Wahdat al-wudschūd

Wahdat al-wudschūd (arabisch وحدة الوجود, DMG waḥdat al-wuǧūd ‚Einheit des Findens od. Einheit des Seins‘) ist eine ontologische Lehre im Bereich des Islams, nach der die Existenz mit dem monotheistischen Gott identisch ist und es dementsprechend nur eine Existenz gibt. Die Lehre, die in der neueren Forschung als ontologischer Monismus gekennzeichnet wird, wird auf den andalusischen Sufi und Philosophen Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī (gest. 1240) zurückgeführt, wurde aber im Wesentlichen von den philosophisch orientierten Interpreten seiner Werke entwickelt.[1] In der Frühen Neuzeit erlangte sie große Popularität unter den Sufis. Einige muslimische Gelehrte wie Ibn Taimīya (gest. 1329) und Ahmad Sirhindī (gest. 1624) betrachteten die Wahdat al-wudschūd jedoch als ketzerischen Pantheismus und kritisierten, dass sie ihre Anhänger zum Übertreten der Scharia verleite. Eine andere Bezeichnung für die Wahdat al-wudschūd ist Tauhīd wudschūdī.[2] Die Anhänger dieser Lehre werden als Wudschūdīya bzw. Wahdatīya oder ahl al-waḥda[3] („Leute der Einheit“) bezeichnet.

Vertreter der Lehre und ihre Aussagen

Ibn Taimīya (gest. 1329) betrachtete Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī (gest. 1240), Sadr ad-Dīn al-Qūnawī (gest. 1274), Ibn Sabʿīn (gest. 1270), Ibn al-Fārid (gest. 1235), ʿAfīf ad-Dīn at-Tilimsānī (gest. 1290), Saʿīd ad-Dīn al-Farghānī (gest. ca. 1300) und Abū l-Hasan asch-Schuschtarī (gest. 1269) als die wichtigsten Vertreter der Wahdat-al-Wudschūd-Lehre. Diesen Personen, die er zusammengenommen als ahl al-waḥda („Leute der Einheit“) bezeichnet, schreibt er die Lehre zu, dass die Existenz eine sei und die notwendige Existenz des Schöpfers mit der möglichen Existenz des Erschaffenen identisch sei.[3]

Die späteren islamischen Gelehrten in Iran und Indien betrachteten Ibn ʿArabī als den Begründer des wahdat-al-wudschūd-Konzepts. So beschrieb Dschāmi (gest. 1492) Ibn ʿArabī als „Vorbild der Verfechter der Wahdat al-wudschūd“ (qudwat al-qāʾilīn bi-waḥdat al-wuǧūd).[4] Und der indische Naqschbandīya-Sufi Ahmad Sirhindī (1564–1624) erklärte in einem seiner Maktūbāt: „Der erste, der die Lehre von der existentiellen Einheit (at-tauḥīd al-wuǧūdī) klar ausgesprochen hat, war der Scheich Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī.“ Auch Schāh Walīyullāh betrachtete Ibn ʿArabī als den „Anführer derjenigen, die an die Wahdat al-wudschūd glauben“.[5]

Ibn ʿArabī

Tatsächlich findet man bei Ibn ʿArabī nur wenige explizite Aussagen zum wahdat-al-wudschūd-Konzept. Die Stellen im Einzelnen:

  • Im 113. Kapitel seines Werkes al-Futūḥāt al-Makkīya schreibt er: „Bejahe die Vielfalt in der Unveränderlichkeit (ṯubūt), halte sie jedoch von der Existenz (wuǧūd) fern. Bejahe die Einheit in der Existenz (al-waḥda fī al-wuǧūd), halte sie aber von der Unveränderlichkeit fern.“[6]
  • Ähnlich äußert er sich in seinem Kitāb al-Alif: „Zahl und Vielfältigkeit erscheinen nur durch Sein Walten auf intelligiblen, nicht existenten Ebenen. So ist alles, was in der Existenz ist, eins (fa-kull mā fī l-wuǧūd wāḥid), denn wenn es nicht eins wäre, könnte man nicht in gültiger Weise bei Gott – gepriesen sei Er – die Einheit bestätigen.“[7]
  • In noch prägnanterer Form bringt Ibn ʿArabī diesen Gedanken in seinem Kitāb al-Ǧalāla zum Ausdruck: „So ist die gesamte Existenz in Wirklichkeit eins, und es gibt nichts neben ihr“ (wa-hākaḏā kull al-wuǧūd huwa wāḥid fī l-ḥaqīqa, lā šaiʾ maʿa-hū).[8]
  • Und in einem seiner sufischen Gebete (aurād) bittet Ibn ʿArabī Gott: „Ich bitte Dich, bei dem Geheimnis, mit dem Du die sich ergänzenden Gegensätze zusammenbringst, dass Du für mich alles, was in meinem Wesen uneins ist, in einer solchen Weise zusammenbringst, dass sie mich die Einheit Deiner Existenz erfahren lässt (an yušhidanī waḥdat wuǧūdika).“[9]

Neben den Aussagen, in denen Ibn ʿArabī explizit von einer Einheit der Existenz gesprochen hatte, gab es andere, in denen seine Anhänger Bezugnahmen auf sie erkannten. So sagt er im ersten Kapitel seiner Fuṣūṣ al-ḥikam, dass die Verbindung der existierenden Dinge – gemeint sind Gott und die übrigen Dinge – leicht erkannt werden könne, weil sie etwas Verbindendes hätten, nämlich die individuelle Existenz (al-wuǧūd al-ʿainī).[10]

ʿAfīf ad-Dīn at-Tilimsānī (gest. 1290), der den ersten Kommentar zu den Fuṣūṣ al-ḥikam verfasste, erklärt darin, dass Ibn ʿArabī mit dieser Aussage auf die Lehre von der existentiellen Einheit (at-tauḥīd al-wuǧūdī) habe hinweisen wollen. Er habe es nicht gut befunden, sie hier klar auszusprechen, doch habe er das anderenorts getan. Die weiteren Ausführungen Ibn ʿArabīs an dieser Stelle kommentiert at-Tilimsānī mit der Aussage, dass dieser den Boden dafür habe bereiten wollen, die Attribute des Stellvertreters (al-ḫalīfa; d. h. des Menschen) mit denen desjenigen, der ihn als Stellvertreter einsetzt (al-mustaḫlif; d. h. Gott) zu identifizieren, um schließlich alles auf eine Wesenheit (ʿain) zurückzuführen, nämlich die Existenz Gottes. Insgesamt seien Ibn ʿArabīs Ausführungen darauf gegründet, dass die Existenz eins sei, die Wesenheiten (al-aʿyān) sich jedoch unterschieden. Diese sich unterscheidenden Wesenheiten würden Aʿyān thābita genannt.[11]

In späterer Zeit nahm die Tendenz, Ibn ʿArabīs Werke als eine Ausarbeitung der wahdat-al-wudschūd-Theorie zu betrachten, noch weiter zu. So berichtet der jemenitische Gelehrte Sālih ibn Mahdī al-Maqbalī (gest. 1696) von einem Gespräch, das er mit dem kurdischen Gelehrten Muhammad ibn ʿAbd ar-Rasūl al-Barzandschī (gest. 1691) geführt hatte. Darin waren beide sich einig darüber, dass sich die Aussagen Ibn ʿArabīs in seinen Fuṣūṣ al-ḥikam alle um die Einheit der Existenz drehten und sein Werk al-Futūḥāt al-Makkīya eine Klarlegung dazu liefere.[12]

Ibn Sabʿīn

Ein Denker, bei dem der Begriff Wahdat-al-wudschūd klarer eine bestimmte dogmatische Position bezeichnet, war Ibn Sabʿīn (gest. 1270), der wie Ibn ʿArabī aus Murcia stammte. In einem seiner Sendschreiben findet man eine Stelle, an der der Begriff die Weltsicht einer spirituellen Elite beschreibt:

