Jahotyn

Jahotyn (ukrainisch Яготин; russisch Jagotin) ist eine Stadt in der ukrainischen Oblast Kiew und war bis Juli 2020 das administrative Zentrum des gleichnamigen Rajons Jahotyn.

Kirche im Ort
Jahotyn
Яготин
Wappen von Jahotyn
Jahotyn (Ukraine)
Jahotyn (Ukraine)
Jahotyn
Basisdaten
Oblast:Oblast Kiew
Rajon:Rajon Boryspil
Höhe:129 m
Fläche:57,5 km²
Einwohner:18.995 (1. Januar 2022)
Bevölkerungsdichte: 330 Einwohner je km²
Postleitzahlen:07700
Vorwahl:+380 4575
Geographische Lage:50° 15′ N, 31° 47′ O
KATOTTH: UA32040210010094429
KOATUU: 3225510100
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 39 Dörfer, 2 Ansiedlungen
Adresse: вул. Незалежності 67
07700 м. Яготин
Statistische Informationen
Jahotyn (Oblast Kiew)
Jahotyn (Oblast Kiew)
Jahotyn
i1

Lage

Jahotyn liegt in der Dnepr-Niederung etwa 100 Kilometer östlich von Kiew am linken Ufer des, vom Fluss Supij gespeisten, Supij-Sees.

Geschichte

Jahotyn wurde 1552 gegründet. Von 1648 bis 1781 war sie Garnisonsstandort des Perejaslawer Regimentes. Taras Schewtschenko besuchte die Stadt im Juli 1843. Seit 1861 war Jahotyn Wolostkleinstadt von der Ujesd Pyrjatyn (Gouvernement Poltawa). 1925 wurde Jahotyn Rajonszentrum und 1957 erhielt der Ort das Stadtrecht wieder.

Verwaltungsgliederung

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Jahotyn (Яготинська міська громада/Jahotynska miska hromada). Zu dieser zählen auch die die 39 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer sowie die 2 Ansiedlungen Hretschaniwka und Tschernjachiwka[1], bis dahin bildete sie zusammen mit den Dörfern Sokoliwschtschyna und Tscherwone Saritschja die gleichnamige Stadtratsgemeinde Jahotyn (Яготинська міська рада/Jahotynska miska rada) im Westen des Rajons Jahotyn.

Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Boryspil[2].

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Jahotyn Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiertukrainischrussisch
Bohdaniwka Богданівка Богдановка (Bogdanowka)
Boschky Божки Божки (Boschki)
Dobranytschiwka Добраничівка Добраничевка (Dobranitschewka)
Dsjubiwka Дзюбівка Дзюбовка (Dsjubowka)
Dwirkiwschtschyna Двірківщина Дворковщина (Dworkowschtschina)
Farbowane Фарбоване Фарбованое (Farbowanoje)
Fedoriwka Федорівка Фёдоровка (Fjodorowka)
Henseriwka Гензерівка Гензеровка (Genserowka)
Hoduniwka Годунівка Годуновка (Godunowka)
Hretschaniwka Гречанівка Гречановка (Gretschanowka)
Hryhoriwka Григорівка Григоровка (Grigorowka)
Kajnary Кайнари Кайнары (Kainary)
Kapustynzi Капустинці Капустинцы (Kapustinzy)
Koptewytschiwka Коптевичівка Коптевичевка (Koptewitschewka)
Kuljabiwka Кулябівка Кулябовка (Kuljabowka)
Lebediwka Лебедівка Лебедевка (Lebedewka)
Lemeschiwka Лемешівка Лемешовка (Lemeschowka)
Losowyj Jar Лозовий Яр Лозовый Яр (Losowy Jar)
Lukomschtschyna Лукомщина Лукомщина (Lukomschtschina)
Nytschyporiwka Ничипорівка Ничипоровка (Nitschiporowka)
Oserne Озерне Озёрное (Osjornoje)
Panfyly Панфили Панфилы (Panfily)
Pluschyky Плужники Плужники (Pluschniki)
Rajkiwschtschyna Райківщина Райковщина (Raikowschtschina)
Rokytne Рокитне Ракитное (Rakitnoje)
Rosumiwka Розумівка Разумовка (Rasumowka)
Sassupojiwka Засупоївка Засупоевка (Sassupojewka)
Schewtschenkowe Шевченкове Шевченково (Schewtschenkowo)
Schorawka Жоравка Жоравка
Sokoliwschtschyna Соколівщина Соколовщина (Sokolowschtschina)
Sotnykiwka Сотниківка Сотниковка (Sotnikowka)
Sulymiwka Сулимівка Сулимовка (Sulimowka)
Supojiwka Супоївка Супоевка (Supojewka)
Trubiwschtschyna Трубівщина Трубовщина (Trubowschtschina)
Tscherkassiwka Черкасівка Черкасовка (Tscherkassowka)
Tschernjachiwka Черняхівка Черняховка (Tschernjachowka)
Tschernjachiwka Черняхівка Черняховка (Tschernjachowka)
Tscherwone Червоне Червоное (Tscherwonoje)
Tscherwone Saritschtschja Червоне Заріччя Червоное Заречье (Tscherwonoje Saretschje)
Tuschyliw Тужилів Тужилов (Tuschilow)
Woroniwschtschyna Воронівщина Вороновщина (Woronowschtschina)

