Seutter von Loetzen (Adelsgeschlecht)
Die Patrizier, Reichsritter und Freiherren der großteils evangelischen Familie Seutter von Loetzen (auch Seutter von Lötzen) sind Nachkommen der Seutter (auch Seuter), die um 1500 als Ritter und Bürger in der Reichsstadt Kempten ansässig waren. Das schwäbische Adelsgeschlecht stammt aus dem Allgäu in Oberschwaben. Erste urkundliche Nennungen gibt es im 13. und 14. Jahrhundert. Die ununterbrochene Stammliste umfasst 18 Generationen vom 15. bis ins 21. Jahrhundert.

Name und Herkommen
Der Familienname Seutter ist in Süddeutschland weit verbreitet und ist vermutlich ein mittelhochdeutsches Lehnwort zu lateinisch sutor (Flickschuster), mit der Bedeutung: Näher, Schneider, Schuster. Bis in die Neuzeit hinein gab es viele Schreibvarianten, neben Seutter auch Saiter, Seiter, Seyder, Seuter, Sewter, Soiter, Suiter, Sutor, Sutter, ...
Anmerkung: Familien mit gleichem oder ähnlichem Namen, die aber nicht oder nicht nahe verwandt sind, sorgen oft für genealogische Verwirrung; so der bedeutende Jurist und Delegierte der Reichsstadt Kempten am Reichstag zu Augsburg, Melchior Seuter[1] (auch Soiter, Soyter, Seutter) (um 1500-1554), und sein Bruder Joachim (geb. um 1502), Bürgermeister 1531-1562 von Landsberg am Lech. Sie stammten vermutlich aus Rothenburg, beide hatten Töchter des berühmten und gelehrten Humanisten, Juristen und Historikers Konrad Peutinger[2] (1465-1547) und seiner ebenso bedeutenden Gemahlin Margaretha, geb. Welser (1481-1552/53), geheiratet, und ihre Nachkommen waren vielfach versippt mit den süddeutschen Patriziern und den Seutter von Loetzen. Sicher nicht verwandt sind die aus Schottland nach St. Gallen in der Schweiz gekommenen Soutter von Johnston[3], deren Name zu Sautter, Seuter und Seutter eingedeutscht wurde, und die Angehörigen der Handwerker- und Künstlerfamilie Seutter[4] in Augsburg: Unter ihnen waren berühmte Zeichner, Kupferstecher, Goldschmiede, Emailleure, Silberhändler, Porzellan- und Fayencemaler und Stoffdrucker, aber auch Kartographen und Verleger von Landkarten und Globen. In den Hochzeitsbüchern der Augsburger Bürgerstube werden weitere Seuter genannt, u. a. die Familie des bedeutenden Juristen Werner Seutter (um 1532-1599), der am Höchsten Gericht in Speyer, als Advokat in Augsburg, als Vertreter der Reichsstadt Donauwörth auf dem Reichstag zu Augsburg, und in Ulm tätig war. Er kam aus Schwäbisch Hall und von seiner Familie behauptet Friedrich Cast im "Genealogischen Jahrbuch des deutschen Adels für 1844"[5], es wären Vorfahren der Freiherren Seutter von Loetzen in Ulm ...
Die frühen Seutter in Kempten waren Ritter und adelige Bürger und wurden i. A. Seuter genannt, auch Sewter usw. (Im 15. und 16. Jahrhundert war das „von“ im Namen i. A. noch kein Kennzeichen des Adels, sondern bedeutete das Kommen aus einer bestimmten Ortschaft.) Die von 1460 bis 1490 am Markt in Kempten wohnenden Seuter, Vorfahren der Seutter von Loetzen, wurden auch Seuter-Finsterlin[6] genannt.
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1559, mit der Adelsbestätigung und Erhebung auch in den erblichen Reichsadel und erbländisch-österreichischen Adel durch Kaiser Ferdinand I., wurde dem Geschlecht das Prädikat „von Loetzen“ zuerkannt. Loetzen, auch Letzen, Lezen, Letzau, Lötzen oder Lotzen genannt, war ein im Stiftsgebiet Kempten gelegenes Rittergut und Schlösschen im heute Letten genannten Ortsteil von Kempten, das den Seutter zu Lehen gegeben wurde und das sie von 1532 bis 1600 besaßen. Eine Letze war eine kleine wehrtechnische Anlage an der äußersten Verteidigungslinie eines Gebiets, zum Beispiel ein Grenzverhau, eine Wegsperre oder ein Wehrturm. (Zum Landkreis, zur Burg und zur Stadt Lötzen (polnisch: Giżycko) im historischen Ostpreußen gibt es keinen familiengeschichtlichen Bezug.)



Schon vor 1300 zogen Angehörige des später Seutter von Loetzen genannten Geschlechts aus dem Allgäu, u. a. aus Füssen, in die 1289 zur Reichsstadt erhobenen Stadt Kempten, wo sie von Anfang an öffentliche Ämter innehatten. Und sie saßen auf Rittergütern im Umland von Kempten, die sie teils zu Eigen, teils zu Lehen hatten, mit Gericht, Zwang und Bann. Neben dem namensgebenden Letzen werden insbesondere Eggen (auch Egg, z'Eggen) und Lenzfried (auch Lenzfritz, Lempfried) genannt; aber auch nördlich von Kempten und weiter entfernt gab es Besitzungen. Auch ihre Frauen stammten aus dem reichsstädtischen Patriziat Oberschwabens, das einen weltweiten Handel trieb und nicht nur Reichtum erwarb, sondern sich auch durch Weltoffenheit, Bildung und Können auszeichnete. Etwa ab dem 15. Jahrhundert dominierte die Tätigkeit im Groß- und Fernhandel u. a. nach Italien und Spanien, insbesondere mit schwäbischer Leinwand, und im politischen Engagement als Patrizier vor allem der Reichsstädte Kempten, Nürnberg, Ulm und Lindau (B).
Das Auf und Ab der Familiengeschichte hat der Historiker Hans Marte zum Inhalt seines Artikels „Ein Lindauer Patriziergeschlecht im Spiegel der Zeit“ (erschienen am 26. August 1954 in „Der Lindauer Reitende Bote“) gemacht. Treffend titelt er: „An dem Beispiel der Geschichte der alten Lindauer Patrizierfamilie der Seutter von Loetzen soll hier gezeigt werden, wie das Wetter für die Schicksale einer Familie in der großen Außenpolitik gemacht wird“.
Stammwappen, Adelsbestätigungen, Wappenbesserungen und Standeserhöhungen

Im 14. Jahrhundert lebten zwei Linien des Namens Seuter in Kempten. Eine führte einen Armbrustbolzen im Wappen; hingegen zeigt das schon 1383 und 1476 belegte Stammwappen des ab 1559 Seutter von Loetzen genannten Geschlechts einen aufrecht stehenden und oben offenen goldenen Roßmaulkorb auf schwarzem Grund. (Der so in Urkunden bezeichnete Korb wurde manchmal als Feuerkorb, auch als Schildverstrebung gedeutet; bei Siebmacher und bei Kneschke ist es eine Fischreuse.)
Anmerkung: Verbindlich für ein Wappen ist nicht die oft recht frei gestaltete Zeichnung, sondern die Wappenbeschreibung, die Blasonierung. Dabei sind rechts bzw. vorne, und links bzw. hinten, heraldisch zu verstehen, also auf die Blickrichtung und den rechten Arm (Schwertarm) des Schildträgers bezogen: Der Schild wurde am linken Arm geführt.
Das Seutter-Wappen befindet sich u. a. am Rathaus in Kempten und am Alten Rathaus von Lindau, und auch im Abtswappen von Caspar Suiter[7] aus Füssen, der 1455/56 zum 4. Abt des Welfenklosters Steingaden gewählt wurde - vor 1434 gab es Pröpste. Er starb am 11. Juni 1491 und war u. a. Ratgeber des Bischofs von Augsburg. Als erstem Abt von Steingaden wurden ihm bei einem Rombesuch 1475 die Pontifikalien verliehen, die auch sein Abtswappen schmücken. Der Herzschild vor dem gevierten Wappen zeigt in Blau eine goldene Schüssel mit dem abgetrennten Haupt des Kirchenpatrons Johannes Baptist. In Feld 1 steht in Gold der schwarze Welfen-Löwe, in 2 und 3 in Rot ein steinernes Portal (für Steingaden), und in Feld 4 das Seutter-Wappen, der goldene Korb in Schwarz. Gordian (I.) „der Alt“, Stadtammann zu Kempten, und seinem Bruder Ulrich - er war u. a. 1469 Bürgermeister - „die Seuter“ hat der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. am 29. Jänner 1491 in Linz an der Donau ihr adeliges Herkommen bestätigt und ihr Wappen gebessert: Über dem Stammwappen ein geschlossener Stechhelm mit schwarz-goldenen Helmdecken und dem goldenen Korb des Stammwappens auf einem schwarzen Kremp- bzw. Stulphut. Die Kaiser Karl V., Ferdinand I., Maximilian II., Rudolf II., Ferdinand II. und Leopold I. haben den Nachkommen in Anerkennung ihrer besonderen Leistungen weitere Adels- und Wappenbesserungen sowie besondere Schutz- und Schirmbriefe gewährt.