„Das Existente ist entweder notwendigerweise existent (wāǧib al-wuǧūd), was auf das Ganze und die Erheit (huwīya) zutrifft, oder es ist kontingenterweise existent (mumkin al-wuǧūd), was auf den Teil und die Washeit (māhīya) zutrifft. Die göttliche Herrlichkeit (rubūbīya) ist die Erheit, die das Ganze ist, und die menschliche Knechthaftigkeit ist die Washeit, die der Teil ist. Alle von sich aus auf die Erheit bezogene Realität heißt Ganzes (kull), und alle von sich aus auf die Washeit bezogene Realität heißt Teil (ǧuzʾ). Ein Ganzes hat keine Existenz außer in einem Teil und ein Teil hat keine Existenz außer in einem Ganzen. So ist das Ganze mit dem Teil vereint, und die beiden sind mit dem Ursprung verbunden, nämlich der Existenz. Das gemeine Volk und die Unwissenden werden von dem Akzidentiellen (ʿāriḍ) beherrscht, nämlich der Vielheit (kaṯra) und Vielzahl (taʿaddud), während die auserwählten Wissenden von dem Ursprung beherrscht werden, nämlich der Einheit der Existenz (waḥdat al-wuǧūd). Derjenige, der sich an den Ursprung hält, erfährt keine Ablenkung oder Ruhelosigkeit. Er bleibt in seinem Wissen und seiner Erkenntnis gefestigt. Wer sich aber an den Zweig hält, erfährt Ruhelosigkeit und Ablenkung. Die Dinge werden viele in seinen Augen, so dass er vergisst und zerstreut und unwissend wird.“

– Ibn Sabʿīn[13]

Sadr ad-Dīn al-Qūnawī

Ein Autor, der sich besonders ausführlich zur Einheit der Existenz äußerte, war Ibn ʿArabīs Schwiegersohn, der persische Sufi-Philosoph Sadr ad-Dīn al-Qūnawī (1207–1274). In seinem philosophischen Traktat Miftāḥ ġaib al-ǧamʿ wa-l-wuǧūd erklärt er: „Wisse, dass der Wahrhaftige (al-Ḥaqq; sc. Gott) die reine Existenz (al-wuǧūd al-maḥḍ) ist, in der es keine Verschiedenheit gibt, und Er eins ist im Sinne einer wahrhaftigen Einheit (waḥda ḥaqīqīya), dergegenüber keine Vielheit gedacht werden kann.“ Alles, was in den Entitäten wahrgenommen werde, so erklärt al-Qūnawī weiter, Farben, Lichter, Flächen usw., seien Wirkungen der Existenz (aḥkām al-wuǧūd), oder Verhältnisformen (ṣuwar nisab) Seines Wissens. Dieses Wahrgenommene sei aber nicht mit der wahrhaftigen Existenz (al-wuǧūd al-ḥaqq) identisch, weil die Existenz nur eine sei. Der Mensch könne die Existenz nicht deswegen erfassen, weil er wie die Einheit der Existenz (waḥdat al-wuǧūd) eine wahrhaftige Einheit sei, sondern weil er eine Wahrheit sei, die durch Existenz, Leben, in ihm bestehendes Wissen, Willen, und ein festes Verhältnis zu dem, was er erfassen will, ausgezeichnet sei.[14]

An neuplatonische Emanationslehren anknüpfend, erklärt al-Qūnawī weiter:

„Aus dem Wirklichen geht in Bezug auf die Einheit seiner Existenz (waḥdat wuǧūdudihī) nur das Eine hervor, wegen der Unmöglichkeit, dass das Eine mehr als Eines offenbart. Und dieses Eine ist unserer Ansicht nach die wissende Existenz (al-wuǧūd al-ʿālim), die auf die Wesenheiten der erzeugten Dinge ausgeschüttet wird (al-mufāḍ ʿalā aʿyān al-mukauwanāt), sowohl auf dasjenige, das existiert, als auch auf dasjenige, das nicht existiert, über dessen (sc. zukünftige) Existenz aber bereits Wissen vorhanden ist. Diese Existenz ist dem höchsten Schreibrohr (al-qalam al-aʿlā), das die erste Existenz ist und auch ‚der erste Intellekt‘ (al-ʿaql al-auwal) genannt wird, und den anderen existierenden Dingen gemeinsam, anders als es die Theoretiker unter den Philosophen sagen. Denn nach Ansicht der Wahrheitserkenner (al-muḥaqqiqūn) gibt es nichts als den Wahrhaftigen. Und der Kosmos ist nichts, was über die von Gott seit aller Ewigkeit her gewussten Wahrheiten hinausgeht, die zunächst nicht-existent (maʿdūm) […] und dann mit Existenz ausgestattet sind.“

– Sadr ad-Dīn al-Qūnawī[15]

Zum Verhältnis zwischen der Vielfalt in der Welt und der Einheit der Existenz äußert sich al-Qūnawī ähnlich wie Ibn Sabʿīn:

„Die wahrgenommene Verschiedenheit der existierenden Dinge, die sich von der einen Existenz ableiten, geht auf die Verschiedenheit der aufnehmenden kosmischen Realitäten zurück, nicht auf die Verschiedenheit der Existenz an sich oder darauf, dass es viele Existenzen gibt, die sich in den Realitäten unterscheiden. Denn es gibt nur eine Existenz, die aufgrund der Verschiedenheit Realitäten der Behälter unterschiedlich, vielfältig und zahlreich erscheint, obwohl sie sich in sich selbst hinsichtlich ihrer Lösung von den Erscheinungsorten nicht vervielfacht oder vermehrt.“

– Sadr ad-Dīn al-Qūnawī[16]

Zum Verhältnis zwischen der einen Existenz und den feststehenden Wesenheiten sagt er:

„Das Unklarste und Schleierhafteste sind die Vielheiten (taʿaddudāt), die durch die Wirkungen der feststehenden Wesenheiten in der einen Existenz eintreten. Man bildet sich ein, dass die Wesenheiten in der Existenz und durch die Existenz in Erscheinung treten. In Wirklichkeit treten aber nur ihre Wirkungen in der Existenz in Erscheinung, nicht sie selbst. Und sie werden auch nie in Erscheinung treten. Das In-Erschung-Treten (ẓuhūr) kommt nämlich nur der Existenz zu, allerdings unter der Voraussetzung der Vervielfältigung mit den Wirkungen der Wesenheiten in ihr. Das Verborgensein (buṭūn) dagegen ist eine intrinsische Eigenschaft der Wesenheiten und auch der Existenz im Hinblick auf die begriffliche Erfassung ihrer Einheit.“

– Sadr ad-Dīn al-Qūnawī: an-Nuṣūṣ[17]

Saʿīd ad-Dīn al-Farghānī

Saʿīd ad-Dīn al-Farghānī (gest. ca. 1300), der ein Schüler von Sadr ad-Dīn al-Qūnawī war, setzte das Konzept der Wahdat al-wudschūd in Beziehung zur sufischen Idee des Fanā' („Entwerden“) in Beziehung. Er meinte nämlich, dass es drei Stufen des Entwerdens gebe, die der Beschreiter des mystischen Weges durchlaufe. Die erste Stufe ist das Entwerden der Seele (fanāʾ an-nafs). Da in der Seele die wirkliche Vielheit offensichtlich, die Einheit der individuellen Existenz (waḥdat al-wuǧūd al-ʿainī aẓ-ẓāhirī) jedoch verborgen sei, überwinde bei ihrem Entwerden unweigerlich die Einheit die Vielheit, so dass die Vielheit vollkommen verschwinde. Die zweite Stufe des Entwerdens sei das Entwerden des Geistes (fanāʾ ar-rūḥ). Da im Geist die Einheit der individuellen Existenz mit ihrer Eigenschaft der Schlichtheit offensichtlich, die Vielheit der gewussten Realitäten mit ihren Unterscheidungen jedoch verborgen sei, verschwinde bei seinem Entwerden die Einheit, während die Vielheit der gewussten Realitäten hervortrete. Auf der dritten Stufe des Entwerdens erlebe der Beschreiter des mystischen Weges eine Harmonisierung zwischen diesen beiden Zuständen.[18]

ʿAbd ar-Razzāq al-Qāschānī

Die erste lexikographische Erfassung des Wahdat-al-wudschūd-Konzepts findet sich bei dem persischen Mystiker ʿAbd ar-Razzāq al-Qāschānī (gest. 1345). Er erklärt es in seinem Werk Laṭāʾif al-iʿlām fī išārāt ahl al-ilhām, einem Lexikon von Begriffen der Ibn-ʿArabī-Mystik,[19] mit den folgenden Worten:

„Damit ist gemeint, dass sie (sc. die Existenz) sich nicht in das Notwendige (al-wāǧib) und das Kontingente (al-mumkin) teilen lässt. Denn nach Meinung dieser Gruppe (sc. den Anhängern dieser Lehre) ist die Existenz nicht das, was die Theoretiker der Mutakallimūn und Philosophen darunter verstehen. Die meisten von ihnen glauben nämlich, dass die Existenz ein Akzidens (ʿaraḍ) ist. Vielmehr ist die Existenz, dem sie eine Akzidens-Qualität zuschreiben, dasjenige, wodurch sich die Wahrheit von allem Existenten bewahrheitet. Und das kann nichts anderes sein als der Wahrhaftige (al-Ḥaqq), erhaben ist Seine Natur. Außerdem hat das als Einheit beschriebene Wesen (ḏāt) zwei Aspekte: 1. den Aspekt des Eins-Seins und des Umfassens der Namen und Wahrheiten, und das ist, wie du weißt, der Rang der Vereinigung und Existenz (martabat al-ǧamʿ wa-l-wuǧūd), und 2. den Aspekt, dass es identisch ist mit jenen Wahrheiten, die es umfasst, während die Existenz Ursprung (aṣl) jener Wahrheiten ist und nach Maßgabe der Sinneskräfte ihr deutlichster Ausdruck ist. So ist die Existenz mit dem Wesen identisch.“

– ʿAbd ar-Razzāq al-Qāschānī[20]

Die Kritiker des Konzepts und ihre Einwände

Ibn Taimīya

Einer der frühesten Kritiker der wahdat-al-wudschūd-Lehre war der hanbalitische Gelehrte Ibn Taimīya (gest. 1329). Ihm zufolge behaupteten die Anhänger dieser Lehre, dass die Existenz des Erschaffenen mit der Existenz des Schöpfers identisch sei. Darin sah Ibn Taimīya eine Entleerung und Leugnung des Schöpfers, die alle Formen von Schirk in sich schließe.[21] In einer anderen Schrift, in der er diese „Lehrrichtung der Einheit“ (maḏhab al-waḥda) behandelt, erklärt er, dass ihr zufolge die Existenz eine einzige sei, dem Schöpfergott keine Existenz zukomme, die von der Existenz des Erschaffenen getrennt sei, und Gott das Böse in der Welt (aš-šarr fī l-ʿālam) in sich vereine.[22] Er meinte, dass darin, dass die Anhänger dieser Lehre Gott keine von der Existenz des Erschaffenen getrennte Existenz zuerkennen, der Ausgangspunkt ihres Irrtums (mabdaʾ ḍalālihim) liege. Außerdem wirft er ihnen vor, sich eklektisch der Lehren der Philosophen, der falschen Lehren der Sufis und Mutakallimūn und der Lehren der Qarmaten und Bātiniten zu bedienen, „vor den Türen der verschiedenen Lehrrichtungen“ umherzustreifen und niedrigste Ziele zu verfolgen.[22]

ʿAlā' ad-Daula as-Simnānī

Um die gleiche Zeit wie Ibn Taimīya kritisierte der persische Sufi ʿAlā' ad-Daula as-Simnānī (gest. 1336) die wahdat-al-wudschūd-Lehre. In einem Brief, den er als Antwort auf einen Brief von ʿAbd ar-Razzāq al-Qāschānī verfasste und der von Dschāmi (gest. 1492) in seinen Nafaḥāt al-Uns wiedergegeben wird, nahm er Bezug auf Ibn ʿArabīs einleitende Worte in seinem Werk al-Futūḥāt al-Makkīya: „Ehre sei dem, der alles (in der Welt) hervorbringt und (gleichzeitig) eins mit ihm ist“, und bemerkt dazu:

„Wenn du jemand sagen hörtest: 'Das Exkrement des Scheichs ist mit der Existenz des Scheichs (wuǧūd aš-šaiḫ) identisch, so würdest du ihm das keineswegs durchgehen lassen, sondern dich über ihn ärgern. Wie soll es dann einem Vernunftbegabten möglich sein, solchen Unsinn auf Gott zu beziehen, den König und Richter? Kehr um zu Gott, durch aufrichtige Tauba, damit du diesem gefährlichen Abgrund entkommst, vor dem selbst die Materialisten, die Naturalisten, die Griechen (d.h. die Philosophen) und die Buddhisten zurückschrecken! Friede sei über dem, der der rechten Führung folgt (Sure 20:47)!.“

– ʿAlā' ad-Daula as-Simnānī[23]

Ibn Abī l-Hasan al-Bakrī und ʿAlī al-Qārī

Ein weiterer sufischer Gegner der wahdat-al-wudschūd-Lehre war der ägyptische Scheich Ibn Abī l-Hasan al-Bakrī (gest. 1586). Er brachte zwar seinen Respekt für Ibn ʿArabī zum Ausdruck, wies aber gleichzeitig die Idee der Wahdat al-wudschūd zurück.[24] Am Anfang seines Dīwāns warnt er den Leser, dass der Text einige Qasīden und poetische Abschnitte enthalte „im Stil derjenigen, die die Einheit der Existenz lehren (ʿalā asālīb al-qāʾilīn bi-waḥdat al-wuǧūd)“, und distanziert sich anschließend davon: „Gott behüte, dass dies Glaubenslehre von uns wird! Vielmehr ist unsere Glaubenslehre das, woran die Sunniten (ahl as-sunna wa-l-ǧamāʿa) glauben.“ Dass er diese Stücke dennoch in seinen Dīwān aufgenommen hat, begründet er mit Subitilität ihres Sinns.[25] In einem der Gedichte des Dīwāns greift al-Bakrī die Verurteilung der Vertreter dieser Lehre aber wieder auf. Dort ruft er aus:

كم أناس توعلوا في دعاوي
زعموا أنهم من الأبرار
أطلقوا وحدة الوجود وقالوا
كل شىء هو الإله الباري
يا لقومي ما لطه نصير
خاب من لم يكن من الأنصار

Kam unās tawaʿʿalū fī daʿāwī
Zaʿamū annahum min al-abrār
Aṭlaqū waḥdata l-wuǧūd wa-qālū
Kullu šaiʾin huwa l-ilāhu l-bārī
Yā la-qaumī mā li-Ṭāhā naṣīr
Ḫāba man lam yakun min al-anṣār

Wie viele Menschen haben hochtrabenden Anmaßungen erhoben
Und behauptet, sie gehörten zu den Rechtschaffenen!
Sie haben sich auf die Einheit der Existenz berufen und gesagt:
„Alles ist Gott der Schöpfer!“
O meine Leute, kommt denn niemand Tāhā (= dem Propheten) zu Hilfe?
Enttäuscht werden wird, wer nicht zu den Helfern gehört hat.[26]

Als alternatives Konzept stellte Ibn Abī l-Hasan al-Bakrī der „Einheit der Existenz“ die „Einheit des Erlebens“ (waḥdat aš-šuhūd) gegenüber. In seinem Werk Tabʿīd al-minna fī taʾyīd as-sunna, das er 1552 in Mekka abschloss, schrieb er: “Die Einheit ist erlebnishaft, nicht ontologisch (al-waḥda šuhūdīya lā wuǧūdīya)”.[27]

Ibn Abī l-Hasan al-Bakrīs Schüler ʿAlī al-Qārī (gest. 1606) vertrat eine ähnliche Position. Er unterschied in seinen Schriften zwischen den Wudschūditen, also denjenigen, die die „Einheit der Existenz“ lehren, und Schuhūditen, also Vertretern der Lehre von der „Einheit des Erlebens“. Erstere betrachtete er als irregeleitet, letztere dagegen als die „Vertreter der wahren Lehre“ (ahl al-ḥaqq). Al-Qārī verfasste auch eine eigene Abhandlung gegen die Anhänger der wahdat-al-wudschūd-Lehre mit dem Titel al-Martaba aš-šuhūdīya fī l-manzila al-wuǧūdīya.[28] Auslöser dafür war, dass ihm zugetragen worden war, dass „ein unwissender Sufi“ (baʿḍ ǧahalat al-mutaṣauwifa) seinen Novizen bei der Initiation folgende Formel sprechen ließ: „Ich glaube, dass alle Dinge von ihrem Inneren mit Gott vereint sind, von ihrem Äußeren her aber von Ihm verschieden und etwas anderes sind als Er.“ Als al-Qārī dies im Gespräch als eine der wahdat-al-wudschūd-Lehre zuneigende Ketzerei bezeichnete, soll man ihn dazu aufgefordert haben, dies näher darzulegen, woraufhin er seine Schrift verfasste.[29]

