Zitierstil

Als Zitierstil, Zitierrichtlinie, Zitationsmanual, Zitierverfahren oder Zitierweise wird ein Regelwerk bezeichnet, das festlegt, wie Zitate und Aussagen fremder Autoren in einem wissenschaftlichen Text referenziert werden. Die Belegstelle wird als Referenz, Quellenangabe, Literaturangabe, Zitat, Zitation, Beleg oder Nachweis bezeichnet.

Im wissenschaftlichen Publikationsbetrieb kommen viele verschiedene Zitierstile zur Anwendung, die sich teilweise deutlich, manchmal aber auch nur in Details unterscheiden. Einige Zitierstile arbeiten mit Fußnoten, dazu zählt beispielsweise die deutsche Zitierweise, andere Nutzen das Name-Datum-System, und bei manchen Zitierstilen kommen beide Systeme zum Einsatz (nicht jedoch gleichzeitig). In Nummernsystemen wird der der Beleg lediglich mit einer Zahl angegeben. Welcher Stil in einem wissenschaftlichen Text verwendet wird, hängt beispielsweise vom Fachgebiet, den Vorgaben der Forschungseinrichtung, der betreuenden Lehrperson oder auch des Verlags ab, in dem die Publikation veröffentlicht wird. Der gewählte Zitierstil muss einheitlich im ganzen Text Anwendung finden. Hilfreich bei der Umsetzung der Einheitlichkeit sind Literaturverwaltungsprogramme, in denen die Formatierungsvorgaben vieler gängiger Zitierstile ausgewählt werden können.

Aufbau

Wird in einem wissenschaftlichen Text eine Aussage getätigt, die zuvor bereits von anderen Autoren formuliert wurde, wird der Aussage eine Belegstelle angefügt. Beim Name-Datum-System ist dies der Kurznachweis, Kurzverweis, im Fußnotensystem ist dies eine hochgestellte Zahl, in numerischen Systemen eine Nummer. Auch wörtliche Zitate werden so gekennzeichnet. Dem Text hintenan gestellt wird das Literaturverzeichnis, in dem die im Text genannten Publikationen zumeist alphabetisch aufgelistet werden. Ein Eintrag im Literaturverzeichnis wird als Vollbeleg bezeichnet.

Kurznachweise bestehen je nach Zitierstil aus dem Nachnamen des oder der Autoren, wobei bei mehr als zwei (manchmal mehr als drei) Autoren mit der lateinischen Abkürzung et al. (und andere) abgekürzt wird, und dem Publikationsjahr. Bei zitierten Monografien wird manchmal auch die Seitenzahl noch mit angegeben. Hochgestellte Ziffern können entweder auf Fußnoten oder auf Endnoten verweisen. Nicht jeder Text, der die Quellen in Fußnoten angibt, enthält zusätzlich ein Literaturverzeichnis.

Verbreitete Zitierstile

  • Der APA-Stil, benannt nach der American Psychological Association, ist in den Humanwissenschaften verbreitet. Das Regelwerk Publication Manual of the American Psychological Association, das 2020 in der 7. Auflage erschienen ist, geht über Zitationsregeln weit hinaus und macht auch Vorgaben zu Schreibstil und Grammatik, geschlechtergerechter Sprache und Formatierungsvorgaben für Textelemente wie Blockzitate, Tabellen, Abbildungen usw.[1] Eine offizielle deutschsprachige Ausgabe gibt es nicht, verschiedene Einrichtungen bieten jedoch Beispiele für die Anwendung in deutschsprachigen Texte an, zum Beispiel hat das Institut für Publizistik ein Kurzmanual auf Deutsch veröffentlicht.[2]
  • Der Harvard-Stil wird auch als amerikanische Zitierweise oder Name-Datum-System bezeichnet und teilweise synonym für Autor-Jahr-Zitierweisen verwendet. Er ist jedoch nicht der einzige Stil, der diese Art der Referenzierung nutzt.
  • Chicago-Stil
  • Als Deutsche Zitierweise wird oft das Zitieren mit Fußnoten bezeichnet.[3] Ein offizielles Regelwerk oder einheitliche Vorschriften bei der Verwendung von Fußnoten gibt es nicht. Der Name hat sich erst zur Abgrenzung zur amerikanischen Zitierweise etabliert.
  • IEEE-Stil
  • The Bluebook
  • Oxford Standard for Citation of Legal Authorities

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Website apastyle.apa.org/
  2. Zitieren gemäß APA (7th Edition). Kurz-Manual (PDF)
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