Die Bären sind los (1976)

Die Bären sind los ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1976.

Handlung

Morris Buttermaker ist ein ehemaliger Profi-Baseball-Spieler mit einem Alkoholproblem. Sein Geld verdient er mit dem Reinigen von Swimmingpools. Als Baseballtrainer übernimmt er eine Mannschaft von Kindern aus schwierigen Verhältnissen im Alter von etwa elf Jahren – mit dem Ehrgeiz, aus einer hoffnungslos unbegabten Mannschaft eine ausgezeichnete Siegermannschaft in einer Little League zu machen. Sein größter Konkurrent ist der arrogante Trainer Roy Turner, der sich mit seiner Mannschaft über die Bären lustig macht. Die Bären verlieren zunächst sämtliche Spiele, ohne den Hauch einer Chance zu haben.

Hoffnung ist in Sicht, als Buttermaker seine Stieftochter Amanda überreden kann, der Mannschaft beizutreten. Diese kommt jedoch nicht nur zum Baseball spielen, sie möchte ihren Stiefvater wieder mit ihrer Mutter zusammenbringen. Dies misslingt, doch die Mannschaft wird besser. Als auch noch der herumstreunende, Motorrad fahrende Kelly zur Mannschaft stößt, wird aus dem Verliererteam eines mit Siegermentalität, das sich bis ins Finale gegen Roy Turners Team vorspielt.

Der überehrgeizige Turner verliert bei diesem Spiel die Nerven, als eine erneute Niederlage droht, schlägt er einen seiner besten Spieler, was Zuschauer und Buttermaker gegen ihn aufbringt. Buttermaker wechselt daraufhin seine schwächsten Spieler ein und Turners Mannschaft gewinnt doch noch. Gewinnen sei eben nicht alles.

Kritik

  • Lexikon des internationalen Films: Sympathischer, wenn auch simpel konstruierter Film über Rivalität und Freundschaft der jugendlichen Sportler. Hierzulande mangels Kenntnis der Baseball-Regeln nicht immer nachvollziehbar.[1]

Auszeichnungen

Walter Matthau war 1977 als bester männlicher Darsteller für den BAFTA Award nominiert, ging aber leer aus. Im gleichen Jahr gewann Die Bären sind los den Preis der Writers Guild of America für das beste Originaldrehbuch (Genre: Komödie).

Fortsetzungen

1977 wurde eine Fortsetzung unter dem Titel Die Bären bleiben am Ball (The Bad News Bears in Breaking Training) gedreht. 1978 entstand eine weitere Fortsetzung mit Tony Curtis in der Hauptrolle und dem Titel Die Bären sind nicht mehr zu bremsen (The Bad News Bears Go to Japan).

Fernsehserie

In den Jahren 1979 und 1980 wurde die Fernsehserie Die Bären sind los in zwei Staffeln ins Fernsehen gebracht, die auf dem Film basiert und die Handlung u. a. um den Schulalltag erweitert. Jack Warden spielte die Rolle des Trainers Morris Buttermaker.

Neuverfilmung

Richard Linklater drehte 2005 eine Neuverfilmung unter dem gleichen Titel mit Billy Bob Thornton als Morris Buttermaker.

Kulturhistorische Auffälligkeiten

Das in dem Film gezeichnete Bild der USA ist besonders mit Blick auf den Umgang der Gesellschaft mit Kindern auffällig problematisch:

  • Buttermaker wird als Trainer eines Teams minderjähriger Spieler ab circa 8 Jahren eingestellt, obgleich allen Beteiligten von Beginn an bekannt ist, dass er Alkoholiker ist.
  • Buttermakers Alkoholismus verschwindet auch im Verlauf des Films nicht: Buttermaker wird den Film hindurch kontinuierlich mit Bier-Dosen oder -Flaschen in der Hand, Alkohol trinkend, mit Whisky hantierend gezeigt – und zwar ebenso im Kontakt mit Erwachsenen wie während des Baseballtrainings mit den Kindern und bei seiner Arbeit als Trainer während der Spiele seiner Mannschaft.
  • Buttermakers Alkoholkonsum geht so weit, dass er in einer Szene während des Trainings neben einem Haufen leerer Bierdosen gezeigt wird, die er offenbar soeben ausgetrunken hat, was dazu führt, dass er wenige Sekunden später auf dem Spielfeld und inmitten der minderjährigen Spieler auf den Boden sinkt und damit beginnt, seinen Rausch auszuschlafen.
  • Nach der Niederlage im Finale gegen Ende des Films verteilt Buttermaker zur Bestärkung des eben erst wirklich gefundenen Teamgeistes Bierflaschen an die allesamt minderjährigen Spieler seines Teams.
  • Obgleich bereits bei der Einführung Buttermakers im Verein deutlich ein Schild zu sehen bzw. ins Bild eingerückt ist, welches das Rauchen und den Alkoholkonsum im Vereinsgelände streng untersagt, werden Buttermakers entsprechende kontinuierliche Verfehlungen in keiner Weise geahndet.
  • Gleiches gilt für den Trainer der Yankees: als er während des Finales seinen Sohn für ein Fehlverhalten auf dem Platz vor aller Augen ins Gesicht schlägt, sabotiert der Sohn zwar das Ende des gerade laufenden Spielzuges und verlässt direkt danach mit der Mutter den Sportplatz. Auch schauen alle Anwesenden betreten. Danach jedoch läuft das Spiel ungestört weiter: Der Trainer wird weder vom Schiedsrichter noch von Vereinsmitgliedern gemaßregelt, das Spiel wird nicht abgebrochen wegen grober Unsportlichkeit, das Verhalten des Trainers hat keine Konsequenzen.
  • Desinteresse am Kindswohl zeigt sich auch, als Buttermaker sein ganzes Team aus ca. 8- bis 12-jährigen Spielern in seinem Auto ohne Verdeck transportiert, wobei sich die Kinder unangeschnallt auf den Rücksitzen und auf deren Rücklehnen drängeln.
  • Die von Tatum O’Neal verkörperte Amanda verdient sich – als 11-jährige – ein Taschengeld, indem sie unbegleitet und fernab von Geschäften an einer abgelegenen, bewaldeten Straßenkreuzung an Fremde Stadtpläne zu dem Häusern der Stars verkauft.
  • Schließlich werden Buttermaker und Roy Turner, der Trainer des Finalgegners, wiederholt dabei gezeigt, ihre kindlichen bis jugendlichen Spieler rüde anzubrüllen.

Wahlweise lässt sich diese Darstellung insgesamt als (unbeabsichtigtes) Dokument einer am Wohl ihrer Kinder wenig interessierten Gesellschaft lesen oder als kritische Darstellung, die diese Defizite im Sinne der auch thematisierten Überfokussierung der Gesellschaft auf das Siegen problematisierend herausarbeitet.

Einzelnachweise

  1. Die Bären sind los. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 16. Januar 2017.
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