Der aus der Ulmer Linie stammende Johann (Hans) Conrad Seutter von Loetzen (1657–1730) auf Atzelsberg und Steinach wurde 1703/04 von Kaiser Joseph I. in den erbländisch-österreichischen Freiherrnstand und 1712 von Kaiser Karl VI. in den Reichsfreiherrnstand erhoben. Sein Wappen ist geviert mit dem Stammwappen als Herzschild; in I. und IV. in Gold ein gekrönter schwarzer Adler im Aufflug und in II. und III. in Rot ein von drei silbernen Lilien beseiteter goldener Sparren; darüber die 7-zackige Freiherrnkrone und 2 mit Laubkronen gekrönte offene Turnierhelme (Bügel- oder Spangenhelm) mit Schmuckketten, darauf rechts der goldene Korb besteckt mit einem natürlichen Pfauenwedel und links ein rechtssehender schwarzer gekrönter Adler im Aufflug; die Helmdecken rechts sind schwarz-golden und links rot-golden oder auch rot-silbern.
Dieses Wappen – natürlich in der ritterlichen Ausgestaltung, ohne die Freiherrnkrone – haben auch die zu Ende des 18. Jahrhunderts in Lindau lebenden Patrizier Seutter von Loetzen unbeanstandet geführt, u. a. die Bürgermeister Johann Michael (I.) und (III.).

Nach 1806 - mit dem Ende des römisch-deutschen Reichs war jeder Reichsadel erloschen! - mussten die ehemals reichsadeligen Häuser um die (kostspielige) Anerkennung ihres Adels im jeweiligen Nachfolgestaaten ansuchen. Im Königreich Württemberg und im Großherzogtum Baden konnten die Nachkommen der Brüder Albrecht (II.) († 1735) und Marcus (Marx) Conrad (1685–1725) Seutter von Lötzen das ihnen als Patrizier von Ulm 1716 verliehene Wappen weiterhin führen: Im geteilten Schild (d. h. horizontale Teilung, entlang der kurzen Achse) stehen oben in Silber ein rechtssehender, golden bewehrter schwarzer Adler im Aufflug, unten das Stammwappen mit dem goldenen Korb in Schwarz; auf dem Schild steht der mit einer Laubkrone gekrönte Turnierhelm mit rechts schwarz-silbernen und links schwarz-goldenen Decken, und darauf der goldene Korb besteckt mit einem natürlichen Pfauenwedel.
Diesen Schild zeigt auch das 1810 verliehene Wappen der Freiherrn von Seutter (Seutter von Lötzen) im Königreich Württemberg. Den Schild deckt die Freiherrnkrone mit 2 gekrönten Turnierhelmen mit Schmuckketten; darauf rechts ein geschlossener, von Silber und Schwarz gevierter Flug, links der goldene Korb, besteckt mit einem natürlichen Pfauenwedel; Helmdecken rechts schwarz-silbern, links schwarz-golden oder auch schwarz-silbern.
Ebenso das 1880 bestätigte Wappen der Freiherrn von Seutter (Seutter von Lötzen) im Großherzogtum Baden.

1808 wurde im Königreich Bayern die bayerische Adelsmatrikel eingerichtet. Bei der Immatrikulation (Eintragung in die Adelsmatrikel[9]) 1813 für Johann Michael (III.) Seutter von Loetzen, Bürgermeister von Lindau, nebst Geschwistern und Nachkommen, wurde das von Kaiser Ferdinand I. gebesserte Wappen übernommen. Es wurde 1559 den Brüdern Gordian (III.) (1528–1586), Kaiserlicher Secretarius, und Matthäus (I.) (1530–1597) „die Seuter“ im Zuge der Anerkennung und Erneuerung ihres Adels und der (zusätzlichen) Erhebung in den erblichen Reichsadel und erbländisch-österreichischen Adel 2. Grades für sich und ihre Nachkommen verliehen: Über dem Stammwappen befindet sich ein von einer Laubkrone gekrönter freier offener Turnierhelm mit Schmuckkette und schwarz-goldenen Helmdecken, darauf der goldene Korb besteckt mit einem natürlichen Pfauenwedel. Erich (1890–1965) und Helene (1893–1985), beide geborene Seutter v. Loetzen, haben es in ihr Exlibris gesetzt.
„Der Große Kauf“ und die Kemptener Patrizier und Reichsritter Seutter von Loetzen
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Die sichere Stammliste beginnt mit den zu Ende des 15. Jahrhunderts geborenen Angehörigen des Geschlechts. Sie haben bereits dem Patriziat der Reichsstadt Kempten angehört. Für die Zeit davor gibt es Unstimmigkeiten in den diversen Quellen. Die Lindauer Seutter-Chronik nennt die folgenden Stammhalter [Großbuchstaben in eckigen Klammern kennzeichnen die jeweilige Generation in der Stammliste]:
[A] Oswald (1424–1491) war Pfleger (Vermögensverwalter) zu St. Stephan in Kempten, wohnte im Haus am Markt und wurde auch Seuter-Finsterlin genannt.
[B] Rudolph (Rueff) (um 1440–1518) war mehrmals Bürgermeister von Kempten. Er gilt als Sohn von Oswald und wird in Urkunden als Vater der Brüder Gordian (I.), Ulrich und weiterer Geschwister genannt. Seine Vaterschaft wird aber angezweifelt, da er anscheinend ein anderes Wappen besass.
[C] Gordian (I.) (um 1452–1493) „der Alt“ gilt als der erste bedeutende Stammvater der Seutter von Loetzen.

[D] Gordian (II.) (um 1480–1534) „der Jung“, „der Große“, der „Berufene“, war ein Sohn Gordians (I.). Als Inhaber mehrerer öffentlicher Ämter in Kempten, u. a. war er oftmals Bürgermeister, gelang ihm der sogenannte „Große Kauf“[10] von 1525: Als der von seinen aufständischen Bauern bedrängte Fürstabt Sebastian von Breitenstein um Schutz und Asyl in der Stadt bitten musste, konnte er Gordian den Abschluss des lange zuvor ausgearbeiteten Vertrags nicht verweigern. Mit der kaiserlichen Bestätigung 1526 und der päpstlichen 1529 waren alle dem Stift Kempten verbliebenen grundherrlichen und obrigkeitlichen Rechte innerhalb der Stadtmauern um die horrende Summe von 32.000 Gulden abgelöst. So erst wurde die Reichsstadt Kempten frei, was von der Stadt 1625 und 1725 als "Jubiläum Seutterianum" groß gefeiert wurde; und am Erinnerungstag hatten Kemptener Kinder noch bis zum Ersten Weltkrieg schulfrei.
Mit [D] Lorenz (auch Laurentius, Laurenz) (1483–1548), einem Bruder des kinderlosen Gordian (II.), und dessen Söhnen Matthäus (I.) und Gordian (III.) wurde der Stamm fortgesetzt, der ab 1559 den Namen Seutter von Loetzen (auch Seuter, auch Lötzen) trug.