Seine anfängliche Sympathie für das Konzept

Besonders ausführlich äußerte sich der indische Naqschbandīya-Sufi Ahmad Sirhindī (gest. 1624) zur wahdat-al-wudschūd-Lehre. Er bekennt, dass er dieser Lehre anfangs sehr zugeneigt war. Die Entwicklung von Sirhindīs Haltung zu dieser Lehre lässt sich anhand seiner Briefe (Maktūbāt) verfolgen.[30] In Brief 31 des ersten Bandes teilt er mit, dass er von klein auf an diese Lehre geglaubt und sie sehr genossen habe und auch sein Vater sich stets daran gehalten habe. Später, als ihn Scheich Bāqī bi-Llāh in die Methode des Naqschbandī-Ordens eingeführt habe, sei ihm nach nur kurzer Zeit die existenzielle Einheit (tauḥīd wuǧūdī) enthüllt worden. Er sei völlig in dieser Erfahrung aufgegangen, und die damit verbundenen Ideen seien auf ihn eingeströmt.[31]

Die nächste Stufe seiner Entwicklung beschreibt Sirhindī in Brief 160. Dort erklärt er, dass er nach dem Studium der Wissenschaften eine distanziertere Haltung gegenüber der existentiellen Einheit eingenommen habe, ohne diese Lehre völlig zurückzuweisen. Lange Zeit sei er in diesem Zustand der Unentschlossenheit verblieben, bis er schließlich begonnen habe, sich von ihr abzukehren. Ihm sei gezeigt worden, dass die existentielle Einheit eine niedrige Stufe sei, von der er zur Stufe des Schattentums (ẓillīya) aufsteigen müsse. Auf dieser Stufe habe er festgestellt, dass er und die Welt nur ein Schatten (ẓill) Gottes seien. Gerne wäre er auf dieser Stufe verblieben, wegen ihrer Nähe zur Wahdat al-wudschūd, die er immer noch als Inbegriff der Vollkommenheit betrachtet habe. Dann sei er von Gott auf die Stufe der Knechtschaft (ʿabdīya) gehoben worden. Da erst habe er erkannt, dass die Wahdat al-wudschūd nicht die höchste Stufe auf dem mystischen Weg sei.[32]

Sirhindī blieb der wahdat-al-wudschūd-Lehre noch lange Zeit verbunden. So unternahm er im 44. Brief des zweiten Bandes den Versuch, sie in einer Weise umzudeuten, dass sie nicht mehr häretisch erschien. Anlass dafür war, dass er einmal gefragt wurde, was davon zu halten sei, dass die Sufis die Einheit der Existenz lehrten und die Gelehrten diese Lehre für Unglauben und Freigeisterei (zandaqa) hielten, obwohl beide Parteien Sunniten seien, antwortete er, dass der Streit der beiden Parteien nur auf eine Differenz im Ausdruck (lafẓ) zurückgehe. Die Dinge seien bei den Sufis nicht identisch mit Gott, sondern Spiegelbilder der Erscheinungsformen des Wahrhaftigen (marāyā ẓuhūrāt al-Ḥaqq). Die Dinge seien also von Gott, nicht Gott selbst. Wenn sie sagten: „Das Ganze ist Er“ (al-kull huwa), sei damit gemeint, dass das Ganze von ihm ausgehe. Dies sei auch die bevorzugte Auffassung der Gelehrten. So stehe der Streit zwischen den beiden Seiten nicht in der Realität fest. Vielmehr liefen die beiden Lehrmeinungen auf das Gleiche hinaus. Der Unterschied bestehe nur darin, dass die Sufis lehrten, dass die Dinge Spiegelbilder der Erscheinungsformen Gottes seien, die Gelehrten jedoch auch vor diesem Ausdruck hüteten, weil sie den falschen Eindruck von Inkarnation (ḥulūl) und Vereinigung mit Gott (ittiḥād) vermeiden wollten.[33]

Einordnung als ketzerische Lehre

Zu einem bestimmten Zeitpunkt ging Ahmad Sirhindī dazu über, die wahdat-al-wudschūd-Lehre als eine ketzerische Lehre zu betrachten. Hintergrund war, dass er bei dieser Lehre die Gefahr eines inhärenten Antinomismus sah. Wie er selbst in seinem 31. Brief des ersten Bandes schreibt, war der Grund für seine Abfassung, dass sich die meisten seiner Zeitgenossen „am Saum der existentiellen Einheit festhielten“ (tamassakū bi-ḏail at-tauḥīd al-wuǧūdī) und zu der Auffassung gelangt seien, dass das Ganze von Gott sei oder Gott selbst sei, und mit diesem Kniff ihre Hälse aus der Schlinge der Scharia-Pflichten gezogen hätten. Einige hätten dies aufgrund von Taqlīd getan, andere rein aufgrund von Wissen, wiederum andere aufgrund von mit „Schmecken“ (ḏauq) vermischtem Wissen und schließlich einige aufgrund von Ilhād und Freigeisterei (zandaqa). Diese Menschen, so erklärt Sirhindī weiter, würden sich hinsichtlich der Scharia-Regeln allerlei Lügen ausdenken und sich ihres Lebens freuen. Wenn sie auch die Scharia-Gebote anerkannten, würden sie sie doch für „parasitisch“ (ṭufailī) halten und sich einbilden, dass das eigentliche Ziel hinter der Scharia liege. Sirhindī bringt am Ende mit einer arabischen Phrase seine persönliche Abscheu für diese schlechte Gesinnung (iʿtiqād sūʾ) zum Ausdruck.[34]

Sehr ausführlich befasst sich Sirhindī auch noch einmal im 272. Brief mit der wahdat-al-wudschūd-Lehre. Hier zitiert er einige Anhänger dieser Lehre mit der Behauptung, dass die Propheten die Geheimnisse der existentiellen Einheit vor der Volksmenge wegen ihres schwachen Verstandes verborgen hätten. Diese Leute würden diejenigen als Beigeseller bezeichnen, die an die Pluralität der Existenz glaubten und die Verehrung von anderen Dingen als Gott mieden. Umgekehrt würden sie diejenigen als Monotheisten (muwaḥḥid) betrachten, die an die Einheit der Existenz glaubten, auch wenn sie tausend Götzen anbeteten, weil sie diese für Manifestationen Gottes hielten. Sirhindī weist diese Vorstellung entschieden zurück:

„Die Propheten haben niemals zur Einheit der Existenz (waḥdat al-wuǧūd) aufgerufen und niemals diejenigen, die an die Pluralität der Existenz glauben, Beigeseller genannt. Sie haben vielmehr zur Einheit des angebeteten Gottes (waḥdat al-maʿbūd) aufgerufen und die Anbetung von anderem als Beigesellung bezeichnet. Wenn die wudschūditischen Sufis das, was nicht Gott ist, nicht unter die Kategorie der Andersheit fassen, entkommen sie nicht der Beigesellung. Aber das, was nicht Gott ist, ist nicht Gott, ob sie es anerkennen oder nicht.[35]“

Von Ibn Abī l-Hasan al-Bakrī übernahm Sirhindī das Konzept der „Einheit des Erlebens“, das er aber nicht waḥdat aš-šuhūd nennt, sondern at-tauḥīd aš-šuhūdī („erlebnishaften Einheit“) parallel zu dem von ihm verwendenten Begriff at-tauḥīd al-wuǧūdī. Der Unterschied zwischen existentieller und erlebnishafter Einheit besteht nach ihm darin, dass bei ersterer der Beschreiter des mystischen Weges nur den Einen sieht und sonst nichts, während er bei letzterer glaubt, dass das Existente eines ist, alles andere für nicht-existent hält und trotz seiner Nicht-Existenz als Manifestationen (maǧālī) und Phänomene (maẓāhir) dieses Einen betrachtet. Die Vertreter dieser Position vergleicht er mit Menschen, die auf die Sonne schauen und die Existenz der Sterne leugnen. Diejenige Lehre der existentiellen Einheit, die in solcher Weise alles andere als das eine Wesen ableugnet, steht seiner Meinung nach im Widerspruch mit der Vernunft und dem Religionsgesetz.[36]

Sirhindī weist auch die Auffassung zurück, dass die Einheit der Existenz eine Lehre sei, die vor Ibn ʿArabī schon von anderen Sufis vertreten worden sei. Sie ist nach ihm vielmehr eine ketzerische Lehre, die sich fundamental von den Lehren der klassischen Sufik unterscheidet. So schreibt er in einem anderen Brief:

„Der erste, der die Lehre von der existentiellen Einheit (at-tauḥīd al-wuǧūdī) klar ausgesprochen hat, war Scheich Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī. Wenn auch die Ausdrücke der vorangehenden Scheiche die Lehre von der Einheit spüren lassen und von der Vereinigung mit Gott (ittiḥād) zeugen, so können sie doch im Sinne der Lehre von der erlebnishaften Einheit (at-tauḥīd aš-šuhūdī) ausgelegt werden. So sagte einer von ihnen, wenn er nichts anderes außer dem Wirklichen sah: ‚In meinem Gewand ist nichts als Gott (laisa fī ǧubbatī siwā Llāh)‘. Andere von ihnen sagten: ‚Gepriesen sei Ich (subḥānī)‘ und ‚Im Haus ist niemand außer mir‘. All diese Ausdrücke sind Blüten, die vom Zweig der Schau des Einen (ruʾyat al-wāḥid) gepflückt werden. Keiner von ihnen enthält aber einen Hinweis auf die existentielle Einheit. Derjenige, der das Problem der Einheit der Existenz in Kapiteln und Abschnitten ausgearbeitet und ihre Syntax und Grammatik festgelegt hat, war Scheich Muhyī d-Dīn Ibn al-ʿArabī.“

– Ahmad Sirhindī[37]

Nach Ansicht mancher späterer Gelehrter erwies Ahmad Sirhindī dem Islam durch Bekämpfung der wahdat-al-wudschūd-Lehre einen großen Dienst. So schrieb der indische Gelehrte Siddīq ibn Hasan al-Qannaudschī (gest. 1889) über ihn:

„Zu seinen Leistungen gehörte, dass er den Unterschied zwischen der Einheit der Existenz (waḥdat al-wuǧūd) und der Einheit des Erlebens (waḥdat al-šuhūd) klar machte und darlegte, dass die Einheit der Existenz den Beschreiter des mystischen Weges unterwegs befällt, sich demjenigen aber, der auf eine höhere mystische Station (maqām) steigt, die Wahrheit der Einheit des Erlebens offenbart. Auf diese Weise hat er vielen, die sich mit dem Kostüm der Sufis zu verhüllen pflegten, den Weg zur Häresie (ilḥād) verschlossen.“

– Hasan al-Qannaudschī[38]

Schiitische Kritiker

Auf imamitisch-schiitischer Seite wurde die wahdat-al-wudschūd-Lehre von dem irakischen Gelehrten Muqaddas Ardabīlī (gest. 1585) kritisiert. Er behandelte die Anhänger dieser Lehre in seinem Buch Ḥadīqat aš-šīʿa („Garten der Schia“) in einem eigenen Kapitel, das den Glaubenslehren der verschiedenen sufischen Gruppen gewidmet ist. Als erste Gruppe wird hier die Wahdatīya genannt. Hierbei handelt es sich um diejenigen, die die Einheit der Existenz lehren und jede Person und jede Sache für Gott halten. Ardabīlī meint, dass diese Gruppe schlimmer als Nimrod, Schaddād ibn ʿĀd und Pharao sei, weil sie alle Sachen für Gott hielten, sogar solche Sachen, die nach der Scharia als unrein gälten. Eigentlich sei es angemessener, diese Gruppe Kathratīya („Anhänger der Vielheit“) zu nennen, weil sie es in der Vielheit Gottes so weit trieben, dass sie alles Nicht-Göttliche für Gott hielten. Trotzdem sei in ihrem Glauben all dieses eins.[39]

Ein zaiditischer Gegner der wahdat-al-wudschūd-Lehre war Sālih ibn Mahdī al-Maqbalī (gest. 1696). Er urteilte in seinem Werk al-ʿAlam aš-šāmiḫ fī īṯār al-ḥaqq ʿalā l-ābāʾ wa-l-mašāyiḫ, dass diese Lehre „der größte Irrtum“ (akbar ḍalāla) sei, den es unter den Menschen gebe. Es sei verwunderlich, dass man daran keine Zweifel geäußert habe.[40]

Spätere Verfechter des Konzepts

Nachdem im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert die Gegner der wahdat-al-wudschūd-Lehre das intellektuell Klima im Hedschas beherrschten, feierte diese Lehre mit dem medinischen Gelehrten Ahmad al-Quschaschī (gest. 1661) ein Comeback. Al-Muhibbī bezeichnete ihn in seinem biographischen Lexikon der Persönlichkeiten des 11. islamischen Jahrhunderts als den Imam derjenigen, die die Einheit der Existenz lehren (imām al-qāʾilīn bi-waḥdat al-wuǧūd).[41] ِAl-Quschaschī verfasste eine Abhandlung mit dem Titel Kalimat al-ǧūd bi-l-baiyina wa-š-šuhūd ʿalā l-qaul bi-waḥdat al-wuǧūd („Die großzügig mit Beweisen Zeugnissen ausgestattete Abhandlung über die Lehre von der Einheit der Existenz“), die bisher nur handschriftlich vorliegt. Darin zitierte er den osmanischen Scheichülislam Kemal-Paşa-zâde (gest. 1534) mit der Aussage, dass es dem Herrscher obliege, die Menschen zur Lehre von der Einheit der Existenz zu bekehren (yaǧib ʿalā walī al-amr an yaḥmil an-nās ʿalā l-qaul bi-waḥdat al-wuǧūd). Dies will al-Quschaschī in einem Autograph von Kemal-Paşa-zâde gesehen haben. Zwar gibt es von Kemal-Paşa-zâde eine Fatwa zum Schutz der Lehre Ibn ʿArabīs, doch wird die Wahdat al-wudschūd darin nicht erwähnt.[42]

Weitere wichtige Verfechter der wahdat-al-wudschūd-Lehre waren al-Quschaschīs Schüler Ibrāhīm al-Kūrānī (gest. 1690) und dessen Schüler Muhammad ibn ʿAbd ar-Rasūl al-Barzandschī (gest. 1691), die beide kurdischer Herkunft waren. Al-Maqbalī zitiert al-Barzandschī mit der Aussage, dass das Buch, d. h. der Koran, und die Sunna voll von Beweisen für die Einheit der Existenz seien. Al-Maqbalī wies dies als eine Lüge und Verleumdung gegenüber Koran und Sunna zurück.[12]

Obwohl sich Ahmad Sirhindī Anfang des 17. Jahrhunderts gegen die Wahdat al-Wudschūd ausgesprochen hatte, kehrten auch einige der prominentesten Naqschbandī-Sufis im Osmanischen Reich im 18. Jahrhundert zu dieser Lehre zurück, zum Beispiel ʿAbd al-Ghanī an-Nābulusī (gest. 1731) in Damaskus und Abū Saʿīd al-Chādimī (gest. 1762) in Konya.[43] Auch der damaszenische Chalwatīya-Sufi Mustafā al-Bakrī (gest. 1749) in Damaskus unterstützte diese Lehre. Er verfasste dazu eine eigene Abhandlung mit dem Titel al-Maurid al-ʿaḏb li-ḏawī l-wurūd fī kašf maʿnā waḥdat al-wuǧūd und nahm im Unterricht eine diesbezügliche Abhandlung von Dschāmi durch.[44]

Vermittelnde Positionen

Ibn ʿAllān al-Bakrī

Der mekkanische Gelehrte Ibn ʿAllān al-Bakrī (gest. 1647) befürwortete zwar selbst die „Einheit des Erlebens“, die er als Methode und Grundlage des Schādhilīya-Ordens beschrieb, versuchte aber gleichzeitig die wahdat-al-wudschūd-Lehre durch eine entschärfende Interpretation von dem Bannstrahl der Ketzerei zu befreien. In seinem Werk al-ʿIqd al-farīd fī taḥqīq at-tauḥīd schreibt er:

„Was die Wahdat al-wudschūd betrifft, so ist damit nicht die bösartige Interpretation gemeint, die oben dargestellt wurde, dass das Wesen (ḏāt) des Schöpfers mit dem Wesen aller existierenden Dinge identisch ist, so dass sich daraus, wie gesagt, ergibt, dass sich das Wesen des Erhabenen mit den niedrigen und gemeinen Dingen und dem Schmutz vermischt und die Entitäten (al-aʿyān) jedem existierenden Ding und Ereignis als Form und Bild vorausgehen. Gemeint ist vielmehr, dass die Existenz, die in Seinem Wesen besteht und in Seiner Existenz und Seinem Wesen existieren muss, mit Ihm identisch ist und nicht in etwas anderem besteht. Die Existenz, die in dem Wesen besteht, ist reine Existenz. Im Notwendig-Existierenden (wāǧib al-wuǧūd) kann es aber nicht zwei Dinge geben: ein Wesen und eine dazu akzidentielle Existenz. Vielmehr ist das Notwendig-Existierende reines Wesen und besteht in Seinem Wesen. Darüber sind sich die Mutakallimūn und die Sufis einig. Und die Sufis lehren, dass das Notwendig-Existierende mit der Existenz identisch ist.“

