Siegfried Popper

Siegfried Popper (* 20. Oktober 1848 in Prag; † 4. Juni 1933 ebenda) war ein österreichischer Schiffsingenieur. Er entwickelte verschiedene Schiffstypen und Schiffe für die österreich-ungarischen Kriegsmarine.[1]

Siegfried Popper
(1848–1933)

Leben

Popper entstammte einer jüdischen Familie aus Prag. Sein Vater Joachim Popper war ein Galanteriewarenhändler und seine Mutter trug den Namen Anna Schulhof. Er besuchte die Realschule – die kaiserlich-königliche Erste Deutsche Staatsschule in Prag in der Nikolandergasse, die im Volksmund als Nikolander-Schule bekannt wurde. An der Technischen Universität Prag und an der Technischen Hochschule Karlsruhe studierte Popper Maschinenbau.

SMS Tiger (1887)

Am 1. Dezember 1869 fing er bei der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine als technischer Zeichner an. Er war für die Werft Stabilimento Tecnico Triestino an den Standorten San Marco und San Rocco in Triest tätig. Er beaufsichtigte den Bau der Torpedoboote SMS Panther und SMS Leopard. Die Schiffe waren von einer britischen Werft entworfen worden. Popper konnte Mängel an den Schiffen entdecken, die zu einem Umbau der Schiffe führten. Die Entdeckung der Konstruktionsfehler an den britischen Schiffen verhalf Popper zu hohem Ansehen. In der Folge wollte man lieber Schiffe selber bauen und beauftragte Popper.[2] 1887 entwarf Popper das Torpedoschiff SMS Tiger (1887), 1893 die Monarch-Klasse, 1896 die SMS Zenta und die SMS Aspern. In der Folge stieg er 1904 zum Schiffbau-General-Ingenieur auf. Dieser Rang wurde extra für ihn geschaffen. Bis zu seinem Ausscheiden war er verantwortlich für den Bau aller Schiffe der k.u.k Marine. 1908 konstruierte er die SMS Admiral Spaun, 1905 die Radetzky-Klasse. Im Jahr 1910 begann er die Arbeit an der Tegetthoff-Klasse. Seine U-Boote entwürfe zog er zurück, nachdem er die Entwürfe von Simon Lake studiert hatte. Beim Kaiser setzte er sich für den Bau der Entwürfe von Lake ein und beaufsichtigte ab 1906 den Bau der beiden U-Boote SM-1 und SM-2 in Pola.[3]

Popper war nicht verheiratet und hatte auch keine Kinder. 1933 wurde er von einer Straßenbahn erfasst und verstarb.[4]

Weiteres

  • 1916 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Wien. Die Ehrendoktorwürde gab er im Jahr 1930 zurück. Der Grund für die Rückgabe waren Studienbeschränkungen für Studenten jüdischen Glaubens.
  • Kaiser Wilhelm II. bot ihm die Leitung der Schiffsingenieur-Professur der Technischen Universität Berlin an. Popper sagte aber aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes ab.[5]
  • In seiner Freizeit übersetzte er hebräische Literatur ins Deutsche.

Auszeichnungen

Commons: Siegfried Popper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jewish Encyclopedia
  2. Walter Grond - Mein Traum von Triest, ISBN 978-3-7099-7003-4, S. 4
  3. John Poluhowich, Argonaut: The Submarine Legacy of Simon Lake, Roma, Texas A&M University Press, 1999, S. 99
  4. Österreichisches Biographisches Lexikon
  5. Jewish Telegraphic Agency zum 80sten Geburtstag von Popper
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