[E] Matthäus (I.) (1530–1597) (auch Matthias genannt) flüchtete 1564 vor der Pest mit seinem ganzen Hausgesinde nach Sonthofen, und auch wegen der Kriegswirren in Kempten und wegen der bedrängenden Konfessionskämpfe zwischen Lutheranern und Reformierten schickte er zur Sicherheit mehrere seiner Kinder nach St. Gallen[11]. Dort verheirateten sich seine Töchter Susanna (um 1551–1635), Katharina (1552–1629) und Barbara (1556–1617) und wurden so zu Ahnfrauen der Zili und der Zollikofer, deren zahlreiche Nachkommen sich in der Schweiz und in ganz Europa verbreiteten. Das auf dem Zollikofer-Schloss Altenklingen im Thurgau, Schweiz, befindliche Allianzwappen von „Joachim Zollikofer und Katharina Zollikoferin geborne Seutterin von Kempten“, datiert 1588, bezeugt diese Verbindung. Katharinas Schwiegermutter Dorothea Theodosia von Watt (1523–1603) war übrigens die Tochter von Joachim von Watt (1484–1551): Der Vadianus genannte Arzt und Humanist, Professor für Poesie und Rektor der Universität Wien, wurde 1514 von Kaiser Maximilian I. zum Poeta Laureatus gekrönt. Vadian war ein Wiener Studienfreund von Huldrych Zwingli (1484–1531) und wurde nach seiner Rückkehr nach St. Gallen 1519 der Reformator von St. Gallen und der maßgebliche Politiker der Reichsstadt.[12] Der von Matthäus (I.) gegründete Stamm ist erloschen im Mannesstamm.
[E] Gordian (III.) (1528-1586), der „Edel- und Ehrenveste“, wurde in den Ratsprotokollen mit dem Titel Junker aufgeführt, und er war der Erste, der mitunter Seutter auf'm oder von Letzen genannt wurde. 1564 flüchtete er vor der Pest auf das nahe bei Kempten, bei Legau an der Iller, gelegene Schlösschen Waldeck der Fürstäbte von Kempten. Mit seiner Gemahlin Apollonia Krafft von Dellmensingen (1526–1574) hatte er 11 Kinder. Das älteste, [F] Elisabeth (1550–1623), vermählte sich 1567 mit Georg Eberz (1545–1617) aus Isny und hatte zahlreiche Nachkommen in vielen Generationen, unter ihnen Otto von Bismarck (1815–1898).
[F] Matthäus (II.) (1557–1634), Sohn Gordians (III.) und Elisabeths Bruder, wohnte teils in Letzen, teils in Kempten. Aber 1610 nahm er seinen Wohnsitz in Lindau, zuerst an der Achbrücke und dann am Fischmarkt. Obwohl er nur Beisasse der Lindauer Bürgerschaft war, wurde er prompt in die Lindauer Patriziergesellschaft „Zum Sünfzen“ aufgenommen. Nach Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs 1618 verlor er – wie viele der wohlsituierten Kaufmannsfamilien – sein ganzes Vermögen in den Wirren des Kriegs, und als dann 1633 die kaiserlichen Truppen Kempten verwüsteten wurde er mit seiner Familie endgültig sesshaft in Lindau. 1590 hatte er die „vornehme Geschlechterin“ aus Augsburg, Barbara Honold von Emmenhausen (1570–1634), geheiratet. Sie war eine Tochter von Hans Honold von Emmenhausen (um 1520–1592), dem letzten seines Stammes, und der Jacobina Welser (1527–1572), einer Cousine der berühmten Philippine von Welser (1527–1580), Fürstin von Ambras und Gemahlin von Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595).
In Anbetracht leidvoller Erfahrungen ihrer Voreltern und ihrer selbst - es war ja die Zeit u. a. der Bauernkriege (Allgäuer Haufen 1525), der Hugenottenkriege in Frankreich und der Beginn des 30-jährigen Kriegs - hatte Barbara ihren bereits erwachsenen Söhnen in einem oft zitierten Brief „geraten, sich der Kaufmannschaft oder den Studien zu widmen, und missriete ihnen dabei die Kriegsdienste, weil sie selbst und ihre Voreltern große Drangsalen von den Kriegsleuten erdulden müssen“. Sie sollten also besser adelige Kaufherren, Juristen oder Theologen in einer Stadt sein, und nicht als sprichwörtlich arme Ritter oder Junker auf einem Adelssitz leben. „Welchem mütterlichen Rate zufolge die Söhne und Nachkommen des gedachten Matthäi, sich zu Ulm, Nürnberg, Lindau, Köln, Bergen in Norwegen, etc, niedergelassen ...“[6] Dazu heisst es in der Seutter-Chronik knapp: „Er musste daher seine Söhne zu den Kaufleuten tun“.
Die ältere und die jüngere Nürnberger Linie (beide erloschen im Mannesstamm)

[G] Hans Adam (I.) (1598- vor 1674), ein Sohn von Matthäus (II.), wurde Handelsherr und Ritterbürger in Nürnberg und begründete so die ältere Nürnberger Linie der Seutter von Loetzen. Er erwarb den berühmten und dann in der Familie vererbten Seutterischen Garten vor dem Wöhrder Tor in Nürnberg. Darin befand sich ein niedriger Steintisch mit einer großen Magnetnadel (Kompass), mit dem sein Schwager Johann Georg Volkamer (1616–1693) die Veränderlichkeit der Missweisung von der vom Sonnenstand bestimmten Nordrichtung systematisch beobachtet hatte.[13] Eine Abbildung hat dessen ältester Sohn Johann Christoph Volkamer (1644–1720) im von ihm 1708 herausgegebenen 1. Band des Klassikers der Zitrusliteratur, dem zweibändigen Werk Nürnbergische Hesperides, veröffentlicht.

[H] Johann Paul (1642–1709), ein Sohn von Hans Adam (I.), war kinderlos und errichtete testamentarisch die „Johann Paul von Seutterische Stipendien- und Armen-Stiftung“[14] in Nürnberg, insbesondere für notleidende Theologiestudenten.
[H] Hans Adam (V.) (1657–1725/1728), ein Neffe des Nürnberger Hans Adam (I.) und jüngster Sohn von dessen Bruder [G] Matthäus (IV.) (1603-1674/75), blieb nicht wie sein Vater in Ulm, sondern wurde wie sein Onkel gleichen Namens Kaufmann in Nürnberg und begründete die jüngere Nürnberger Linie.
Beide Nürnberger Linien sind erloschen im Mannesstamm.
Die Ulmer Linie, auch Freiherrn Seutter von Lötzen (erloschen im Mannesstamm)
Mehrere Söhne von Matthäus (II.) heirateten in die Reichsstadt Ulm und wurden dort ansässig als adelige Bürger und Handelsherren. Einer von ihnen, [G] Johann (Hans) Conrad (1611–1671), hatte 14 Kinder und wurde der Stammvater der Ulmer Linie der Seutter von Loetzen.