– Ibn ʿAllān al-Bakrī[45]

Qāsim al-Chānī

Der aleppinische Sufi Qāsim al-Chānī (gest. 1697) akzeptierte prinizipiell die Idee der Wahdat al-Wudschūd, meinte jedoch, dass es nicht ausreiche, sie theoretisch zu erkennen. In seinem Werk as-Sair wa-s-sulūk ilā malik al-mulūk („Das Beschreiten des Weges zum König der Könige“), einer Anleitung zur Beschreitung des mystischen Wege zu Gott, kritisiert er die Vertreter dieser Lehre mit den Worten:

„Sie glauben, dass jeder, der die Einheit der Existenz erkennt, ein Monotheist (muwaḥḥid), ist, ja einer, der sein Ziel erreicht hat und auf der höchsten Stufe der Vollkommenheit steht. Dem ist aber nicht so, weil das Erkennen der Einheit der Existenz der betreffenden Person keinen verlässlichen Nutzen bringt. Vielmehr kann es passieren, dass er dadurch der Ketzerei verfällt und zum Gefangenen der Natur (saǧīn aṭ-ṭabīʿa) herabsinkt. Ich meine damit die erste Station (sc. von den sieben Stationen des mystischen Weges), auf der die Nafs al-ammāra („die zum Übel antreibende“) genannt wird. Vielmehr ist das, was dem Beschreiter des mystischen Weges nützt, nicht das Erkennen, sondern das Erleben der Einheit der Existenz (šuhūd waḥdat al-wuǧūd). Und das Erleben ist ein unwillkürlicher Zustand (ḥāla iḍṭirārīya), der sich durch inneren Kampf, das Aushalten von Leid und mühsame asketische Übung einstellt, durch Erniedrigung, Mangel und Armut. Und dieser Zustand nützt dem Beschreiter des mystischen Weges nur dann, wenn gleichzeitig mit ihm die Scharia befolgt wird. Wenn dies nämlich nicht der Fall ist, ist er gefährliche Ketzerei (zandaqa muhlika).[46]“

Schāh Walīyallāh ad-Dihlawī

Auch der indische Gelehrte Schāh Walīyallāh (gest. 1762) befasste sich intensiv mit der Wahdat-al-wudschūd-Lehre. Sadr ad-Dīn al-Qūnawīs Aussage dazu besagt nach ihm, „dass die Existenz umfassend und allen Wesen gemeinsam ist, eine Imagination (tamaṯṯul) der notwendigkeitlichen Realität (al-ḥaqīqa al-wuǧūbīya) ist und von ihr ausgeht“.[47]

Ausgangspunkt für seine Beschäftigung mit dem Thema war ein Traum, den er im Jahr 1731 während seines Aufenthalt im Hedschas hatte und in seinem Werk Fuyūḍ al-Ḥaramain beschreibt. Er sah darin eine Menschenmenge. Eine Hälfte davon erging sich in Dhikr und Yād-Dāscht („Konzentration auf Gott“). Auf ihren Herzen erschienen Lichter und auf ihren Gesichtern Frische und Schönheit, und sie glaubten nicht an die Wahdat al-wudschūd. Die andere Hälfte glaubte an die Wahdat al-wudschūd und war mit Kontemplation über die göttlichen Durchdringung der Existenz (sarayān al-wuǧūd) beschäftigt. Auf ihren Herzen zeigten sich Beschämung und Verzagtheit in Anbetracht Gottes, der mit der Steuerung der Welt im Allgemeinen und der Seelen im Speziellen beschäftigt ist. Ihre Gesichter sahen ausgetrocknet aus. Die beiden Gruppen stritten sich und jede behauptete, ihr Weg (ṭarīqa) sei besser als der der anderen. Als sie ihren Streit nicht lösen konnten, wandten sie sich an Schāh Walī Allah, um sein Urteil einzuholen. In einer langen Rede konstatierte er, dass die Wahdat al-wudschūd eine wahre Lehre sei, aber diejenigen, die daran glaubten, sich so sehr in Gedanken über die Immanenz Gottes in der Welt ergingen, dass ihnen die Verehrung Gottes, die Gottesliebe und die Transzendenz Gottes verlorengingen.[48]

In seinen Tafhīmāt erklärt Schāh Walīyullāh, dass die Realisierung des Glaubens an die existenzielle Einheit (taḥqīq tauḥīd al-wuǧūdī) daraus besteht, „dass es im Äußeren und in dem Ding an sich nur eine Realität gibt, nämlich die Existenz, und das im Sinne der Selbst-Realisierung (taḥaqquq) und Bestätigung (taqarrur), nicht im ursprünglichen Sinn (lā bi-l-maʿnā al-maṣdarī).“ Die übrigen existierenden Dinge, so erklärt Schāh Walīyullāh, erheben sich in ihr und erscheinen in ihr, so wie sich die Formen der Wellen im Meer erheben oder die Akzidentien in ihren Substraten erscheinen. Der Kern ihre Wesens als existierende Dinge sei, dass sie einen Anschluss an die Realität der Existenz haben. Die Realitäten seien nämlich alle bei den einheitsbekennenden Sufis (aṣ-ṣūfīya al-muwaḥḥida) Akzidentien der Existenz. Allerdings seien diese Realitäten, die in der Existenz erscheinen, keine eigenständigen Dinge, sondern Beschaffenheiten und Aspekte der Realität (šuʾūn al-wuǧūd wa-iʿtibārātuh) in dem Sinne, dass die Existenz, wenn sie sich selbst offenbare, zahlreiche Empfänglichkeiten zeige, so dass sie das eine Mal in diesen Formen verkörpere und das andere mal in jenen und dann jeweils entweder Mensch oder Pferd genannt werde.[49]

Schāh Schāh Walīyullāh meinte, dass sich die Wahdat al-wudschūd „nach dem Geschmack des Philosophen“ (ʿalā ḏauq al-ḥakīm) von der Wahdat al-wudschūd nach der Meinung anderer unterscheide, weil nach Auffassung des Philosophen allem Kontingenten, ganz gleich ob es existent (mauǧūd) oder nur angenommen (mafrūḍ) sei, eine Aktualität (fiʿlīya) und eine Quiddität (māhīya) zukomme. Was die Aktualität anbelange, so sei es die Art seiner Bestätigung (taqarrur) und die Form seiner Bewahrheitung (taḥaqquq), und hierdurch unterscheide es sich in sich von dem reinen und einfachen Nichts (al-ʿadam aṣ-ṣirf al-basīṭ). Was die Quiddität anbelange, so sei es eine Sache, die die dunkle Einbildung für losgelöst von seiner Bestätigung halte. Durch sie unterscheide sich das Kontingente von der Sache, die ihr entgegengesetzt sei, vor dem Wissen um seine Verbindung mit Gott.[50]

Schāh Walīyullāh erörterte aber weder die Einwände, die as-Sirhindī gegen die Wahdat al-wudschūd erhoben hatte, noch zeigte er, wie seine Interpretation der Doktrin die Konsequenzen für Religion und Moral vermeiden würde, die sich nach as-Sirhindī aus dieser Doktrin ergaben. Er scheint aber der Ansicht gewesen zu sein, dass, sobald die mit der Wahdat al-wudschūd vereinbare Transzendenz Gottes anerkannt werde, Einwände gegen sie verschwinden würden.[51]

Wahdat al-wudschūd als Bezeichnung für Pantheismus

Im modernen Persischen bezeichnet der Ausdruck waḥdat-i wuǧūd nicht unbedingt eine spezifische Lehre, sondern wird darüber hinaus auch verwendet, um den europäischen Begriff Pantheismus zu übersetzen, der Philosophen und Mystikern aus allen Zeiten und verschiedenen Traditionen zugeschrieben werden kann. Ibn ʿArabī und seine Anhänger erscheinen demnach als die arabischen Exponenten einer weltweiten Vorstellung, wie sie auch von christlichen Mystikern wie Meister Eckart und verschiedenen hinduistischen Persönlichkeiten vertreten wurde.[52]

