Porzellankeramik
Als Porzellankeramik (englisch porcelian ceramic) werden seit etwa 2002 große Arbeitsplatten bezeichnet, die im Bauwesen, Innenausbau, zur Möbelherstellung und im Schiffsbau verwendet werden. Diese künstlich hergestellten Platten werden in Elektro-Öfen gebrannt. In diesem Herstellungsprozess entstehen dünne Platten mit einer hoch verdichteten und homogenen Oberfläche, die leichter als Aluminium sind und härter als Granit sein sollen.

Historie
Porzellankeramik wird seit dem 7. Jahrhundert hergestellt, dabei wurden damals mineralische Massen vorgeformt, vor allem für Geschirr. Diese Formen wurden in einem Vorbrand gefestigt und in einem zweiten Brand schmolz dieser Vorbrand und die porige Masse verdichtete sich. Im 20. Jahrhunderts entdeckte man, dass dieses Material gegen Strom isoliert, und Isolatoren wurden gebrannt. Um das Jahr 2000 ergaben sich neue Einsatzfelder für die Porzellankeramik. Es gelang dem italienischen Maschinenhersteller „System“ neue Verfahren zu entwickeln, um derartig große und dünne Platten im industriellen Maßstab herzustellen. Mit der vorhandenen Schneidtechnik der Wasserstrahlschneidemaschinen mit digitalen Steuerungen ließen sich ferner beliebige Formate und Ausschnitte schneiden.
Herstellung
Die Herstellungsverfahren der großen Porzellanplatten werden nicht bekannt gegeben. Zunächst wird das spätere Dekor festgelegt, das zumeist Natursteinen nachempfunden ist, dann werden die Platten mit den gemahlenen Rohstoffen (Ton, Feldspat, Quarzsand), die aus mineralischen Stoffen bestehen, mit einem Druck von 18 Tausend Tonnen verpresst und bei Temperaturen von über eintausend Grad gebrannt.[1] Die dabei entstehenden Rohlinge werden vor dem Brennen in Trockenkammern gebracht, anschließend in einem Elektro-Ofen gebrannt und danach formatiert. Während im Brennprozess der Feldspatanteil im Porzellan schmilzt, kristallisiert er beim Abkühlen wegen seiner Zähigkeit nicht wieder aus, wie dies bei Keramiken wie Feinsteinzeug oder Steingut der Fall ist. Porzellankeramik enthält fein gemahlenes Zirconiumsilicat, das beim Brennen zu seiner großen Härte und zu seinem dichten Gefüge führt.
Verwendung
Porzellankeramik findet im Bauwesen, Möbel- und Innenausbau sowie Schiffbau, Küchen-, Bäder- und Medizinbereich als Arbeitsplatten Verwendung. Wegen ihres hohen Härtegrads ist sie kratzfest und sie ist feuerfest. Sie widersteht organischen und anorganischen Lösungs-, Desinfektions- und Reinigungsmittel sowie Chemikalien (außer Flusssäure). Porzellankeramik ist UV-beständig und hydrophob und ihr spezifisches Gewicht ist gering.
Abmessungen
Porzellankeramik-Platten werden je nach Verwendung in Abmessungen bis zu 3,60 × 1,20 und 3,20 × 1,50 Meter hergestellt. Die Abmessungen unterscheiden sich je nach Verwendungszweck, für Wandbeläge gibt es Platten in 3 mm, fünf Bodenbeläge in fünf mm, für besondere Anforderungen in 6 mm und für Arbeitsplatten in 10 mm Stärke. Als es in den ersten Jahren der Verwendung zu Bruchschäden wegen der extrem dünnen Platten gekommen war, werden inzwischen auch Platten mit einem Glasfasergewebe gegen die Bruchgefahren verstärkt, das mit Epoxidharz auf die Rückseite aufgeklebt wird.[2] Es gibt auch Platten, die mit Stärken über 10 mm hergestellt werden.
Nachhaltigkeit
Bei der Herstellung der Porzellanplatten werden höhe Drücke und beim Brennen hohe Temperaturen erforderlich, die hohe Energieverbräuche nach sich ziehen. Zum Herstellen der Plattenformate müssen Wasserstrahlschneidemaschinen eingesetzt werden, die hohe Wasserdrücke mit einem hohen Energieaufwand erfordern. Die Entsorgung ist unproblematisch, da es sich um einen mineralischen Stoff handelt.
Weblinks
Einzelnachweise
- Porcelain Ceramic (englisch), ohne Datum, abgerufen am 11. Februar 2014
- Porzellankeramik, ohne Datum, abgerufen am 11. Februar 2024. In: Baunetz-Wissen