[H] Johann (Hans) Conrad (1657-1730), sein jüngster Sohn, war früh verwaist bei seinem ältesten Bruder [H] Marx (Hans) Conrad (1641–1716) aufgewachsen. Er wurde ein bedeutender Diplomat, der 1703/04 von Kaiser Joseph I. in den erbländisch-österreichischen Freiherrnstand und 1712 von Kaiser Karl VI. in den Reichsfreiherrnstand erhoben wurde - mit dem Prädikat auf Atzelsberg und Steinach. Da er kinderlos blieb, hat er den Söhnen seines ältesten Bruders und Wohltäters, den Neffen [I] Albrecht (II.) († 1735) und [I] Marcus (Marx) Conrad (1685–1725), den Besitz und Anspruch auf den Titel vererbt. Diese hatten 1716 von Kaiser Karl VI. eine Wappenbesserung im Adelsstand und das Patriziat der Reichsstadt Ulm erhalten, aber sie und ihre Nachkommen haben als Patrizier und Handelsherren in Ulm ihren Adelstitel nicht verwendet und nicht um die kaiserliche Bestätigung des ererbten Freiherrntitels angesucht. Das Erbe wurde aber rund 100 Jahre später bedeutsam, als 1810 Albrechts Urenkel [L] Johann Georg in den erblichen Freiherrnstand des Königreichs Württemberg erhoben wurde.
[L] Johann Georg (1769–1833) war Landes-Oberforstmeister in Ulm, später Direktor der königlich-württembergischen Finanzkammer des Neckarkreises.[15] Sein Sohn [M] Heinrich (1801–1859) war ebenfalls kgl.-württembergischer Oberforstmeister, dessen Nachkommen hingegen wurden Militärs: [N] Wilhelm (1839–1922) war kgl.-württembergischer Generalleutnant und dessen Sohn [O] Hans (1875–1968)[16] General der Infanterie. Hans war der letzte Freiherr Seutter von Lötzen: Er hatte 8 Töchter, sein Sohn [P] Oswald (1924–1944) war im Krieg gefallen.
[L] Theodor August (1778–1841), Johann Georgs Bruder, brachte es bis zum großherzoglich-badischen General, und er war Erzieher des 1852–1907 regierenden Regenten bzw. Großherzogs von Baden, Friedrich I. (1826–1907). 1880 wurde Theodor Augusts Kindern der erbliche Freiherrnstand des Großherzogtums Baden bestätigt. Unter anderen waren dies [M] Karl Stephan (1811–1884), großherzoglich-badischer Generalleutnant, Adjutant des Kriegsministerialpräsidenten und Gouverneur der Festung Rastatt[17] des deutschen Bundes, und sein Bruder [M] Carl August (1818–1889), großherzoglich-badischer Kammerherr. Der Generalleutnant [N] Wilhelm (1859–1929), Carl Augusts Sohn, war kinderlos und Letzter der badischen Freiherrn Seutter von Lötzen.
Die Lindauer Linie

[G] Matthäus (IV.) (1603–1674/75), ein Sohn des von Kempten nach Lindau gesiedelten Matthäus (II.), und sein Sohn [H] Marquardt (1652–1714) lebten noch ganz in Ulm. [I] Johann Michael (I.) (1682–1768) aber, ein Sohn Marquards, hatte seinen Wohnsitz von der Reichsstadt Ulm in die Reichsstadt Lindau im Bodensee verlegt. Er war ein wohlhabender Handelsherr, der schon 1711 Bürger von Lindau wurde. 1712 fand er Aufnahme in der Lindauer Patriziergesellschaft „Zum Sünfzen“ und bekleidete öffentliche Ämter im Stadtgericht und im Inneren Rat, war Senator und oftmals Bürgermeister, auch k.k. Kommerzienrat und österreichischer Obersalzfaktor. Er begründete die sogenannte Lindauer Linie der Seutter von Loetzen.[18]

Für sein Geschäft und seine große Familie – ihm wurden 20 Kinder geboren, von denen aber nur 10 das Erwachsenenalter erreichten – erwarb er das am Marktplatz von Lindau gelegene Haus zum Cavazzen. Aber 1728 war es einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen, sodass er 1729/30 einen Neubau errichtete - angeblich das größte barocke Stadtpalais im Bodenseeraum. Es zeugt vom ehemaligen Wohlstand der Bürger in der ehemaligen Reichsstadt. Diese war ein bedeutender Knotenpunkt für den Fern- und Großhandel in alle 4 Himmelsrichtungen, insbesondere für Salz, Wein, Getreide, schwäbische Leinwand und Rauchwaren. Keller und Erdgeschoß des Gebäudes dienten als Lager und Geschäftsräume des bedeutenden Import- und Exportgeschäfts. Zeitweise wurden die oberen Geschosse gleichzeitig von mehreren kinderreichen Zweigfamilien der Großfamilie bewohnt. Anfang des 20. Jahrhunderts musste der Cavazzen verkauft werden. Heute wird er als Museum der Stadt Lindau genutzt.
[J] Johann Michael (II.), ein Sohn von Johann Michael (I.), war schon 1752 ledig und kinderlos gestorben. So kommt es, dass ein weiterer Sohn, der III. dieses Namens, manchmal vereinfachend als der II. gezählt wird.

Dieser [J] Johann Michael (III.) (1746–1815) steht an markanter Stelle der Familiengeschichte. Zur Zeit der napoleonischen Kriege war er der letzte Bürgermeister der souveränen Reichsstadt und dann der erste Bürgermeister von Lindau nach der Eingliederung in das neu geschaffene Königreich Bayern. (Eine vergnüglich zu lesende Schilderung der damaligen Ereignisse in Lindau ist zu finden im Roman "Der liebe Augustin" von Horst Wolfram Geißler (1893–1983).)
Johann Michael (III.) wohnte als Lindauer Patrizier und Handelsherr im Cavazzen, gemeinsam mit anderen Familienangehörigen. Er hatte 14 Kinder, 12 mit seiner ersten Frau, Anna Sibylla Neubronner (1750–1787), und 2 mit seiner zweiten Frau, Euphrosine Regine Neubronner (1751–1828). Letztere war die Schwester seiner ersten Frau und brachte in die Ehe 3 weitere Kinder aus ihrer ersten Ehe. Nur wenige dieser vielen Kinder erreichten das Erwachsenenalter, und von ihnen konnten sich fast alle in Lindau halten. Aber viele der Enkelkinder und deren Nachkommen waren durch die großen Wirtschaftskrisen - herbeigeführt von den napoleonischen Kriegen, der Kontinentalsperre und der Neuordnung Europas, zuerst durch Napoleon und dann durch den Wiener Kongress, bis hin zur Weltwirtschaftskrise 1857 - gezwungen, Lindau zu verlassen. So verbreitete sich das Geschlecht in Europa und in Übersee. Wobei Matthäus (IX.), ein Bruder von Johann Michael (III.), und dessen drei Söhne Johann Michael (IV.), Johann Adam und Johannes die Lindauer Linie in vier Stämmen fortsetzten.
Stamm der Seutter in Lindau, Augsburg und Nürnberg
[J] Dr. jur. Matthäus (IX.) (1740–1788), ein Bruder von Johann Michael (III.), war Ratsconsulent, Lehnvogt und Lehensträger der Stadt Lindau. Seine beiden Söhne [K] Johann David (I.) (1784–1859) und [K] Matthäus (X.) (1786–1825) unterliessen es, sich nach dem Restrikt von 1808 dem kostspieligen Gesuch 1812 ihres Onkels Johann Michael (III.) um königlich-bayerische Anerkennung ihres Adels anzuschließen. So verloren sie 1813 ihren Adelstitel und ihre Nachkommen galten fortan als bürgerlich und trugen den Namen Seutter.
Die Zweige der in Lindau verbliebenen und der nach Augsburg gesiedelten Nachkommen sind im Mannesstamm erloschen; nicht aber die Zweige der Nürnberger Nachkommen.[19]
Stamm Johann Michael (IV.) (erloschen im Mannesstamm)
[K] Johann Michael (IV.) (1780–1850), einer der Söhne von Johann Michael (III.), war Rauchwarenhändler und lebte als Lindauer Patrizier und Handelsherr gemeinsam mit anderen Familienangehörigen im Cavazzen, zeitweise auch in dem später Lotzbeck-Gut genannten "Haus am See". Mit seiner Gemahlin Catharina, geb. Botzenhardt (1781–1845), hatte er 19 Kinder, von denen aber einige nicht das Erwachsenenalter erreichten, und mehrere mussten der wirtschaftlich schwierigen Situation wegen auswandern, unter ihnen:
- [L] Bernhard (1806–1879) wurde Kaufmann und Bankdirektor in Burgdorf in der Schweiz. Mit seiner Gemahlin Louise, geb. Freiin von Gobel auf Hofgiebing (1821–1896), hatte er 8 Kinder und begründete so einen Schweizer Ast der Familie.
- [L] Reinhold (1815–1882) wurde Hotelier in Dresden
- [L] Constantin (1816–1885) war Kaufmann und Bankier in Wien, u. a. bei seinem Schwager Frauer. Seine Gemahlin Karoline, geb. Freiin von Gobel auf Hofgiebing (1827–1868), starb früh und seine beiden Söhne [M] Richard (1855–1911) und [M] Emil (1858–1944) wanderten nach Sumatra aus, wo sie als Manager einer Tabakpflanzung arbeiteten. Nach ihrer Rückkehr erbauten sie stattliche Villen am Festlandufer des Bodensees bei Lindau und begründeten eine Lindauer Fortsetzung der Lindauer Linie.
- [L] Ferdinand (1821–1869) war Geschäftsreisender und Kaufmann, zuletzt Prokurist in Leipzig für die Wiener Handlungsniederlassung E. E. Egloff.
- [L] Theobald (1825–1874) wurde erfolgreicher Goldgräber in Australien und war dann Angestellter in Sidney.
Anscheinend sind alle Zweige der Nachkommen von Johann Michael (IV.), auch die Lindauer Fortsetzung der Lindauer Linie, erloschen im Mannesstamm.
Stamm Johann Adam