Literatur

Orientsprachliche Quellen

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  • Muḥammad Ašraf Ǧahāngīr Simnānī (gest. 1436): Laṭāʾif-i Ašrafī fī bayān ṭawāʾif-i ṣūfī. 2. Aufl. Ḥalqa Ašrafīya Pākistān, Karachi 1999. Bd. II, S. 129–150. Digitalisat
  • ʿAlāʾ ad-Dīn al-Buḫārī (gest. 1437): Fāḍiḥat al-mulḥidīn wa-nāṣiḥat al-muwaḥḥidīn. Ed. Muḥammad ibn Ibrāhīm al-ʿIwaḍī. Mekka 1414h (= 1993 n. Chr.). Digitalisat – Das Werke wurde erstmals gedruckt als Risāla fī waḥdat al-wuǧūd. In Maǧmūʿat rasāʾil fī waḥdat al-wuǧūd. Istanbul 1877, S. 2–47. (Digitalisat) und dort al-Buchārīs Lehrer Saʿd ad-Dīn at-Taftāzānī (gest. 1390) zugeschrieben.
  • ʿAlī al-Qārī (gest. 1606): Risāla fī Waḥdat al-wuǧūd. In Maǧmūʿat rasāʾil fī waḥdat al-wuǧūd. Istanbul 1877, S. 52–114. Digitalisat
  • Ibrāhīm al-Kūrānī (gest. 1690): Maṭlaʿ al-ǧūd bi-taḥqīq at-tanzīh fī waḥdat al-wuǧūd. In: Rasāʾil fī waḥdat al-wuǧūd. Ed. Saʿīd ʿAbd-al-Fattāḥ. Maktabat aṯ-ṯaqāfa ad-dīnīya, Kairo 2006. S. 45–173.
  • ʿAbd al-Ġanī an-Nābulusī (gest. 1731): Īḍāḥ al-maqṣūd min waḥdat al-wuǧūd. Ed. ʿIzza Ḥaṣrīya. Maṭbaʿat al-ʿilm, Damaskus 1969. Digitalisat
  • Mustafā al-Bakrī (gest. 1749): al-Maurid al-ʿaḏb li-ḏawī l-wurūd fī kašf maʿnā waḥdat al-wuǧūd. Ed. ʿĀṣim Ibrāhīm al-Kaiyālī. PDF
  • Aḥmad ibn ʿAǧība (gest. 1809): Taqyīdāni fī waḥdat al-wuǧūd. Ediert und ins Englische übersetzt von Jean-Louis Michon unter dem Titel Two treatises on the Oneness of existence. Archetype Books, Cambridge 2010.
  • İsmail Fenni (gest. 1946): Vahdet-i vücut ve Muhyiddin-i Arabı̂. Orhaniye Matbaası, Istanbul 1928. Digitalisat

Sekundärliteratur

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  • Abdul Haq Ansari: “Ibn ʿArabī: The doctrine of Waḥdat al-Wujūd” in Islamic Studies 38/2 (1999) 149-192.
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  • Peter G. Riddell: Malay court religion, culture and language: Interpreting the Qurʾān in 17th Century Aceh. Brill, Leiden 2017. S. 21–25.
  • Heike Ruhland (Hrsg.): Mysticism in East and West, the concept of the unity of being. Proceedings of the First Loyola Hall Symposium, held on 20-21 february 2013 in Lahore, Pakistan. Multimedia Affairs, Lahore 2013.
  • Heike Ruhland: “Saʿīd al-Dīn al-Farghānī’s Usage of the Term waḥdat al-wujūd and His Role in Ibn ʿArabī’s School” in Journal of the Muhyiddin Ibn 'Arabi Society 56 (2014) 43-66.
  • Suadi Saad: “Menggempur tasawuf heterodoks (Ahmad Sirhindi dan Ibn Taymiyyah tentang wahdat al-wujud)”. in Al-Qalam 23/2 (2006) 188–223.
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  • M. Valiuddin: “Reconciliation between Ibn Arabis Wahdat-al-wujud and the Mujaddid's Wahdat-al-Shuhud” in Islamic Culture 25 (1951) 43–51.
  • Alberto Ventura: “Un trattato di ʿAbd al-Ġanī an-Nābulusī sull' «Unicità dell'Esistenza».” in Rivista Degli Studi Orientali 53/1–2 (1979) 119–39.
  • Alberto Ventura: “A letter of Šayḫ Aḥmad Sirhindī in defense of ‘waḥdat al-wuǧūd.’” in Oriente Moderno 92/2 (2012) 509–17.

