Hollen (Beverstedt)
Hollen (niederdeutsch Hollen) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.
Hollen Gemeinde Beverstedt | ||
|---|---|---|
![]() Wappen von Hollen | ||
| Koordinaten: | 53° 26′ N, 8° 42′ O | |
| Höhe: | 0 m ü. NHN | |
| Fläche: | 15,67 km²[1] | |
| Einwohner: | 795 (15. Nov. 2021)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 51 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. November 2011 | |
| Postleitzahl: | 27616 | |
| Vorwahl: | 04748 | |
Lage von Hollen in Niedersachsen | ||
![]() Hollen in der Gemeinde Beverstedt Hollen in der Gemeinde Beverstedt | ||


Geografie
Ortsgliederung
Hollen besteht aus den Ortsteilen Hollenerkamp (alter Siedlungskern), Dreieinigkeit, Bei den Bauern (alter Ortskern), Schulstrasse, Alte Reihe, Neue Reihe, Am Felde, Martensreihe, Sühne, Fuchsberg, Hollenerheide sowie den während der Moorkolonisierung durch Jürgen Christian Findorff entstandenen Orten Heise und Oberheise.
Flüsse
Nördlich fließt die Lune auf der Gemarkungsgrenze von Stubben bis Düring und westlich von Heise fließt der kleine Fluss Gackau, die im Volksmund auch einfach die Aue genannt wird. Sie mündet in die Lune und war zur Zeit der Torfgewinnung mit seinen angeschlossenen Kanälen der Transportweg für die Torfkähne von Kransmoor, Heise und Oberheise nach Bremerhaven und Bremen.
Ausdehnung des Ortsgebiets
Vor einigen Jahrzehnten waren Heise und Oberheise noch eine getrennte Gemeinde, die Heise hieß, aber sie wurden schließlich von der Gemeinde Hollen aufgenommen. Aus Tradition besitzt Heise aber noch seinen eigenen Schützenverein. Die Freiwillige Feuerwehr ist angesichts der Ausdehnung der Ortsteile ebenfalls erhalten geblieben. Hollen ist einer der größeren Orte der Gemeinde Beverstedt.
Nachbarorte
| Düring (Einheitsgemeinde Loxstedt) |
Lunestedt – Ortsteil Westerbeverstedt | Lunestedt – Ortsteil Freschluneberg |
| Wittstedt (Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen) |
![]() |
|
| Bramstedt (Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen) |
Hollen – Ortsteil Heise | Bokel |
(Quelle:[2])
Geschichte
Hollen wird 1105 in einer Urkunde des Bremer Erzbischofs Friedrich I. im Zusammenhang mit der Bramstedter Kirche erstmals erwähnt. Archäologische Funde lassen aber den Rückschluss zu, dass schon in der Altsteinzeit sich in der Gemarkungen Hollen Menschen ausgehalten haben. Eine lückenlose Besiedlung bis zur ersten schriftlichen Erwähnung konnte allerdings nicht nachgewiesen werden.[3]
Heute gehört Hollen zur Kirchengemeinde Lunestedt. Mindestens seit dem Dreißigjährigen Krieg gehörte Hollen zum Amt Hagen, das unter schwedischer, hannoverscher und preußischer Herrschaft bis 1885 bestand und dann im Landkreis Geestemünde aufging. Im Jahr 1927 sind Hollen – Heise mit Oberheise noch eigenständig im Landkreis Geestemünde, Amtsgericht Hagen, Post Freschluneberg, Finanzamt Wesermünde-Land. 1932 ging dieser Landkreis im Landkreis Wesermünde auf, dieser wiederum 1977 im Landkreis Cuxhaven.
Im Sommer 2005 wurde das 900-jährige Bestehen des Dorfes gefeiert.[4]
Eingemeindungen
Am 1. Juli 1968 wurde die zuvor selbständige Gemeinde Heise (mit Oberheise) in die Gemeinde Hollen eingemeindet.[5] 1971 wurde die Gemeinde Hollen eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.
Seit dem 1. November 2011 ist Hollen eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt.[6][7]
Politik
Gemeinderat und Bürgermeister
Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Hollen vom Gemeinderat aus Beverstedt vertreten.
Ortsvorsteher
Der Ortsvorsteher von Hollen ist Thomas Krumme (SPD).[1][15] Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.
Wappen
Der Entwurf des Kommunalwappens von Hollen stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[16]
![]() Wappen von Hollen |
Blasonierung: „In Blau drei aus silbernem Hügel wachsende goldene Riedbüschel.“[16] |
| Wappenbegründung: Die aus einem Hügel wachsenden Riedbüschel weisen auf die Ableitung des Ortsnamens von der mundartlichen Bezeichnung „Hollen“ für bucklige Erhöhungen im Moor hin. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten

Opferstein
In den Kreistannen liegt der Hollener Opferstein. Mehrere Spaltversuche aus den vorigen Jahrhunderten haben den Findling nicht teilen können. In den 1930er Jahren stand dort eine Waldhütte, die ein beliebtes Wanderziel war.
Bauwerke