[K] Johann Adam (1784–1862), ein weiterer Sohn von Johann Michael (III.), und seine Gemahlin Catharina, geb. Egloff (1786–1859), hatten 14 Kinder, von denen aber einige früh starben. Der wirtschaftlich schwierigen Situation wegen mussten fast alle auswandern.
- [L] Eduard (1809–1879)[20] schildert in seiner im Eigenverlag (Prag, 1848) erschienenen Autobiographie, wie er zu Beginn seines Berufslebens noch mit dem Handwägelchen von Dorf zu Dorf wandern musste, um seine Waren zu verkaufen. 1836 trat er in Prag als Gesellschafter in das Engrosgeschäft für Baumwollgarne seines Freunds August Karl Hail (1811–1847) aus Memmingen ein, das er nach dem Tod seines zum Schwager gewordenen Compagnons als Firma Hail & Seutter allein leitete. Als Direktor der Prager Filiale der österreichischen Creditanstalt gelingt es ihm 1866 auf abenteuerliche Weise innerhalb von 48 Stunden und über 2 Fronten hinweg die erforderlichen Gelder zu besorgen, mit denen die angekündigte Plünderung von Prag durch preußische Truppen verhindert werden konnte, und er setzte sich im Prager öffentlichen Leben für die kulturellen und politischen Interessen der Deutschböhmen ein. Mit seiner Firma und als Ältester seiner Geschwister ermöglichte er mehreren seiner jüngeren Brüder die Ausbildung zum Kaufmann.
- [L] Moritz (1816–1879) - siehe unten
- [L] Edmund (1817–1889) führte nach der Kaufmannsausbildung bei seinem Bruder Eduard in Prag ein ereignisreiches Leben als Kaufmann in Buenos Aires und in ganz Europa. Er starb in Wiener Neustadt.
- [L] August (1818–1868) - siehe unten
- [L] Carl Friedrich (1820–1892) - siehe unten
- [L] Eugen (1824–1850) schloss sich 1848/49 den Schleswig-Holsteinischen Freischaren unter von der Tann an und war seit 1850 auf einer Fahrt nach Mexiko verschollen.
- [L] Elisäus (1827–1901) - siehe unten
- [L] Benno (1828–1863/68) war Kaufmann im Textilhandel, seit 1858 selbständig in Bukarest.
Alle heutigen Zweige des Geschlechts stammen von Johann Adam.
Ast der Seutter von Loetzen, resp. Seutter, in Ungarn
[L] Moritz (1816–1879) konnte aus Geldmangel keine solide Schulausbildung erhalten. Seines technischen Interesses wegen war er Lehrling in mehreren Handwerksberufen, bevor sein ältester Bruder Eduard ihm die Kaufmannsausbildung in Prag ermöglichte. Später arbeitete er in Wien, u. a. bei seinem Verwandten Ernst Egloff, und war zuletzt selbständiger Spediteur in Budapest. Noch in Böhmen hatte er seine Frau Emilie Franziska Wychodil (1828–1896) kennengelernt und 1846 in Olmütz geheiratet. Anscheinend gibt es in Ungarn Nachkommen, heute mit dem Namen Seutter, von zweien seiner Söhne:
- [M] Eduard Johann (* 1848)
- [M] Ernst Moritz (* 1861)
Ast der Seutter von Loetzen in Deutschland
[L] August (1818–1868) war königlich-bayerischer Berufsoffizier (Hauptmann), zuletzt in Lindau, und bis 1862 Autor großer Teile der Lindauer Seutter-Chronik. Nur 50-jährig starb er an den Folgen einer Verwundung im Krieg 1866. Mit seiner Gemahlin Susanne Elisabeth (Elise) Zeiss (1831–1899) hatte er 8 Kinder. Heute in Deutschland lebende Namensträger stammen von zwei Söhnen:
- [M] Robert (1855–1923) war Kaufmann in der Textilindustrie und ab 1893 selbständig mit der Garnvertretung Robert v. Seutter in Leipzig. Mit seiner Gemahlin Barbara Böttler (1867–1937) hatte er 3 Kinder.
- [M] Carl (1858–1910) kam nach Stellungen in Köln und Neapel 1885 nach Augsburg und wurde Prokurist der von der Aktiengesellschaft Union übernommenen Augsburger Zündholzfabrik. Mit seiner Gemahlin Caroline Bäumler (* 1868) hatte er 3 Kinder.
Ast der Seutter von Loetzen in Österreich (erloschen im Mannesstamm)

