Szalajka-Eisenbahn

Die Szalajka-Eisenbahn ist eine ehemalige Waldbahn mit einer Spurweite von 760 mm im Komitat Heves in Ungarn. Die heute touristisch genutzte Bahn führt von Szilvásvárad, am Rand des Bükk-Nationalparks gelegen, zu den vier Kilometern entfernten Schleierwasserfällen am Ende des Szalajka-Tals.

Szalajka-Eisenbahn
Arbeitslok der Szalajkabahn
Arbeitslok der Szalajkabahn
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
Szalajka-Eisenbahn; ehemalige Waldbahnstrecken nach Bánkút und ins Gebiet des Istállos-kő als einfache Linie, die Touristenbahn zu den Schleierwasserfällen als Doppellinie gezeichnet
Der Erddamm im Kukucsó-Tal
Die schiefe Ebene am Ende des Kukucsó-Tals
Die Bergstation der schiefen Ebene
Die Seiltrommel in der Bergstation
Teil des Bremsvorgeleges in der Bergstation
Waldbahntrasse am Vörös-kő-bérc
Erste Haarnadelkurve in der Waldbahntrasse am Vörös-kő-bérc

Ehemalige Waldbahn

Ursprünglich diente diese in bosnischer Spurweite ausgeführte Schmalspurbahn dem Abtransport von Holz und Kalkstein. Am Talende, bei der heutigen Endstation, existierte eine Seilbahn zu einem 150 m höher gelegenen Kalksteinbruch. Außer einem Pfeilerrest im Wald ist davon nichts mehr zu sehen. Von den Schleierwasserfällen führte die Waldbahn zeitweise noch weiter bis ins hintere Horotna-Tal. Zum Umladen auf Normalspur war in Szilvásvárad ein Stichgleis von der Bahnstrecke Eger–Putnok vorhanden, das 2006 abgebaut wurde. An der Stelle der ehemaligen Umladegleise befindet sich jetzt ein großer Parkplatz.

Der bedeutendere Teil der von Szilvásvárad ausgehenden Bahn existiert heute nicht mehr. Er diente dem Abtransport von Brenn- und Bauholz von der Hochfläche des Bükk-Gebirges (800–900 m ü. M.). Die ehemaligen Trassen sind in weiten Teilen noch gut sichtbar und in aktuellen Kartenwerken noch angegeben.[1] Auf der Hochebene kann man die Bahn in Richtung Osten nach Bánkút (heute Wintersport) und nach Süden zum Steilabfall zwischen Cserepes-kő und Tár-kő unterscheiden. Wie bei Waldbahnen üblich, gab es daneben noch temporäre und in ihrem Verlauf den Schlägerungen folgende kurze Stichstrecken.

Spitzkehre und schiefe Ebene

Die ehemalige Strecke zur Hochfläche des Bükk musste einen Höhenunterschied von etwa 400 m überwinden. Sie zweigte am Haltepunkt Halastó (ca. 400 m ü. M.) in einem 180°-Bogen von der heutigen Touristenbahn ab. Die Trasse steigt am östlichen Hang an, biegt um einen Bergsporn nach Süden ins Tótfalu-Tal, schwenkt nach etwa einem Kilometer rechts ins Kukucsó-Tal ein und überquert dieses nach knapp 500 Metern in einem 180°-Bogen auf einem Erddamm. Auf der anderen Talseite weiter ansteigend und durch einen Einschnitt zurück ins Tótfalu-Tal erreicht die Trasse eine Spitzkehre (ca. 500 m ü. M.)

