadosängerin Amália Rodrigues mit einem Fest und einer Kulturveranstaltung begangen. Neben regelmäßigen Fadokonzerten spielt dabei auch die Musik der Kapverden eine große Rolle. So fanden 2023 ein PHG-Konzert mit BILAN[11] und 2018 ein Konzert mit der Gruppe "Nôs Raís"[12] statt.

Die PHG möchte mit der Arbeit zur Völkerverständigung beitragen und stellt sich gegen jede Art von Fremdenhass und Ausgrenzung. Hamburg mit seiner starken portugiesischen Präsenz (mehr als 11.000 portugiesische Mitbürger[13], eine Vielzahl portugiesischer Restaurants[14], Cafés[15], Geschäfte, Firmen und Freizeitorganisationen) bietet hier ein reiches Betätigungsfeld.[16] Der Verein war über mehrere Jahre am portugiesischen Kultur- und Volksfest Arraial português im Museum für Völkerkunde, an dem alle portugiesischen und deutsch-portugiesischen Vereinigungen mitwirkten, beteiligt. Dort nahmen bis 2012 alljährlich einige Tausend Besuchern teil.

Portugal in Hamburg

1996 trat nahezu der gesamte (und größte) Landesverband der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft (DPG) geschlossen in die neugegründete Portugiesisch-Hanseatische Gesllschaft über, unter anderem, weil die Mitglieder den besonderen Bezug Hamburgs zu Portugal in der DPG nicht genügend repräsentiert fanden: Portugal war zu Zeiten der Hanse die führende Seefahrer- und Entdeckernation. Hamburg verdankt ihr im 16. und 17. Jahrhundert den Anschluss an die neuen Weltmärkte, vor allem im Fernen Osten. Spuren dieser frühen Verbindung finden sich an der Elbe noch heute: vom Standbild des Entdeckers der Indienroute, Vasco da Gama, an der Hamburger Kornhausbrücke (das Denkmal seines Landsmannes und Weltumseglers Magalhães/Magellan an der Südseite derselben Brücke fiel den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer), über den „Portugaleser“, einer Münze „nach Portugalis Schrot und Korn“, die heute noch als Medaille verliehen wird, bis zu dem portugiesisch-jüdischen Friedhof an der Königstraße im Stadtteil Altona mit seinen 2.000 Prachtgräbern der seit Ende des 16. Jahrhunderts in Hamburg ansässigen portugiesischen Kaufleute, Ärzte und Gelehrten.

Dass diese maritimen Verbindungen nie abrissen, zeigt das an den Landungsbrücken liegende Segelschiff Rickmer Rickmers, das als Sagres über 40 Jahre als Segelschulschiff der portugiesischen Marine diente und heute ein deutsch-portugiesischer Treffpunkt ist. Laut Eigendarstellung möchte der Verein "Mit dem Rückgriff auf die portugiesisch-hanseatische Vergangenheit ... aber auch über Hamburg hinaus wirken, denn schließlich war die Elbmetropole nur eine von vielen Hansestädten, und sie alle pflegten Handel und Kulturaustausch mit Portugal. Das Portugal von heute, seine Kultur und Sprache, seine Menschen, seine Landschaft stehen im Mittelpunkt des Vereinslebens."[17]

Einzelnachweise

  1. Stärkung der kulturellen Verbindung Hamburg- Portugal.
  2. Aktivitäten des Vereins während der jährlichen Europawochen in Hamburg
  3. Die Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft fördert die soziale Arbeit von ABLA, Lissabon
  4. Partner-Organisation DVL Deutscher Verein Lissabon
  5. Im Zug durch Europa - Perspektiven des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs 1. Teil Vorträge. Abgerufen am 22. Februar 2024 (deutsch).
  6. Veranstaltungstermine in Hamburg. 28. August 2010, abgerufen am 22. Februar 2024 (deutsch).
  7. Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft e.V. - Associa��o Luso-Hanseática online. Abgerufen am 22. Februar 2024.
  8. Archiv der Portugal-Post
  9. PHG Buch des Monats. Abgerufen am 22. Februar 2024.
  10. Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft - YouTube. Abgerufen am 24. Februar 2024.
  11. Rückblick: Kapverdische Literatur und Musik am 17.10.2023. Abgerufen am 24. Februar 2024.
  12. P. H. G. Hamburg: 2018 Konzert Nôs Raís von den KapVerden. 29. Juni 2018, abgerufen am 24. Februar 2024.
  13. Die TAZ (31.8.2006) schreibt über die portugiesische Minderheit in Hamburg und die Arbeit der PHG
  14. Liste der portugiesischen Restaurants in Hamburg
  15. Liste der portugiesischen Cafés in Hamburg
  16. Hamburg.Tourismus über die Arbeit des Vereins
  17. Wir über uns. Abgerufen am 22. Februar 2024.
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