[L] Carl Friedrich (1820–1892)[21] war einer von Johann Adams Söhnen. Schon als Vierjähriger musste er als Kostkind zu einem Onkel gegeben werden. Bei seinem ältesten Bruder Eduard in Prag konnte er die Kaufmannsausbildung machen. 1850 ging er als Handelsreisender nach Wien und erhielt 1857 die Österreichische Staatsbürgerschaft und 1858 für sich und seine Nachkommen die Anerkennung des hoffähigen Adels (Prävalierung) im Kaiserreich Österreich. 1861 gründete er die Handelsfirma Seutter & Co. "für gemischte Waren" (Baumwolle, Baumwollgarne, Schappeseidegarne). 1874–1879 war er Abgeordneter zum Reichsrat und seit 1880 Kaiserlicher Rat. Die von drei Brüdern Rikli aus Aargau in der Schweiz 1845 gegründete und von ihnen 1857/58 aufgegebene Türkischrotfärberei mit landwirtschaftlichem Gut in Seebach bei Seeboden am Millstätter See, nahe Spittal an der Drau, gelangte in den Besitz des Lieferanten für Schappeseide F. A. Moser in Görz und wurde 1880 von Carl Friedrich erworben. 1881/82 erbaute er die Seutter-Villa in Hacking bei Wien[22] und 1882 sah er sich praktisch gezwungen, statt ausständiger Gelder für gelieferte Ware die insolvente Baumwollspinnerei Thornton mit Zwirnerei und Bleiche in Untereggendorf bei Wiener Neustadt zu übernehmen. 1894 wurde nach ihm „als Fabrikant und Wohltäter“ die Seuttergasse in Wien-Hietzing benannt; außerdem gibt es die nach ihm benannte Seuttergasse in Eggendorf.
Anmerkung: Manchmal wird Carl Friedrich fälschlicherweise als Freiherr tituliert. Aber er gehörte zur (ritterlichen) Lindauer Linie und war kein Angehöriger der heute im Mannesstamm erloschenen Ulmer Linie mit den Freiherrn Seutter von Loetzen im Königreich Württemberg und im Großherzogtum Baden.
Mit seiner Gemahlin Emilie, geb. Buschbeck (1840–1908) aus Prag, hatte Carl Friedrich 9 Söhne und 1 Tochter:
- [M] Hermann (1863–1908) war Kaufmann und Fabrikant in Wien, Kaiserlicher Rat etc.; ab 1892 war er Firmenchef von Seutter & Co.[21] Nach seinem frühen Tod übernahm 10 Jahre lang seine Gemahlin Amélie, geb. Kolbe (1867–1953), die Leitung der Firma; nach dem Krieg der ältere Sohn [N] (1890–1965)[20] gemeinsam mit seinem Bruder [N] Herbert (1892–1969).[20]
- [M] Johann (Hans) Konrad (1864–1907);[20] k.k. Leutnant; tätig in der Statthalterei Wien, Tulln, Korneuburg und Czernowitz, auch Bezirkshauptmann der bukowinischen Landesregierung und Vorstand des Präsidialbüros; 1902 Präsidialsekretär bei der Salzburger Landesregierung; 1906 bis 1907 Bezirkshauptmann in Zell am See im Land Salzburg.
- [M] Erhard (1866–1905) (Chemie) übernahm die Leitung der Türkischrotfärberei in Seebach, die aber bald - das Färben mit den neuen synthetischen Farbstoffen war deutlich weniger aufwändig - zu einer leistungsfähigen Holzschleiferei und Pappendeckelfabrik umgebaut und von seinem Sohn [N] Hans-Adam (1897–1934)[23] und dessen Schwester [N] Martina (1898–1985) weitergeführt wurde. Das prächtige Kirchenfenster mit dem in Glasmalerei ausgeführten Seutter-Wappen in der evangelischen Kirche von Unterhaus, datiert 29. April 1904, wurde wahrscheinlich von Erhart gestiftet.
- [M] Walter (1867–1883)
- [M] Günter (1869–1933) Ausbildung am Technikum Winterthur (heute Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), tätig bei Seutter & Co in Untereggendorf und in Seebach; Erbe der Villa Seutter in Hacking bei Wien.
- [M] Werner (1871–1901) Diplomaten-Ausbildung 1890–95 an der k.k. Orientalischen Akademie; k.k. Leutnant der Reserve; 1896 Ernennung zum Konsularattaché, bei gleichzeitiger Zuteilung zu einem Bezirksgericht in Wien; 1897 dem Konsulat in Bukarest zugeteilt; k.k. Vizekonsul in Bukarest.
- [M] Rüdiger (1873–1940)[20] Offizier und Gutsbesitzer. Oberleutnant, Fechtlehrer, Rittmeister; 1908 Ordonanzoffizier am Militärkommando Graz für das Rote Kreuz und für Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslager, aktiviert 1. Mai 1915; ab 20. März 1916 im Armee-Oberkommando Ordonanzoffizier von Feldmarschall Franz Kanik und von August 1916 bis Mai 1918 Ordonanzoffizier und persönlicher Adjutant von General Conrad von Hötzendorf; 9. Oktober 1918 als letzter Offizier (Hauptmann) aufgenommen in die k.k. Arcièren-Leibgarde zur Bewachung der Hofburg und von Schloss Schönbrunn in Wien; auf Befehl 1918 übergab er die Hofburg an die Revolutionäre und wurde zum 1. Januar 1919 pensioniert. Nach dem Verkauf 1916 des 1905 erworbenen und erfolgreich bewirtschafteten Guts und Schlosses Trautenburg bei Leutschach in der Steiermark lebte er in Graz-Laßnitzhöhe als Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes. 1931–1938 war er geschäftsführendes Ausschussmitglied der Landesgruppe Steiermark der Vereinigung Katholischer Edelleute in Österreich.
- [M] Gotthold (1874–1904) Gymnasium in Wien, Handelsakademie in Prag, stellvertretender Direktor der Creditanstalt in Reichenberg (Böhmen).
- [M] Elisäus (1878–1955) Kaufmann, Berufsoffizier (zuletzt Major). Nach der Handelsausbildung Militär-Reitlehrer in Wien, Brünn, Galizien; Rittmeister im k.k. Dragonerregiment Nr. 5; persönlicher Adjutant beim Armee-Kommandanten General der Kavallerie Rudolf Johann von Brudermann; Eisernes Kreuz 2. Klasse, Franz-Josef-Orden, Militär-Verdienstmedaille Signum Laudis in Bronze und in Siber, türkische Liakat-Medaille, türkischer Halbmond-Orden, Rotes Kreuz Ehrenzeichen 2. Klasse; ab 1917 Ehrenritter des Johanniterordens (Baden-Württembergische Kommende, Balley Brandenburg); Übersetzer, Fremdsprachen-Korrespondent, Sprachkurse; tätig im niederländischen Hilfskomitee für Wiener Kinder, Nansen-Flüchtlingshilfe, Rotes Kreuz; 1943 als Major pensioniert; nach dem Krieg Verkauf seines Hauses, großteils gespendet zum Wiederaufbau der evangelischen Kirche und Pfarre Wien-Dorotheergasse.
- [M] Marianne (1880–1971) verehelichte Reichsfreiin von Teuffenbach zu Tiefenbach und Massweg
Alle Zweige der österreichischen Seutter von Loetzen sind erloschen im Mannesstamm.
Ast der Seutter von Loetzen, resp. Von Seutter, in den USA

