LZ 53

Der Zeppelin LZ 53 war das 53. Luftschiff des Grafen Zeppelin und das 17. Luftschiff der kaiserlich-deutschen Marine (taktische Nummer L 17). Er gehörte zur Baureihe „P“ der deutschen Zeppelin-Militärluftschiffe.

Schwarz-Weiß-Foto eines Luftschiffes in Bodennähe
L 17 bei der Landung (Foto von 1915 oder 1916)

Geschichte

LZ 53 (England)
LZ 53 (England)
Carlin How
Mattishall
Übersichtskarte zu den Bombenabwürfen von L 17 auf England
Schwarz-Weiß-Foto eines Schiffes in der Seitenansicht
Der Geleitflugzeugträger Vindex von dem aus L 17 am 2. August 1916 angegriffen wurde (Foto zwischen 1915 und 1918)
Schwarz-Weiß-Foto von Luftschiffhallen aus der Vogelperspektive
Der Luftschiffhafen in Tondern: rechts die Doppelhalle Toska in der L 17 am 28. Dezember 1916 verbrannte (Foto von 1918)

Das Luftschiff wurde, wie sieben andere Zeppeline der P-Reihe, auf der Werft in Friedrichshafen gebaut.[1] Es unternahm seine erste Fahrt am 20. Oktober 1915. Die Führung übernahm zunächst Kapitänleutnant Herbert Ehrlich und ab dem 10. August 1916 Kapitänleutnant Hermann Kraushaar. Stationiert war L 17 am Luftschiffhafen Nordholz und ab dem 17. August 1916 am Luftschiffhafen Tondern. L 17 fuhr neun Angriffsfahrten, überwiegend gegen England im Vereinigten Königreich. Dabei wurde eine Gesamtlast von 10.724 Kilogramm Bomben abgeworfen. Zudem führte es 27 Aufklärungsfahrten durch.[2]

Am 24. April 1916 belegte L 17 britische Artillerie-Batterien bei Ipswich und Norwich derart mit Bomben, dass diese den Beschuss einstellten.[2] Der Angriff war Teil einer kombinierten Luft- und Seeoperation der deutschen Marine gegen die englische Ostküste. Am 2. August 1916 wurde der Zeppelin von einem Flugzeug des britischen Geleitflugzeugträgers Vindex angegriffen. Der Pilot, der nur über eine Bombenladung verfügte, konnte jedoch keinen Abschuss erzielen. Wenige Tage später, am 8. August, vereitelte der bewaffnete Trawler Itonian einen Angriff von L 17 gegen die Küste von Northumberland, indem er das Luftschiff zum vorzeitigen Abwurf seiner Bomben veranlasst.[3] Am 24. September 1916 bombardierte L 17 Nottingham, wobei drei Menschen getötet und 17 verletzt wurden. Unter anderem wurde der Güterbahnhof der Midland Railway schwer beschädigt.[4]

Verbleib

L 17 verbrannte am 28. Dezember 1916, nachdem L 24 bei der Einfahrt in die Luftschiffhalle Toska bei Tondern Gebäudeteile berührt und Feuer gefangen hatte. Das Feuer griff innerhalb der Halle auf L 17 über, so dass beide Luftschiffe ausbrannten.[2][5][6]

Technische Daten

  • Traggasvolumen: 31.900 m³ Wasserstoff
  • Länge: 163,50 m
  • Durchmesser: 18,70 m
  • Nutzlast: 15 t
  • Antrieb: vier sechszylindrige Maybach-Motoren von je 240 PS (177 kW)
  • Geschwindigkeit: 26 m/s
  • Aktionsradius: 2.150 km
  • Maximale Steighöhe: 3.900 m
  • Bewaffnung: min. 2 × 8-mm-Maxim-Maschinengewehre[7]
  • Besatzung: 19 Mann[1]

Siehe auch

Literatur

  • Manfred Griehl: Deutsche Luftschiffe seit 1871. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-03226-2, S. 78 f.
  • Peter Meyer: Luftschiffe – Die Geschichte der deutschen Zeppeline. Verlag Bernard & Graefe, Bonn 1996, ISBN 3-7637-5951-4, S. 60.
  • Douglas Hill Robinson: Deutsche Marine-Luftschiffe 1912–1918. Verlag E.S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 2005, ISBN 3-8132-0786-2.
Commons: LZ 53 / L 17 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • LZ 53. In: luftschiff.de. Abgerufen am 24. Februar 2024.

Einzelnachweise

  1. M. Griehl: Deutsche Luftschiffe seit 1871. Motorbuch, Stuttgart 2010, S. 78.
  2. P. Meyer: Luftschiffe – Die Geschichte der deutschen Zeppeline. Bernard & Graefe, Bonn 1996, S. 60.
  3. D. H. Robinson: Deutsche Marine-Luftschiffe 1912–1918. Mittler, Hamburg/Berlin/Bonn 2005, S. 189.
  4. D. H. Robinson: Deutsche Marine-Luftschiffe 1912–1918. Mittler, Hamburg/Berlin/Bonn 2005, S. 203.
  5. Accident Zeppelin LZ.53 L.17. In: Aviation Safety Network. 23. Januar 2008, abgerufen am 24. Februar 2024.
  6. D. H. Robinson: Deutsche Marine-Luftschiffe 1912–1918. Mittler, Hamburg/Berlin/Bonn 2005, S. 223.
  7. M. Griehl: Deutsche Luftschiffe seit 1871. Motorbuch, Stuttgart 2010, S. 79.
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