Einzelnachweise

  1. El-Rouayheb: Islamic Intellectual History in the Seventeenth Century. 2015, S. 237.
  2. Ansari: “Ibn ʿArabī: The doctrine of Waḥdat al-Wujūd”. 1999, S. 149.
  3. Ibn Taimīya: Ibṭāl waḥdat al-wuǧūd wa-radd ʿalā l-qāʾilīn bi-hā. 1983, Bd. I, S. 80.
  4. ʿAbd-ar-Raḥmān Ibn-Aḥmad Ǧāmī: Naqd an-nuṣūṣ fī šarḥ naqš al-fuṣūṣ. Ed. William C. Chittick. Teheran 1977. S. 18. Digitalisat
  5. Ansari: “Shah Waliy Allah attempts to revise waḥdat al-wujūd.” 1988, S. 205.
  6. Muḥyī d-Dīn Ibn ʿArabī: al-Futūḥāt al-Makkīya. Dār al-kutub al-ʿArabīya al-kubrā, Kairo 1911. Bd. II, S. 502, Zeile 5. Digitalisat
  7. Muḥyī d-Dīn Ibn ʿArabī: Rasāʾil. Dār al-kutub al-ʿilmīya, Beirut 2001. S. 37. Digitalisat
  8. Muḥyī d-Dīn Ibn ʿArabī: Rasāʾil. Dār al-kutub al-ʿilmīya, Beirut 2001. S. 51. Digitalisat
  9. Muḥyī d-Dīn Ibn ʿArabī: Aurād al-layāli as-sabʿa wa-l-aiyām as-sabʿa ʿalā t-tartīb. Muhyiddin Ibn 'Arabi Society, London 1988. Online-Version – Siehe die englische Übersetzung von Pablo Beneito und Stephen Hirtenstein unter dem Titel The seven days of the heart: prayers for the nights and days of the week = Awrād al-usbūʿ (Wird). Anqa Publishing, Oxford 2000. S. 115. In einem anderen Textzeugen, der Berliner Arabischen Sammelhandschrift Hs. or. 4551 von 1705, steht an der betreffenden Stelle (fol. 79r–79v) nicht waḥdat wuǧūdika, sondern waḥdat wuǧūdī („die Einheit meiner Existenz“).
  10. Muḥyī d-Dīn Ibn ʿArabī: Fuṣūṣ al-ḥikam. Ed. Abū l-ʿAlāʾ ʿAfīfī. Dār al-Kitāb al-ʿArabī, Beirut ohne Datum. S. 53. Zeile 3–4 Digitalisat
  11. ʿAfīf ad-Dīn at-Tilimsānī: Šarḥ Fuṣūṣ al-ḥikam. Ed. Akbar Rāšidī Niyā. Dār al-kutub al-ʿilmīya, Beirut 2015. S. 55 (Mitte). Digitalisat
  12. Ṣāliḥ ibn Mahdī al-Maqbalī: al-ʿAlam aš-šāmiḫ fī īṯār al-ḥaqq ʿalā l-ābāʾ wa-l-mašāyiḫ. Kairo 1328h. S. 771. Digitalisat
  13. Ibn Sabʿīn: Rasāʾil. Ed. ʿAbd ar-Raḥmān Badawī. Kairo 1965. S. 194. Digitalisat
  14. al-Qūnawī: Miftāḥ ġaib al-ǧamʿ wa-l-wuǧūd. 2010, S. 20f.
  15. al-Qūnawī: Miftāḥ ġaib al-ǧamʿ wa-l-wuǧūd. 2010. S. 21f.
  16. al-Qūnawī: Miftāḥ ġaib al-ǧamʿ wa-l-wuǧūd. 2010, S. 42.
  17. Zitiert in ʿAbd-ar-Raḥmān Ibn-Aḥmad Ǧāmī: Naqd an-nuṣūṣ fī šarḥ naqš al-fuṣūṣ. Ed. William C. Chittick. Teheran 1977. S. 47–48. Digitalisat. Vgl. die englische Übersetzung in William C. Chittick: “Sadr al-Dīn Qūnawī on the Oneness of Being” in International Philosophical Quarterly 21 (1981) 171–84. Hier S. 181.
  18. Saʿīd ad-Dīn al-Farġānī: Kitāb Muntahā al-madārik. Kairo 1876. Bd. I, S. 226. Digitalisat
  19. Nach Bakri Aladdin wurde dieses Werk ebenfalls von Saʿīd ad-Dīn al-Farghānī verfasst, siehe seine Einleitung zu seiner Edition von ʿAbd al-Ġanī an-Nābulusī: al-Wuǧūd al-ḥaqq. Institut Français de Damas, Damaskus 1995. S. 71.
  20. ʿAbd ar-Razzāq al-Qāšānī: Laṭāʾif al-iʿlām fī išārāt ahl al-ilhām. Ed. Saʿīd ʿAbd al-Fattāḥ. 2 Bde. Dār al-Kutub al-Miṣrīya, Kairo 1995. Bd. II, S. 387f. Online-Version
  21. Ibn Taimīya: Maǧmūʿ fatāwā. Muǧammaʿ al-Malik Fahd, Medina 2004. Bd. X, S. 59. Digitalisat
  22. Ibn Taimīya: Ǧāmiʿ ar-rasāʾil. Ed. Muḥammad Rašād Sālim. 2. Aufl. Dār al-Madanī, Dschidda 1984. Bd. I, S. 167. Digitalisat
  23. Zitiert bei Landolt: „Der Briefwechsel zwischen Kāšānī und Simnānī über Waḥdat al-Wuǧūd“. 1973, S. 75.
  24. El-Rouayheb: Islamic Intellectual History in the Seventeenth Century. 2015, S. 242.
  25. Ibn Abī l-Ḥasan al-Bakrī: Tarǧumān al-asrār wa-dīwān al-abrār. MS Berliner Staatsbibliothek, Wetzstein II, 227, fol. 3r Digitalisat
  26. Ibn Abī l-Ḥasan al-Bakrī: Tarǧumān al-asrār wa-dīwān al-abrār. MS Berliner Staatsbibliothek, Wetzstein II, 227, fol. 112v–113r Digitalisat
  27. Zit. in El-Rouayheb: Islamic Intellectual History in the Seventeenth Century. 2015, S. 244.
  28. Siehe Patrick Franke: Mullā ʿAlī al-Qārī - Textproduktion und Gedankenwelt eines mekkanischen Gelehrten der islamischen Jahrtausendwende. Habilitationsschrift Universität Halle-Wittenberg 2008. S. 334–336, 492f.
  29. ʿAlī al-Qārī: Risāla fī Waḥdat al-wuǧūd. 1877, S. 52.
  30. Ansari: “Shaykh Aḥmad Sirhindī’s doctrine of ‘Waḥdat al-shuhūd’.” 1998, S. 287f.
  31. Aḥmad Sirhindī: Maktūbāt. Karachi ohne Datum (Reprint Hakikat Kitabevi Istanbul 1977). Bd. I, S. 86 Digitalisat. – Arabische Übersetzung: ad-Durar al-maknūnāt an-nafīsa fī taʿrīb al-maktūbāt aš-šarīfa. Ohne Ort und Datum. Bd. I, S. 60. Digitalisat
  32. Aḥmad Sirhindī: Maktūbāt. Karachi ohne Datum (Reprint Hakikat Kitabevi Istanbul 1977). Bd. I, S. 266f Digitalisat. – Arabische Übersetzung: ad-Durar al-maknūnāt an-nafīsa fī taʿrīb al-maktūbāt aš-šarīfa. Ohne Ort und Datum. Bd. I, S. 193. Digitalisat
  33. Aḥmad Sirhindī: Maktūbāt. Karachi ohne Datum (Reprint Hakikat Kitabevi Istanbul 1977). Bd. II, S. 118f. Digitalisat. – Arabische Übersetzung: ad-Durar al-maknūnāt an-nafīsa fī taʿrīb al-maktūbāt aš-šarīfa. Arabische Übersetzung von Sirhindīs Maktūbāt. Ohne Ort und Datum. Bd. II, S. 111. Digitalisat
  34. Aḥmad Sirhindī: Maktūbāt. Karachi ohne Datum (Reprint Hakikat Kitabevi Istanbul 1977). Bd. I, S. 113–114 Digitalisat – Arabische Übersetzung: ad-Durar al-maknūnāt an-nafīsa fī taʿrīb al-maktūbāt aš-šarīfa. Ohne Ort und Datum. Bd. I, S. 83. Digitalisat
  35. Aḥmad Sirhindī: Maktūbāt. Karachi ohne Datum (Reprint Hakikat Kitabevi Istanbul 1977). Bd. I, S. 503–504. Digitalisat – Arabische Übersetzung: ad-Durar al-maknūnāt an-nafīsa fī taʿrīb al-maktūbāt aš-šarīfa. Ohne Ort und Datum. Bd. I, S. 369–370. Digitalisat
  36. Aḥmad Sirhindī: Maktūbāt. Karachi ohne Datum (Reprint Hakikat Kitabevi Istanbul 1977). Bd. I, S. 111 Digitalisat. – Arabische Übersetzung: ad-Durar al-maknūnāt an-nafīsa fī taʿrīb al-maktūbāt aš-šarīfa. Ohne Ort und Datum. Bd. I, S. 81. Digitalisat
  37. Aḥmad Sirhindī: Maktūbāt. Karachi ohne Datum (Reprint Hakikat Kitabevi Istanbul 1977). Bd. I, S. 505. Digitalisat – Arabische Übersetzung: ad-Durar al-maknūnāt an-nafīsa fī taʿrīb al-maktūbāt aš-šarīfa. Arabische Übersetzung von Sirhindīs Maktūbāt. Ohne Ort und Datum. Bd. I, S. 371. Digitalisat
  38. Ṣiddīq ibn Ḥasan al-Qannauǧī: Abǧad al-ʿulūm. Dār al-kutub al-ʿilmīya, Beirut 1982. Bd. III, S. 227. Digitalisat
  39. Muqaddas Ardabīlī: Ḥadīqat aš-šīʿa. Ed. Ṣādiq Ḥasanzāde. Intišārāt-i Anṣāriyān, Qom 1420h. Bd. I, S. 755. PDF
  40. Ṣāliḥ ibn Mahdī al-Maqbalī: al-ʿAlam aš-šāmiḫ fī īṯār al-ḥaqq ʿalā l-ābāʾ wa-l-mašāyiḫ. Kairo 1328h. S. 483. Digitalisat
  41. Muḥammad al-Amīn ibn Faḍl Allāh al-Muḥibbī: Ḫulāṣat al-aṯar fī aʿyān al-qarn al-ḥādī ʿašar. 4 Bde. Kairo 1284h (Reprint Beirut o. D.). Bd. I, S. 345. Digitalisat
  42. Bakri Aladdin in der Einleitung zu seiner Edition von ʿAbd al-Ġanī an-Nābulusī: al-Wuǧūd al-ḥaqq. Institut Français de Damas, Damaskus 1995. S. 78.
  43. El-Rouayheb: Islamic Intellectual History in the Seventeenth Century. 2015, S. 261.
  44. al-Murādī: Silk ad-durar fī aʿyān al-qarn aṯ-ṯānī ʿašar. Istanbul und Kairo 1874–1883. Bd. IV, S. 239, Zeile 3–4. Digitalisat
  45. Ibn ʿAllān al-Bakrī: al-ʿIqd al-farīd fī taḥqīq at-tauḥīd Ms. Berlin Sprenger 677/3 (fol. 107b-113a), hier fol. 110v–111r. Digitalisat
  46. Qāsim al-Ḫānī: as-Sair wa-s-sulūk ilā malik al-mulūk. Ed. Saʿīd ʿAbd al-Fattāḥ. Maktabat aṯ-Ṯaqāfa ad-Dīnīya, Kairo 2002. S. 122. Digitalisat
  47. Šāh Walī Allāh ad-Dihlawī: al-Ḫair al-kaṯīr Madinat Press, Bijnor 1351h. S. 38. Digitalisat
  48. Šāh Walī Allāh ad-Dihlawī: Fuyūḍ al-Ḥaramain. Maṭbaʿ-i Aḥmadī, Dehli ohne Datum. S. 3f. Digitalisat
  49. Šāh Walī Allāh ad-Dihlawī: at-Tafhīmāt al-ilāhīya Madinat Press, Surat 1936. S. 186f. Digitalisat
  50. Šāh Walī Allāh ad-Dihlawī: al-Ḫair al-kaṯīr Madinat Press, Bijnor 1351h. S. 36. Digitalisat
  51. Ansari: “Shah Waliy Allah attempts to revise waḥdat al-wujūd.” 1988, S. 213.
  52. William C. Chittick: “Waḥdat al-wujūd in India” in Ishrāq: Islamic Philosophy Yearbook 3 (2012) 29–40. Online-Version Hier S. 29.
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