Wieder durch einen Einschnitt zurück ins Kukucsó-Tal führt die Trasse jetzt steiler als bisher (60–70 ‰) am Hang entlang bis zum Fuß der Schiefen Ebene (ca. 600 m ü. M.), einem zweigleisigen[2] Schrägaufzug. Die schiefe Ebene überwindet den verbleibenden Höhenunterschied von 200 m bis zum Rand des Hochplateaus in einer Steigung von bis zu 650 ‰. Von der Talseite der schiefen Ebene ist außer der Trasse heute nichts mehr zu erkennen, an der Bergstation sind jedoch neben zwei Gleisstücken und einem Rungenwagen die Anlagen des Schrägaufzuges mit Seiltrommel und einrückbarem Bremsvorgelege noch vorhanden. In jedem Gleis sind Schutzweichen vorhanden, um das unbeabsichtigte Einfahren eines Wagens in die schiefe Ebene zu verhindern. Der beladene talwärtige Wagen wurde durch den Luftwiderstand eines schnell laufenden Flügelrades gebremst. Dieses war auch noch einige Jahre nach der Betriebseinstellung vorhanden. Ein Rest des Zugseils liegt noch in der schiefen Ebene und führt direkt auf die Seiltrommel. Das andere Ende führt von deren Unterseite zu dem Rungenwagen. Die Umlenkrollen für dieses Seilende fehlen oder sind im Gelände verschüttet. Am Seilbahngebäude gab es einen Wasserkran für die Dampflokomotiven, von dem noch Reste vorhanden sind. Das Wasser dafür wurde der Quelle am unteren Ende der schiefen Ebene entnommen.

Von der Bergstation verläuft eine Trasse nach Westen zur ehemaligen Holzrutsche und die Haupttrasse weiter ansteigend nach Osten. Nach etwa einem halben Kilometer überquert sie die Straße zum Parkplatz Olasz-kapu und wendet sich dann dem nördlichen Hang von Huta-bérc, Richtung Bánkút, zu. Weiter der heutigen Straße folgend, führte die Bahntrasse in Richtung Kis-virágos-hegy.

Zusammenfassung der historischen Daten

(von der Seite der Szilvásvárad Waldbahn)

Im Jahr 1908 wurde die Bahnstrecke von Szilvásvárad nach Tótfalu Tal gebaut. Sie verfügte über eine Spurweite von 760 mm Spur mit einer Steigung von maximal 50 ‰ und einem Radius von mindestens 45 m. Die Schienen wogen 12,5 kg/m Schienen. Im gleichen Jahr wurde die Pferdebahn auf der Hochfläche gebaut. Diese verfügt über eine Spurweite 600 mm Spur, eine Steigung von maximal 100 ‰, einen Radius von mindestens 35 m und die Schienen wogen 7 kg/m. Verbunden waren die beiden Bahnen durch eine doppelte Holzrutsche, später durch eine Seilbahn. Die erste 2-achsige Lokomotive war von Hanomag.

Im Jahr 1920 kamen die 3-achsige Lokomotive Eleonora (Maffei Nr. 2908) und die 2-achsige Lokomotive Csillag (Borsig Nr. 5274) hinzu. 1921 wurde die Strecke vom Tótfalu Tal zum zweigleisiger Schrägaufzug (Spurweite 760 mm) und die Strecke zu den Schleierwasserfällen, eine 500 m lange Seilbahn zum Kalksteinbruch mit Kalkbrennerei, erbaut.

Etwa um das Jahr 1940 gab es ein Sägewerk beim Holzplatz in Szilvásvárad.

Schließlich wurde 1948 die Bahn auf der Hochfläche auf 760-mm-Spur umgebaut. Außerdem wurde die Transportkapazität des Schrägaufzugs auf 120 m³ täglich verdoppelt. Der Personenverkehr wurde 1953 aufgenommen.

Die Bahn erhielt 1963/1965 zwei L60 (LOWA Ns3) Diesellokomotiven, GV 61103 und GV 61105. Die Strecken auf der Hochfläche sowie des Schrägaufzugs und der Strecke dorthin wurden 1967 abgebaut.

Quellen

  1. Wanderkarte 1:40 000 (Bükk-Fennsík, Cartographia Nr. 33, ISBN 963-352-133-5 und A Bükk (déli rész) Nr. 30, ISBN 963-352-130-0), ehemalige Bahnstrecke als Régi vasút vermerkt; eisenhahnhistorisch weniger ergiebig die Karte von Z-Press Kiadó Kft., Bükk, ISBN 963-9493-29-5.
  2. Im Forstmuseum (am Haltepunkt Halastó) sind Fotos des Schrägaufzugs zu sehen
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