Kultur

Es gibt einige Museen in Jahotyn, darunter das Historische Museum, das Museum der Bildung und eine Kunstgalerie. Des Weiteren gibt es ein städtisches Kulturhaus und zwei Kinos.

Nikolaj-Gogol-Denkmal

Denkmäler

Friedhöfe

In Jahotyn und seiner Umgebung befinden sich mehrere Friedhöfe mit Kriegsgräbern deutscher Soldaten, die gegen Ende der Schlacht um Kiew im September 1941 gefallen sind und später in Sammelgräbern dort bestattet wurden.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Wirtschaftsentwicklung der Stadt Jahotyn ist eng mit der Entwicklung der Landwirtschaft des Rajons Jahotyn verbunden. Der größte Arbeitgeber ist das Zuckerkombinat des Wissenschafts- und Produktionsvereins „Zucker“. Es gibt einen Getreidespeicher, ein Milchwerk, eine Geflügelfabrik, eine Bäckerei, eine Ziegelei und eine Futtermühle. Die Brennstoffindustrie besteht aus einem Torfbetrieb. Außerdem gibt es ein mechanisches Versuchswerk bzw. Werk für erleichternde Konstruktionen.

Verkehr

Bahnhof Jahotyn

Jahotyn hat einen Bahnhof an der Strecke Darnyzja–Hrebinka. Etwa zwei Kilometer südlich der Stadt läuft die Autobahn M 03, eine Teilstrecke der Europastraße 40.

Die Stadt verfügt über ein Busliniennetz. Es gibt folgende Linien:

  • 1. Bahnhof–Futtermühle
  • 2. Bahnhof–Woloschka–Schewtschenkostraße–Geflügelfabrik
  • 3. Bahnhof–Berufsschule–Straße der Unabhängigkeit–Futtermühle
  • 4. Bahnhof–Futtermühle
  • 6. Bahnhof—Futtermühle
  • 7. Roschen–MAUP–Bahnhof–Straße der Unabhängigkeit–Geflügelfabrik
  • 9. Bahnhof–Geflügelfabrik–Tscherwone Saritschja
  • 10. Bahnhof–Futtermühle
  • 11. Bahnhof–Dragomanowstraße

Die Linien 1 und 4 gehören zur AG Autobetrieb 13251. Betreiber der Linien 2, 6, 7, 9 und 10 ist die RegionAuto GmbH. Die Linie 3 wird vom Individuellen Unternehmer Wasiljew bedient sowie Linie 11 vom Individuellen Unternehmer Schtscherbyna.

Bildung

Die Stadt hat sieben Allgemeinbildende Schulen sowie eine Musik- und Kunstschule und fünf Bibliotheken.

Flüchtlinge

Neben der Schwarzmeerhafenstadt Odessa und der Karpaten-Stadt Mukatschewo soll auch Jahotyn Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Die Pläne des Kiewer Migrationsamts riefen in der Bevölkerung scharfe Proteste hervor. Der Zugang zum Aufnahmezentrum wurde im März 2016 von Demonstranten blockiert.[4]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Nikolai Grigorjewitsch Repnin-Wolkonski (1778–1845), russischer General
  • Iwan Usenko, Porträtmaler
  • Mykola Aleksin (1877–nach 1943), Oberst der UVR-Armee
  • Iwan Kulyk, Telegrafist der 4. Kiewer Division der UVR-Armee; Held des 2. Wintermarsches
  • Petro Neporoschnij (1910–1999), UdSSR-Minister für Energetik
  • Ljudmyla Jossypenko (* 1984), Siebenkämpferin

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Commons: Jahotyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 715-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Київської області"
  2. Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів
  3. Siehe Kriegsgrabanlagen in der Ukraine: Jagotin
  4. В Яготине обустроили блокпост против мигрантов (In Jahotyn bauten sie einen Blockposten gegen Migranten), Корреспондент.net, 17. März 2016
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