Santa Isabel (Schiff, 1915)

Die Santa Isabel war ein Passagier- und Frachtschiff der Reederei Compañía Transatlántica Española aus Barcelona. Das Schiff wurde auf der Werft Sociedad Española de Construcción Naval (SECN) in Puerto Real unter der Baunummer 43 im Jahr 1915 auf Kiel gelegt und Anfang 1916 in Dienst genommen. Im Januar 1921 strandete der Dampfer im Sturm vor der galizischen Küste, wobei über 200 Menschen ums Leben kamen.

Santa Isabel.

Technische Daten

Die aus Stahl gebaute und mit 2.492 BRT vermessene Santa Isabel war 88,85 Meter lang und 12,20 Meter breit, der Tiefgang lag in voll beladenem Zustand bei knapp 8,4 Metern. Zwei Dampfkessel und zwei Getriebeturbinen, die zwei Wellen ansteuerten, ermöglichten dem Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 14 Knoten (rund 27 km/h). Die Maschinenleistung lag bei 1.400 PS.

Untergang

Anfang Januar 1921 befand sich die Santa Isabel auf einer Reise von A Coruña nach Cádiz. An Bord des von Kapitän Esteban Muñiz García geführten Schiffes befanden sich 185 Passagiere (zumeist Auswanderer, die von Cadiz aus mit größeren Transatlantikdampfern nach Südamerika ausreisen wollten) und 84 Crewangehörige[1].

Bereits kurz nach dem Auslaufen aus A Coruña geriet das Schiff in einen starken Orkan. In den frühen Morgenstunden des 2. Januar 1921, etwa gegen 1:50 Uhr, lief das Schiff in der Dunkelheit, in hohem Seegang und in dichten Regenschauern in der Bucht Ría de Arousa, etwa 200 Meter von der Küstenlinie der Insel Isla de Sálvora entfernt[1], auf Klippen auf. Infolge des Sturms kenterte das auf den Felsen aufsitzende Schiff innerhalb weniger Minuten[2]. Da der Untergang vom nahen Leuchtturm auf der Isla de Sálvora aus bemerkt worden war, eilte der Leuchtturmwärter umgehend in einen etwa zwei Kilometer entfernten Küstenort und verständigte die dortige Bevölkerung über das Unglück, worauf drei Rettungsboote zum Untergangsort ausgesandt wurden[2]. Eines dieser Boote wurde von drei jungen Frauen gesteuert (Cipriana Oujo, Josefa Parada und María Fernández); alleine ihnen gelang es mit ihrem Boot, vermutlich zwischen 15 und 20 Menschen aus dem sturmgepeitschten Meer zu bergen[2].

Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte konnten insgesamt nur 56 Personen gerettet werden (29 Passagiere und 27 Besatzungsangehörige)[1]. 213 Menschen kamen beim Schiffbruch ums Leben.

Später kamen Vorwürfe von überlebenden Passagieren auf, die beinhalteten, dass die Besatzung sich primär darum gekümmert habe, sich selbst in Sicherheit zu bringen[3]. Dagegen steht die Darstellung, dass sich etwa Luis Cebreiro, der zweite Offizier der Santa Isabel, vorbildlich um die Passagiere gekümmert und sich geweigert habe, ein Rettungsboot zu besteigen; im wird die Rettung von zahlreichen Menschen zugeschrieben[2]. Ein weiteres Gerücht besagte, dass die Bewohner der Isla de Sálvora sich an der Plünderung von angetriebenem Eigentum der Passagiere beteiligt beziehungsweise sich der Strandräuberei schuldig gemacht hätten[2].

Einzelnachweise

  1. Lettens, Jan: SS Santa Isabel (+1921). In: Wrecksite. 6. Juni 2022, abgerufen am 9. März 2024 (englisch).
  2. Sara Vila: Unfounded (but not wreckless) claims 90 years after Galician sea disaster. In: El País. 8. März 2011, ISSN 1134-6582 (elpais.com [abgerufen am 7. September 2019]).
  3. The New York Times (New York City): Panic Prevailed. In Spanish Wreck; Survivor of Santa Isabel Says Crew Ignored Orders and Fled in Boats, Which Capsized.. 7. Januar 1921, S. 4.
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