- Holländerwindmühle im Ortsteil Heise
Friedhof
Der Hollener Friedhof wurde 1875 angelegt. Die Andachtshalle aus dem Jahr 1969 befindet sich links vom Zugangsbereich und ist unmittelbar an der Schulstraße gelegen. Im Ortsteil Heise besteht ein weiterer Friedhof.
Museen
An der Straße zwischen Hollen und Wittstedt liegt das Museum Jan vom Moor und Klappstau in Heise, das 1998 eingeweiht wurde und die Geschichte der Moorkolonisierung nachzeichnet. Gleich nebenan gibt es eine 120 Jahre alte Galerie-Holländer-Windmühle[17], die in Privatinitiative wiederhergestellt wurde. Die Mühle lässt sich besichtigen.
Im Ortsteil Heise befindet sich das Schulmuseum in der ehemaligen Schule Heise. Dort ist eine Klasse eingerichtet, und viele Objekte aus der Schulgeschichte sind zu sehen: Landkarten, Fibeln, Schulbücher, Hefte usw.
Gedenksteine und Denkmäler
- Findling mit dem Text: 900 Jahre Hollen 1105 – 2005; Straße Bei den Bauern, in der Nähe des Friedhofs.
Gedenkstein in der Alten Reihe - 200 Johr Ole Reeg 1808 – 2008; etwa in der Mitte des Straßenverlaufs der Alten Reihe.
- Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege; vor dem Hollener Friedhof. In den Ortsteilen Heise und Oberheise gibt es jeweils ein weiteres Ehrenmal.
- Gedenkstein mit dem Text: Gemeinde Hollen bis 31.10.2011; an der Kreuzung Schulstraße, Neue Reihe.
Musik
Die traditionellen Feiern wie das Schützenfest begleitet der Spielmannszug. Zudem gibt es die Rockband Six Tons.
Sport
In der Dorfmitte von Hollen befinden sich ein Sportplatz und eine im Jahre 2004 fertiggestellte Mehrzweckhalle. Daneben haben der Spielmannszug und der erfolgreiche Fahnenschwenkerverein einen Trainingsraum. Die Deutsche Meisterschaft im Fahnenschwingen fand 2008 in Beverstedt statt.

Im Ort gibt es den Schützenverein Hollen, der Schießsport in einer Schützenhalle im Ortsteil Hollenerheide ausübt.
Sehr erfolgreich ist auch die Tischtennisabteilung des TSV Hollen. Seit über fünf Jahrzehnten gehört der Tischtennissport zu den Vorzeigeprojekten der Gemeinde.[18]
Wirtschaft, Kommunikation und Verkehr
In Hollen sind viele Kleinunternehmer vertreten sowie die Zentrale des Maschinenrings Wesermünde-Osterholz.
Seit 2020 ist die Gemeinde an das Netz der Deutschen Glasfaser angeschlossen.
Der Ort verfügt über ein Anruf-Sammeltaxi-System (AST).
Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
- Hermann Siebert (1924–1998), Bürgermeister der Gemeinde Hollen und der Samtgemeinde Beverstedt
- Johann Granz (1938–2013), Ortsheimatpfleger von Hollen,[19] Vorsitzender des TSV Hollen (1984–1991)
- Dieter Lilkendey (1934–2021), Bürgermeister der Gemeinde Hollen, Gründer und Vorsitzender des Fördervereins der Freunde, Förderer des Freilichtmuseums Jan vom Moor, Klappstau und Schulmuseum
Sagen und Legenden
- Die Hollener Pesteiche
- Vom Bauern, der im Grabe keine Ruhe fand
- Die Butterhexe von Hollen
(Quelle:[20])
Literatur
- Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 10–11 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB]).
- Samtgemeinde Beverstedt und Männer vom Morgenstern (Hrsg.): Die Samtgemeinde Beverstedt in Gegenwart und Vergangenheit, Verlag Heimatbund der Männer vom Morgenstern, Bremerhaven 1983, S. 108.
- Zwischen Geest, Moor und Lune – 900 Jahre Hollen. Arbeitskreis Chronik 900 Jahre Hollen (Hrsg.), Hollen 2004.
Weblinks
- Linkkatalog zum Thema Hollen bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Einzelnachweise
- Informationen über Hollen. In: Website Gemeinde Beverstedt. 29. November 2022, abgerufen am 15. Januar 2024.
- Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2019; abgerufen am 1. März 2022.
- Michaela H. Riebau: Aus Hollens Vor- und Frühgeschichte. In: Zwischen Geest, Moor und Lune – 900 Jahre Hollen, S. 7.
- „Dorf voller Energie“ feiert tolles Jubiläum. 900-Jahr-Feier in Hollen – Kommers und Umzug – Besucher begeistert. Nordsee-Zeitung, 13. Juni 2005, S. 15.
- Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 10 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB]).
- Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt. In: Niedersächsisches Vorschrifteninfomationssystem (NI-VORIS). Landkreis Cuxhaven, 17. Februar 2011, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. September 2018; abgerufen am 18. September 2018. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61, S. 3 (Digitalisat (Memento vom 26. September 2018 im Internet Archive) [PDF; 155 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
- Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 14. März 2021, abgerufen am 1. März 2022.
- Michael Rademacher: Landkreis Wesermünde. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. (Siehe unter: Nr. 36 und 38).
- Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
- Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat (Memento vom 7. August 2019 im Internet Archive) [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 3. Juni 2020]).
- Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1919. In: Website Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 11. Juni 2019.
- Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Website Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 2. Dezember 2019.
- Informationen über Hollen. In: Website Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 19. September 2018; abgerufen am 2. Dezember 2019.
- Die Ortsvorsteher der Gemeinde Beverstedt. In: Website CDU Gemeinde Beverstedt. Abgerufen am 15. Januar 2024.
- Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, OCLC 469321470 (201 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
- Heisermühle
- TSV Hollen. Abgerufen am 19. Dezember 2023.
- Johann Granz – Nachruf I. In: Website Nordsee Zeitung. 4. Juni 2013, abgerufen am 19. September 2018.
- Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.



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