[L] Elisäus (1827–1901) war ein weiterer Sohn von Johann Adam. Schon während der Kaufmannsausbildung bei seinem ältesten Bruder Eduard reifte sein Entschluss, das Glück in Amerika zu suchen. 1848 wanderte er aus - noch ohne seine Braut Julie Hoch (1826–1900) aus Prag. 1853, nach den vorgeschriebenen 5 Jahren war er Bürger der USA geworden, kam er als erfolgreicher Uhrmacher und Juwelier, später auch Fotograf, in Raymond bei Jackson in Mississippi, zurück nach Prag, um seine große Liebe zu heiraten. Dann in den USA bekamen sie 8 Kinder, von denen die noch heute bestehenden Zweige der Von Seutter in den USA abstammen.
Die Fotografien von Elisäus und seinem Sohn [M] Armin (1915-1966) gelten als technisch und künstlerisch besonders wertvoll. Anfangs waren es Daguerreotypien, bald auch Silber-Halogenid-Platten. Die im Historic Resources Inventory, Mississippi Department of Archives and History (MDAH), in Jackson City ausgestellte Sammlung ist im Internet abrufbar, unter anderem die stereoskopische Aufnahme seines Hauses in Ivy Cottage (Credit: Courtesy of the Mississippi Department of Archives and History).
Stamm Johannes (erloschen im Mannesstamm)
[K] Johannes (1787–1852), ebenfalls ein Sohn von Johann Michael (III.), erhielt 1808 die Quincaillerie- und Plangeur-Gerechtigkeit in Lindau, siedelte aber nach Nürnberg, wo er eine Quincaillerie-Handlung betrieb. Zwei seiner Söhne wanderten aus:
- [L] Marquard (1812–1853) war Kaufmann und Daguerrotypist (Fotograf) in Paris, Florenz und zuletzt auf Mauritius.
- [L] Balduin (1814–1889/99) zog nach Mauritius zu seinem Vetter Falckh und seinen Schwägern Mazery.
Alle Zweige der Nachkommen von Johannes sind erloschen im Mannesstamm.
Heutige Namensträger
Auch heute, da seit über 100 Jahren der Adel in Deutschland und Österreich abgeschafft ist, gibt es Seutter von Loetzen in Deutschland, Von Seutter in den USA und anscheinend Seutter in Ungarn, die dem historischen Adel angehören und dem historischen Namens- und Adelsrecht nach berechtigt sind bzw. wären, den ehemals adeligen Namen und das Wappen zu führen. Abgesehen von ihren Ehefrauen sind sie Nachkommen von Johann Adam aus der Lindauer Linie.
Anmerkung: Unter dem historischen Adelsrecht verstehen die Adelsverbände des deutschen Sprachraums das in Deutschland (und ähnlich in Österreich) bis 1918 geltende und zum öffentlichen Recht zählende Adelsrecht. Adelig waren demnach - abgesehen von neu nobilitierten Personen - die ehelichen Kinder eines adeligen Mannes; auch seine Ehefrau (ggf. bürgerlicher Abstammung), soferne sie seinen Namen angenommen hatte und von ihm nicht geschieden war. Der in Marburg an der Lahn beim Deutschen Adelsarchiv angesiedelte Deutsche Adelsrechtsausschuss (ARA) wendet dieses Recht in richterlicher Unabhängigkeit auf aktuelle adels- und namensrechtliche Fragen an, als ob es auch heute in Kraft wäre. Vor allem wird verbindlich entschieden, ob eine heute lebende Person als dem historischen Adel zugehörig anzusehen ist und demnach in das Genealogische Handbuch des Adels eingetragen und in einen Adelsverband aufgenommen werden kann.
Das heute geltende Namensrecht ermöglicht aber auch anderen Personen – und in der Folge ihren Angehörigen – das Tragen des ehemals adeligen Namens. Wobei in Deutschland jeder adelige Name als Wortlaut eines bürgerlichen Namens gilt; Österreich hingegen verbietet generell das Führen von Adelsprädikaten. Konkret gibt es Personen und ihre Familien, die den Geburtsnamen Seutter von Loetzen oder Seutter ihrer Ehefrau oder Mutter führen. Auch wurden Personen aus erbrechtlichen Gründen von ihren als Seutter von Loetzen geborenen kinderlosen Onkeln bzw. Tanten adoptiert und es kam zu den Doppelnamen Hauser-Seutter, Harms-Seutter, Keller-Seutter, Lieben-Seutter und Curtius - Seutter von Loetzen.
Bekannte Angehörige des Geschlechts
Bekannt geworden sind u. a. folgende Familienangehörige (nach dem Geburtsdatum gereiht):
- Gordian (II.) Seutter (1480–1534), Stadtammann, Bürgermeister und Patrizier der Reichsstadt Kempten; Abgesandter von Kaiser Karl V. zum Reichstag 1509–1510 in Speyer; Kaiserlicher Rat; Generalkriegskommissarius; Direktor des Schwäbischen Bundes; kaiserlicher Pfennig- und Oberproviantmeister, gemeinsam mit dem Bischof von Passau, Herzog Ernst von Bayern, für den Krieg gegen die Türken in Ungarn; ihm gelingt „der Große Kauf“ (Kempten 1525).
- Johann Conrad Reichsfreiherr Seutter von Lötzen (1657–1730) auf Atzelsberg und Steinach; Diplomat
- Johann Michael (I.) Seutter von Loetzen (1682–1768) ab 1711 Bürger von Lindau, 1712 in der Patriziergesellschaft „Zum Sünfzen“; oftmals Bürgermeister, im Stadtgericht, im Inneren Rat, Senator; auch k.k. Kommerzienrat und österreichischer Obersalzfaktor; lässt 1729/30 das „Haus zum Cavazzen“ am Marktplatz in Lindau erbauen.
- Johann Michael (III.) Seutter von Loetzen (1746–1815) Handelsherr; letzter Bürgermeister der souveränen Reichsstadt und der erste der bayerischen Stadt Lindau im Bodensee; bewahrte Lindau 1809 vor der Plünderung durch Aufständische aus Vorarlberg
- Johann Georg Freiherr Seutter von Lötzen (1769–1833), Forst- und Finanzmann im Königreich Württemberg, Begründer einer staatswirtschaftlichen Forstkunde[15]
- Theodor August Seutter von Lötzen (1778–1841), Patrizier von Ulm, großherzoglich-badischer Generalmajor, später in königlich-württembergischen Diensten, Ehrenbürger von Rastatt
- Eduard Seutter von Loetzen (1809–1879)[20] Kaufmann und Bankdirektor in Prag
- Carl Stephan Freiherr Seutter von Lötzen (1811–1884), großherzoglich-badischer Generalleutnant, Adjutant des Kriegsministerialpräsidenten, Gouverneur der Bundesfestung Rastatt[17]
- Seutter von Loetzen (1820–1892), Kaufmann und Industrieller in Wien, u. a. Reichstagsabgeordneter[21]
- Elisäus Von Seutter (1827–1901), Uhrmacher, Juwelier und bedeutender Fotograf in Jackson, Mississippi, USA
- Wilhelm Freiherr Seutter von Lötzen (General, 1839) (1839–1922), königlich-württembergischer Generalleutnant
- Erwin Freiherr Seutter von Lötzen (1854–1926), königlich-württembergischer Oberst, nach 1918 deutscher Generalmajor; Ehrenritter und Rechtsritter des Johanniter-Ordens
- Wilhelm August Freiherr Seutter von Lötzen (General 1859) (1859–1929), großherzoglich-badischer Generalmajor, Flügeladjutant 1903–1918 des Großherzogs, preußischer Generalleutnant, Ehrenritter des Johanniter-Ordens
- Hermann Seutter von Loetzen (1863–1908) Industrieller in Wien[21]
- Johann (Hans) Konrad Seutter von Loetzen (1864–1907),[20] k.k. Beamter in Österreich, Bezirkshauptmann in Zell am See (Land Salzburg)
- Rüdiger Seutter von Loetzen (1873–1940),[20] k.k. Offizier, nach 1918 Gutsverwalter in Österreich
- Hans Freiherr Seutter von Lötzen (1875–1968), deutscher General der Infanterie[16]
- Hans-Adam Seutter von Loetzen (1897–1934),[23] (Chemiker), Fabrikant und Gutsbesitzer, gefallen im Kampf gegen nationalsozialistische Putschisten in Millstatt, Kärnten
- Wilhelm Seutter von Loetzen (1901–1982), bayerisch-monarchistischer Widerstandskämpfer während des Nationalsozialismus
Literatur
Gesamtdarstellungen
- Lindauer Familienchronik der Seutter von Loetzen. Verfasst und handschriftlich aufgezeichnet von Angehörigen der Seutter von Loetzen: Erstellt 1855–1865 von August (1818–1868) und weitergeführt 1879–1904 von Hermann (Ermanno) Carl (1853–1911), mit späteren Ergänzungen insbesondere von Richard (1855–1911), Erich (1890–1965), Helene (1893–1985) und Regine (1923–2021). Ein Exemplar einer 1996/97 von Hans Jakob Egg erstellten Maschinen-Abschrift ist im Stadtarchiv Lindau (B) hinterlegt.
- Chronik der Freiherren Seutter von Lötzen. Mehrere Bände.
- Jacob Christof Iselin: Seutter von Letten. In: Jacob Christoff Beck, August Johann Burtorff (Hrsg.): Neu-vermehrtes Historisch- und Geographisches Allgemeines Lexicon. (Basilisches Lexikon) 3. Auflage. Supplement Sechster Theil, Ru - Z, 1744, S. 433 ff.
- Georg Andreas Will (1727–1798): Der Nürnbergischen Münz-Belustigungen Acht und dreysigstes Stück, den 20. Sept. 1766. Eine ganz neue und schöne Gedächtniß-Münze auf die löbliche Johann Paul von Seutterische Stipendien- und Armen-Stiftung. In: Johann Sebastian Leitner (1709–1795), Sebastian Leitner (1743–1770) (Hrsg.): Der Nürnbergischen Münz-Belustigungen ... Theil/ : in welchem so seltne, als merkwürdige Schau- und Geld-Münzen sauber in Kupfer gestochen, beschrieben und aus der Geschichte erläutert worden. III. Theil. Georg Peter Monath, Nürnberg; Christoph Riegels sel. Wittwe, Nürnberg; Nürnberg 1766. S. 297–304 (Online auf: https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-MDZ-00000BSB10387249?p=319 ; Bayerische Staatsbibliothek: bavarikon)
- Hans Marte: Ein Lindauer Patriziergeschlecht im Spiegel der Zeit. In: Der Lindauer Reitende Bote. 26. August 1954.
- Adelige als Bürger von Lindau. Sammlung (E 69) im Stadtarchiv der Stadt Lindau (B)
- Seutter von Lötzen. In: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Diverse Bände. Verlag Justus Perthes, Gotha
- Seutter von Lötzen. In: Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser B. Diverse Bände. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee
- Seutter von Lötzen. In: Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Diverse Bände.
- Seutter von Lötzen. In: Österreichisches Biographisches Lexikon (ÖBL) ab 1815. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, abgerufen am 17. Januar 2024.
- Seuter. In: Historisches Familienlexikon der Schweiz. 2017, abgerufen am 17. Januar 2024.
- Ernst Walter Alther: Ahnentafeln von Bürgern St. Gallischen Ursprungs, mit Ausläufern nach Genf, Nancy, Nürnberg, Ulm, Lucca und Florenz. Amt für Kultur des Kantons St.Gallen, St. Gallen 2004.
Spezialthemen
- Sibylle Hauser-Seutter, Wolfgang Petz: Der Kemptener Bürgermeister Gordian Seuter war als Vermittler im Bauernkrieg tätig und handelte mit Fürstabt Sebastian von Breitenstein den 'Großen Kauf' aus. Beitrag Nr. 17 im Katalog zur Ausstellung 'Bürgerfleiß und Fürstenglanz - Reichsstadt und Fürstabtei Kempten' in der Kemptner Residenz 16.6. bis 8.11.1998. In: Wolfgang Jahn, Josef Kirmeier, Wolfgang Petz, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur. Nr. 38/39. Haus der Bayerischen Geschichte, 1998, S. 89.
- Sibylle Hauser-Seutter: Die 'Aufgabe' des Bürgerrechts von Kempten 1548 durch Gordian und Matthias Seutter. In: Blätter für Heimatforschung und Heimatpflege. Nr. 101. Heimatverein Kempten e.V. im Heimatbund Allgäu e.V., 2001, S. 59–68.
- Johann Baptist Haggenmüller: Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten. 2. Band, von Beendigung des Bauernkrieges bis zur Einverleibung in den baierischen Staat. Tobias Dannheimer, Kempten 1847.
- Christoph Hölz, Markus Traub: Weite Blicke. Landhäuser und Gärten am bayerischen Bodenseeufer. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2009.
- Lucrezia Hartmann: Schau an der schönen Gärten Zier. Historische Gartenanlagen und Villen in Lindau. In: Neujahrsblatt. Nr. 50. Historischer Verein Lindau (B) e.V., 2010.
Weblinks
- Die Seutter und die Seutter von Loetzen. Informationen und Kontaktaufnahme. 2023, abgerufen am 17. Januar 2024.
- Gordian Seutter. In: Roglo genealogische Datenbank. Association Roglo, 2020, abgerufen am 17. Januar 2024.
Einzelnachweise
- Hans-Jörg Künast, Jan-Dirk Müller: Peutinger, Conrad. In: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 282–284 [Onlinefassung]. 2001, S. 282–284, abgerufen am 13. Januar 2024.
- Peter Geffcken, Josef Bellot, Katharina Sieh-Burens: Peutinger. (Buettinger, Peytinger), Kaufmanns- und Patrizierfamilie. In: Stadtlexikon Augsburg. Wißner-Verlag, abgerufen am 13. Januar 2024.
- D.Thuret: Nn Sautter. selon: Notice historique et généalogique sur la famille Sautter établie à Saint-Gall depuis l'origine de la ville fin XIII° siècle. Genève 1880. (Famille Sautter SHPF 8°28796). In: Roglo genealogical database. 19. Oktober 2010, abgerufen am 13. Januar 2024 (französisch).
- Wolfgang Augustyn: Seutter. Handwerker- und Künstlerfamilie in Augsburg. In: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 284–285 [Online-Version]. 2010, S. 284–285, abgerufen am 13. Januar 2024.
- Friedrich Cast: Seutter von Lötzen. In: Genealogisches Jahrbuch des deutschen Adels für 1844. 1. Jahrgang, III. Abtheilung, 1844, S. 455 ff.
- Jacob Christof Iselin: Seutter von Letten. In: Jacob Christoff Beck, August Johann Burtorff (Hrsg.): Neu-vermehrtes Historisch- und Geographisches Allgemeines Lexicon. 3. Auflage. Supplement Sechster Theil, Ru - Z, 1744, S. 433 ff.
- Manfred Merk: Caspar Suiter (1456-1491), Grabschrift, im Kapitelsaal. Nr. 59+ Steingaden, Kapitelsaal (abgegangen). In: DI 84, Landkreis Weilheim Schongau. Deutsche Inschriften Online, 2012, abgerufen am 14. Januar 2024.
- Heiner Stauder: Ein neuer alter Kalender im Stadtmuseum lässt tief blicken. Berichte aus Lindau. Leihgabe im Stadtarchiv: "Des heil(igen) Röm(ischen) Reichs Stadt Lindau Raths Calender". BZ Nr. 01/05. Lindau (B) 7. Januar 2005, S. 3.
- Adelsmatrikel. In: Lexikon adelsrechtlicher Begriffe, Definitionen und Beschreibungen. Deutscher Adelsrechtsausschuss, abgerufen am 19. Januar 2024.
- Wolfgang Petz: Kempten, Reichsstadt. In: Historisches Lexikon Bayerns. bavarikon, Kultur und Wissensschätze Bayerns. Bayerische Staatsbibliothek, München, abgerufen am 14. Januar 2024.
- Ernst Walter Alther: Ahnentafeln von Bürgern St. Gallischen Ursprungs, mit Ausläufern nach Genf, Nancy, Nürnberg, Ulm, Lucca und Florenz. Hrsg.: Amt für Kultur des Kantons St.Gallen. 2004.
- Die Reformation in St.Gallen – ein Rundgang durch Vadians Stadt (PDF; 1,0 MB), auf stadtarchiv.ch
- Hans Gaab: Zur Geschichte der Eimmart-Sternwarte. In: Regiomantanus Bote; Spezialausgabe des 18. Jahrgangs. Nürnberger Astronomische Gesellschaft e.V. und Arbeitsgemeinschaft e.V., 2005, abgerufen am 27. Januar 2024.
- Georg Andreas Will: Der Nürnbergischen Münz-Belustigungen Acht und dreysigstes Stück, den 20. Sept. 1766. Eine ganz neue und schöne Gedächtniß-Münze auf die löbliche Johann Paul von Seutterische Stipendien- und Armen-Stiftung. In: Johann Sebastian Leitner, Sebastian Leitner (Hrsg.): Der Nürnbergischen Münz-Belustigungen ... Theil/ : in welchem so seltne, als merkwürdige Schau- und Geld-Münzen sauber in Kupfer gestochen, beschrieben und aus der Geschichte erläutert worden. III. Theil. Georg Peter Monath, Nürnberg; Christoph Riegels sel. Wittwe, Nürnberg;, Nürnberg 1766, S. 297–304 (https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-MDZ-00000BSB10387249?p=319 ; Bayerische Staatsbibliothek: bavarikon).
- Seutter, Johann Georg von, auf deutsche-biographie.de
- Seutter von Lötzen, Freiherr Hans, auf bundesarchiv.de
- Karl Stephan Freiherr Seutter von Lötzen, auf actaborussica.bbaw.de
- Famililenblätter. Daten aus den Lindauer Kirchenbüchern. Verfügbar im Stadtarchiv der Stadt Lindau (B)
- Rüdiger Braun: Seutter von Loetzen und Seutter zu Kempten, Lindau, Ulm, Nürnberg und Atzelsberg. Von-A-bis-Z-Verlag, Ingeborg Braun, Egidienstrasse 35, 91058 Erlangen, 2003 (Genealogische Arbeit, die der Autor zum 60. Geburtstag (2003) seiner Gemahlin Ingeborg Braun, geb. Seutter, erstellt hat. Der Titel Freiherr für praktisch alle Seutter von Loetzen ist offensichtlich falsch. Verfügbar u. a. an der Universitäts-Bibliothek Regensburg UBR 069031606837).
- Seuffert von Loetzen (PDF), Österreichisches Biographisches Lexikon, S. 201
- Seuffert (PDF), Österreichisches Biographisches Lexikon, S. 200
- Villa Seutter, auf hietzing.at
- Christine Niedermayer: Der Tod von HansAdam Seutter von Loetzen im Juliputsch 1934 (PDF; 0,2 MB), auf seeboden.at